Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema gerne vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird‘s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth erinnert uns: Wenn wir Christus kennen, sind wir Töchter des Königs.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wenn du erkennst, dass du eine Tochter Gottes bist und Teil der Braut Christi, wird sich das auf dein ganzes Leben auswirken und deine Perspektive auf alles ändern.
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wohlgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
In unserer aktuellen Podcast-Reihe befassen wir uns eingehend mit dem Hohelied. Der Titel der Serie ist „Der Geliebte meiner Seele – Jesus im Hohelied“.
Wenn du etwas von dieser Reihe verpasst hast, kannst du es ganz einfach auf unserer Website www.belebeunsereherzen.com nachhören. Hier ist Nancy:
Nancy: Heute setzen wir fort und starten in den letzten …
Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema gerne vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird‘s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth erinnert uns: Wenn wir Christus kennen, sind wir Töchter des Königs.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wenn du erkennst, dass du eine Tochter Gottes bist und Teil der Braut Christi, wird sich das auf dein ganzes Leben auswirken und deine Perspektive auf alles ändern.
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wohlgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
In unserer aktuellen Podcast-Reihe befassen wir uns eingehend mit dem Hohelied. Der Titel der Serie ist „Der Geliebte meiner Seele – Jesus im Hohelied“.
Wenn du etwas von dieser Reihe verpasst hast, kannst du es ganz einfach auf unserer Website www.belebeunsereherzen.com nachhören. Hier ist Nancy:
Nancy: Heute setzen wir fort und starten in den letzten Teil des Buches Hohelied. Wir haben uns ja schon länger mit diesem Buch beschäftigt. Und wir haben Gott einfach zu unseren Herzen reden lassen, darüber, wie sehr er sein Volk liebt und wie sehr Christus seine Braut liebt.
Nun sind wir bei diesem letzten Teil über die reife Liebe angekommen. Wir werden einige Merkmale der reifen Liebe kennenlernen: Wie sie aussieht, wie man sie erreicht und wie man sie bewahrt. In der letzten Folge – wenn du in der Bibel mitliest, wir waren in Kapitel 6 – drückte der Bräutigam seine starke und leidenschaftliche und glühende Liebe zu seiner Braut aus. Er ist überwältigt von ihrer Schönheit und von der Anmut, die von ihr ausgeht.
Er sagt, dass es keine gibt wie sie, nicht einmal annähernd. Wir haben gesehen, dass dies ein Bild dafür ist, wie Christus über seine Braut, die Gemeinde, empfindet und wie er über diejenigen denkt, die Teil dieser Braut sind. Wenn du ein Kind Gottes bist, also Teil der Braut Christi, liebt er dich so, wie es hier im Buch Hohelied beschrieben wird.
Wenn wir nun zu Kapitel 6,11 kommen, ist es nicht ganz eindeutig, wer da spricht. Man könnte argumentieren, dass es die Braut ist, wie es in einigen Übersetzungen angegeben wird – oder aber der Bräutigam. In gewisser Weise kommt es nicht so darauf an, wer hier gerade spricht, denn an diesem Punkt ihrer Beziehung sind sie in einem Stadium angekommen, wo sie Einheit erlangt haben.
Sie sind eins. Ihre Herzen schlagen für dasselbe, sie haben dieselben Interessen; deshalb könnte vieles von dem, was sie sagen, von beiden stammen. Ich gehe eher davon aus, dass hier die Braut spricht. Und wenn das so ist, dann erkennt man das an einer Reihe neuer Prioritäten, verglichen damit, wie sie war, als sie sich zuerst trafen.
Damals war sie von der Arbeit im Weinberg ihrer eigenen Familie erschöpft. Sie wollte einfach mit ihrem Geliebten zusammen sein – mit ihm allein sein und bei ihm Ruhe finden. Sie wollte all die Freude einer intimen Liebesbeziehung erleben und auskosten.
Und als er sie bat, mit ihm in die Welt hinauszugehen, auf diese Berge und Hügel – du erinnerst dich, er sprang über die Berge und Hügel – hatte sie daran kein Interesse. Er wollte, dass sie an seinen Aktivitäten teilnahm, aber sie hatte Angst davor. Sie war zögerlich und zurückhaltend, als er sie fragte, mit ihm von dem Schlafgemach fortzugehen und den Palast, diesen Ort der innigen Liebe, zu verlassen. Eigentlich wollte sie nirgendwo hingehen.
Ich muss da an Petrus auf dem Berg der Verklärung denken, als er sagte: „Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Lass uns einfach hier bleiben und die Herrlichkeit genießen. Lasst uns Hütten bauen – ein paar Zelte aufschlagen.“ So ähnlich haben wir die Braut in früheren Folgen gesehen.
Aber nach der wunderbaren Liebeserklärung, die der Bräutigam ihr gemacht hatte, wird deutlich, dass die Werte der Braut nicht mehr dieselben sind, dass sie nun ganz anders denkt. Lesen wir Hohelied 6,11 und 12. Sie sagt:
„Zum Nussgarten war ich hinabgegangen, um die grünen Triebe des Tales zu betrachten, um zu sehen, ob der Weinstock ausgeschlagen, ob die Granatbäume Blüten getrieben hätten – ich wusste nicht, dass mein Verlangen mich gesetzt hatte auf die Wagen meines edlen Volkes.“
Das ist ein langer Satz. Wir wollen ihn Stück für Stück auseinandernehmen. Ich fange mal hinten an, mit dem letzten Ausdruck: „die Wagen meines edlen Volkes“. Je nach Übersetzung kann dieser Satzteil ganz verschieden lauten. Eigentlich werden hier zwei hebräische Worte wiedergegeben: Ammi‘ nadib‘. Diese Wörter bedeuten „Volk“ und „willig“.
Dieser Ausdruck kann zu Recht mit „die Wagen meines willigen Volkes“ oder „meines edlen Volkes“ wiedergegeben werden. Aber es könnte auch sein, dass der Ausdruck gar nicht übersetzt werden muss. Dann wären es die Streitwagen von „Ammi‘ Nadib‘“, so heißt es auch in der Lutherübersetzung – vielleicht war das eine Person, die für schnelle Wagen bekannt war.
Hier könnten also „die Wagen meines willigen oder edlen Volkes“ gemeint sein oder die Streitwagen von jemandem, der wirklich schnelle Wagen besaß. Wie auch immer, die Braut sagt: „Ich wusste nicht, dass mein Verlangen mich gesetzt hatte auf die Wagen meines edlen Volkes“ oder „dass meine Seele wurde, wie diese schnellen Wagen“. Für was man sich auch entscheidet, man hat hier das Bild einer Frau vor sich, die eine Mission, einen Auftrag hat.
Das ist ein Bild eines eifrigen Gläubigen, den der Geist bewegt hat, sich an den Anliegen des Königreichs seines Geliebten zu beteiligen und sich für sie einzusetzen. Es scheint, als wäre die Braut von irgendetwas angetrieben. Seine Liebe ist so groß, dass sie sie mit anderen teilen muss. Es liegt ihr am Herzen, dass auch andere die Liebe erfahren, die sie erfahren hat.
„Ich wusste nicht, dass mein Verlangen mich gesetzt hatte auf diese schnellen Wagen. Ich musste hinausgehen in den Garten, ins Tal, um zu sehen, ob der Weinstock ausgeschlagen, ob die Granatapfelbäume Blüten getrieben hätten.“ Durch das ganze Buch hindurch haben wir die Themen Wohlgeruch und Fruchtbarkeit gesehen. Hier tauchen diese Konzepte wieder auf.
Jetzt interessiert sie sich für seinen Garten, für seine Belange in den Weinbergen. Und weißt du noch, dass er sie zuerst in einem Weinberg traf? Aber damals war sie erschöpft, weil sie ihren eigenen Weinberg nicht gehütet hatte (das steht ganz am Anfang des Buches, in Kapitel 1). Aber nun, da ihr eigener Garten, ihr eigener Weinberg, gepflegt ist, ist sie bereit, in Einheit und Gemeinschaft mit ihrem Geliebten hinauszugehen, um seinen Interessen an seiner Seite zu dienen.
Sie weiß, dass Fruchtbarkeit für ihn ein wichtiges Thema ist. Es ist ihm wichtig, dass der Weinstock gedeiht und die Granatapfelbäume ausschlagen. Also will sie mit ihm hinausgehen und schauen, wie es um die zukünftige Ernte steht, wie es im Weinberg und auf den Feldern aussieht. Sie ist an seinen Aufgaben interessiert, und das ist ein Zeichen einer gereiften Liebe.
Sie will nicht nur sein Lob, seine anerkennenden Worte genießen – was er ihr sagte, darum ging es in der letzten Folge – (wenn du sie nicht gehört hast, geh zu unserer Homepage www.belebeunsereherzen.com.) Es war eine erstaunliche Liebeserklärung: „Mein Schatz, meine Einzige, meine Schöne, meine Taube, meine Kostbare, meine Vollkommene... !“ Welche Frau würde das nicht gerne hören wollen, und das immer wieder von Neuem?
Aber sie will nicht einfach dasitzen, um immer weiter diese wundervollen Worte zu hören. Sie hat auf die harte Tour gelernt, dass man einiges verpasst, wenn man nur im Schlafgemach bleiben will und in diesen persönlichen, kleinen, kostbaren Momenten mit Jesus am liebsten verharren möchte.
Jetzt hat sie also Interesse daran, in die Gärten und Felder zu gehen und andere Dienste ihres Geliebten kennenzulernen. Das ist ein Kennzeichen eines Menschen, der Jesus liebt. So jemand will nicht nur dasitzen und seine Liebe aufsaugen und für sich selbst genießen. Er möchte, dass auch andere ihn lieben und ihn kennenlernen. Er möchte sehen, dass geistliche Frucht entsteht.
Ein Bekannter von mir lebt in einem zentralasiatischen Land. Es ist ein sehr, sehr dunkler Ort. Es gibt dort viel Böses, viel Christus-feindliche Religiosität. Er war kürzlich zu Besuch in einer Gemeinde in unserer Gegend. Und zu Beginn seiner Botschaft sagte er: „Meine Frau und ich beten abends immer für die Menschen in unserem Land, die wir kennen, die Christus brauchen. Wenn ich wieder zuhause bin, machen wir das auch wieder.“
Und dann sagte er: „Darf ich, bevor ich mit der Predigt beginne, für diese Menschen beten, so wie wir es zu Hause tun?“ Und er schloss die Augen und fing an zu beten. Die meisten Namen, die er nannte, waren ungewohnt für unsere Ohren – wir könnten sie nicht mal richtig aussprechen.
Aber er zählte sie einfach nacheinander auf, ungefähr zwanzig. Er betete für sie. Er sagte: „Das sind Menschen, für die wir als Familie regelmäßig beten – sie brauchen den Herrn.“ Und er war noch nicht am Ende der Liste, da brach er in Tränen aus. So sehr wünschte er sich ihre Errettung.
Da war jemand, dem es wirklich am Herzen lag, dass andere den Herrn kennenlernen würden – den Herrn, der ihn selbst so sehr liebte. Die Braut sagt: „Was für meinen Geliebten wichtig ist, das ist auch für mich wichtig.“
In Kapitel 7,1 sagen der Geliebte und seine Freunde: „Dreh dich, dreh dich, o Sulamit, dreh dich, dreh dich, dass wir dich betrachten!“ Dies ist das einzige Mal im Buch Hohelied, dass die Braut Sulamit genannt wird. Wie wir zu Beginn unserer Bibelarbeit gesagt haben, könnte das ein Hinweis auf ihre Herkunft sein – vielleicht eine Stadt namens Sunem. Tatsächlich ist Sulamit auch eine weibliche Form des Namens Salomo. Vielleicht ist es eine Andeutung davon, dass sie seinen Namen trägt.
In Offenbarung 3,12 steht, dass Christus seinen Namen auf sein Volk schreibt. Übrigens, meine Lieben: Wenn ihr heiratet und den Namen eures Mannes annehmt, ist das ein Bild für das, was Christus für uns tut. Er gibt uns seinen Namen.
Hier sind also der Geliebte und seine Freunde, und sie freuen sich, dass die Braut zurückgekehrt ist. Die Gemeinschaft war beschädigt, aber nun ist sie wiederhergestellt. Sie weiß, dass sie bei ihm willkommen und angenommen ist. Und dann heißt es zu Beginn von Vers 2: „Was wollt ihr Sulamit betrachten wie den Reigen von Mahanaim?“
Das ist eine sehr umstrittene Stelle im Buch Hohelied, und ich will nicht näher darauf eingehen. Die Ausleger sind sich hier nicht sicher, ob hier die Braut oder der Bräutigam spricht. Wenn es die Braut ist, dann sagt sie vielleicht: „Wer bin ich, dass ihr so viel Freude an mir habt?“
Wenn der Bräutigam spricht, dann sagt er wahrscheinlich: „Ich will euch sagen, was ich an dieser Frau finde.“ Er freut sich an ihr und an der wiederhergestellten Beziehung.
In Kapitel 7,2-9, hören wir dann den Geliebten, der erneut die Schönheit seiner Braut preist; er beschreibt, welche Wirkung sie auf ihn hat. Lasst uns diese Verse lesen. Wir hören den Bräutigam:
„Wie schön sind deine Schritte in den Schuhen, du Tochter eines Edlen! Die Wölbungen deiner Hüften sind wie ein Schmuckstück, von Künstlerhand gemacht. Dein Schoß ist wie eine runde Schale, in der der Mischwein nicht fehlt;
dein Leib ist wie aufgehäufte Weizenkörner, mit Lilien eingefasst; deine beiden Brüste gleichen zwei jungen Gazellen, Gazellenzwillingen; dein Hals gleicht einem Turm aus Elfenbein, deine Augen den Teichen von Hesbon am Tor Batrabbim; deine Nase ist wie der Libanonturm, der nach Damaskus schaut. Dein Haupt gleicht dem Karmel, und dein herabhängendes Haupthaar dem Purpur; der König ist gefesselt durch deine Locken“ (Verse 2-6).
Ich habe nicht vor, auf jedes Detail in diesem Abschnitt einzugehen, ich will nur zu einigen dieser Details etwas anmerken. Schauen wir uns den zweiten Teil von Vers 2 an: „Wie schön sind deine Schritte in den Schuhen, du Tochter eines Edlen.“ Er nennt sie die Tochter eines Edlen.
Nun, wir wissen, sie war ein armes Bauernmädchen, von niemandem gekannt und beachtet; zu Beginn dieser Geschichte interessierte sich niemand für sie – damals, als der Geliebte sie bei der Arbeit im Weinberg ihrer Familie gefunden hatte. Aber jetzt ist sie in das Königshaus aufgenommen worden – sie ist Teil der königlichen Familie geworden. Ich möchte dir sagen: Wenn du erkennst, dass du eine Tochter Gottes bist und zur königlichen Familie gehörst, dass du Teil der Braut Christi bist, wird sich das auf dein ganzes Leben auswirken.
Du wirst das Leben mit anderen Augen sehen, wenn du erkennst, dass du eine Königstochter, die „Tochter eines Edlen“ bist, wie Salomo es sagt. Lies Psalm 45, das ist eine großartige Parallelstelle zum Buch Hohelied, wo von der Schönheit der Tochter dieses Königs die Rede ist.
In Vers 7 fährt er fort: „Wie schön bist du und wie lieblich, o Liebe voller Wonnen!“ Sie ist schön, das ist die äußere, physische Schönheit; und sie ist lieblich. Ich denke, das bezieht sich auf ihr Herz, auf ihre innere Schönheit. Der Punkt ist hier, sie ist sowohl innerlich als auch äußerlich schön – schön und lieblich.
Ist es nicht so? Es nützt nichts, das erste zu haben, während das zweite fehlt – also äußerlich schön, aber innerlich nicht lieblich zu sein. Da stimmt etwas nicht. Wie heißt es in den Sprüchen ziemlich drastisch? „Ein goldener Ring in dem Rüssel einer Sau – so ist eine schöne Frau ohne Sittsamkeit“ (11,22). Das ist dann eine Frau, die äußerlich schön ist, aber innerlich nicht lieblich.
Heutzutage wird in unserer Kultur sehr viel Wert auf die äußere Schönheit gelegt, während die innere Schönheit, die Pflege des inneren Menschen, oft zu kurz kommt. Das Herz wird vernachlässigt. Ich habe viel über diese Stelle nachgedacht. Es war das Wort „lieblich“ – also nicht nur äußerliche Schönheit, sondern auch „angenehm“ sein, wie es die Neue Evangelistische Übersetzung sagt (NeÜ)... „du bist lieblich“ .
Ich habe darüber nachgedacht, wie anders unsere Welt wäre, wenn Frauen lieblich wären. Was für einen Unterschied würde es an deinem Arbeitsplatz machen, nicht wahr? In deiner Gemeinde... Was wäre in deiner Familie anders, wenn du eine liebliche Frau wärst? Was wird sich ändern, wenn du eine angenehme liebliche Frau bist – durch die Gnade Christi in dir?
Schau, diese Art von Schönheit kann bleiben und mit dem Alter noch zunehmen – im Gegensatz zur äußeren Schönheit, wo es nur in eine Richtung geht, nämlich abwärts. Man kann nicht ohne Ende operieren, irgendwann kann man nicht noch eine Farbschicht oder so auftragen.
Wenn wir älter werden, verfällt der äußere Mensch, er baut ab. Aber der innere Mensch kann sogar noch schöner werden. Ich dachte über das Wort „lieblich“ nach – was würde so eine Haltung im Kontakt mit anderen ausmachen?
Ich schrieb gestern eine E-Mail, und etwas beschäftigte mich. Ich fragte mich: „Was bedeutet es, wenn ich das jetzt auf eine liebliche Weise sage? Wie kann ich es sagen, ohne dem anderen den Tag zu verderben? Wie kann ich etwas Unangenehmes so ansprechen, dass der andere ermutigt wird – dass er motiviert ist, darauf positiv zu reagieren? Lieblich. „Wie schön bist du und wie lieblich.“
Salomo fährt in Vers 8 fort:
„Dieser dein Wuchs ist der Palme gleich, und deine Brüste sind wie Trauben. Ich sprach: Ich will die Palme besteigen und ihre Zweige erfassen; dann werden deine Brüste mir sein wie Trauben des Weinstocks, und der Duft deiner Nase wie Äpfel, und dein Gaumen wie der beste Wein“ (Verse 8-10).
Lasst uns hier einen Moment stehen bleiben.
Diese Sache mit den Palmen... Wo ich wohne, wachsen nicht viele Palmen – eigentlich keine, soweit ich weiß –, ich bin kein Palmenkenner. Ich weiß nicht viel über sie. Ich liebe unsere schönen, großen Nadelbäume. Aber ich habe eine Schwester, die besser in die Tropen passen würde als hierher. Sie liebt alles, was mit den Tropen zu tun hat.
Sie liebt Palmen. Sie hatte gehört, dass ich an dieser Podcast-Reihe arbeite; und wir haben hin- und her geschrieben und uns über Palmen ausgetauscht. Sie sagte: „Palmen gehören zu den spektakulärsten Dingen, die Gott geschaffen hat“. Ich wurde neugierig und bat sie: „Erzähl mir davon“. Ich hatte Palmen bisher nie für besonders erstaunlich gehalten.
Sie schon. Sie schrieb mir eine E-Mail mit einer langen Liste erstaunlicher Fakten über Palmen. Ich habe diese E-Mail gerade nicht zur Hand, aber ich habe gestern Abend einen Blog-Beitrag gefunden, in dem jemand offensichtlich diese Begeisterung teilt. Dieser Autor schreibt:
„Das sind ganz erstaunliche Bäume! Erst einmal, man kann sie fällen, aber nicht töten. Bei den meisten Bäumen befinden sich die lebenswichtigen Stoffe ja direkt unterhalb der Rinde. Wenn man sie fällt, sterben sie ab – nicht so die Palme. Ihr Leben kommt aus ihrem Inneren, deshalb gedeiht sie selbst dann, wenn sie unter Beschuss ist.“
Wusstest du das? Ich nicht! Und dann das hier:
Die Palme biegt sich, aber sie bricht nicht. Ein Monsun Sturm oder ein Orkan kann die meisten Bäume umwehen, aber nicht die Palmen. Eine Palme kann sich fast bis zum Boden neigen, aber wenn der Sturm vorüber ist, richtet sie sich wieder auf und ist danach tatsächlich stärker als vorher.
Er sagt zu ihr: „Dieser dein Wuchs ist der Palme gleich.“ Das ist ein Bild für Reife, Schönheit und Fruchtbarkeit.
Das erinnert mich an Psalm 92: „Der Gerechte wird sprossen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon“ (Vers 13). Der Bräutigam stellt die zunehmende Reife der Braut fest, ihre zunehmende Fruchtbarkeit. Dazu passt zum Beispiel eine Stelle wie Epheser 4, die besagt, dass das Ziel ist, dass wir alle das Maß der Fülle Christi erreichen (vergleiche Vers 13). Das ist das Ziel, das letztendliche Ziel – und es ist ein Kennzeichen von Reife, wenn wir Jesus ähnlich sind und wenn seine Früchte in und durch uns im Überfluß hervorgebracht werden.
Palmen gedeihen nicht nur in den Tropen, sondern auch in der Wüste, wo sonst nur sehr wenig gedeiht. Ich weiß, dass manche Frauen in einer Wüste leben – vielleicht in ihrer Familie oder in ihrer Gemeinde, in der die Menschen scheinbar keinen Appetit auf gesunde, geistliche Nahrung haben.
Wenn man darüber nachdenkt, ist eigentlich diese ganze Welt – ohne Christus – eine Wüste. Aber Gott kann seinen Kindern die Gnade und die Fähigkeit schenken zu gedeihen – zu wachsen, stark, fruchtbar und schön zu sein, selbst an solchen Wüstenorten. Palmen tragen Früchte, weil ihre Wurzeln bis tief zu einem Wasservorkommen hinabreichen. Sie dringen so weit wie nötig in die Tiefe vor, um Wasser zu finden.
Wenn wir in Christus gewurzelt sind, wenn wir in ihm bleiben und zulassen, dass er in uns bleibt, dann werden wir viel Frucht zu seiner Ehre bringen.
Dann sehen wir in den Versen 8 und 9, die wir ja eben lasen, dass diese Frau, diese Braut, gereift ist. Sie hat die Fähigkeit entwickelt, andere zu nähren und zu versorgen. Sie ist nicht nur darauf aus, erfreut zu werden, sondern sie möchte anderen Freude bereiten, ihnen Gutes zu tun. Das ist ein Zeichen von geistlicher Reife.
Sie ist jetzt in der Lage, den Hunger anderer zu stillen. Es ist nicht mehr ständig dies: „Gib mir, gib mir, ich brauche dies und das“. Das ist typisch für Babys, oder? Es ist ein Zeichen von Unreife. Es ist natürlich okay, unreif zu sein, wenn man ein Baby ist. Aber das Problem ist, dass so viele unserer Gemeinden heute eher eine große Kinderbetreuung für Erwachsene sind.
„Ich habe Hunger! Nimm mich auf den Arm, wechsle mir die Windeln, hier tut mir etwas weh, kümmere dich um mich ... mir, meiner, mich.“ Das Zeichen, dass wir bei der Braut eine reife Liebe vor uns haben, ist, dass sie in der Lage ist, zu geben, zu segnen, andere zu unterstützen und zu ermutigen. Wenn Christus uns mit sich selbst erfüllt und sättigt, möchte er uns als Kanäle gebrauchen und durch uns anderen Gnade erweisen, sie versorgen und zufrieden stellen.
Er möchte, dass wir zu Quellen werden und andere stärken und nähren, aus der Fülle seiner Gnade heraus, die er uns gegeben hat.
In Vers 9 sagt Salomo: „Ich will die Palme besteigen und ihre Zweige erfassen.“ Er hat sie immer geliebt, aber jetzt bringt sie Frucht hervor, und er möchte sie umfassen. Erinnern wir uns noch an eins der vorherigen Kapitel, in dem die Braut gesagt hatte, dass sie ihn ergreifen und nie mehr loslassen würde? Nun, jetzt ist er es, dass er sie umfasst.
In diesem Abschnitt vergleicht er sie nicht nur mit einer Palme, sondern auch mit einem fruchtbaren Weinstock. Das erinnert mich an Johannes 15 – wenn die Rebe am Weinstock bleibt, bringt sie viel Frucht. Wir haben uns in diesem Abschnitt bisher nur an der Oberfläche bewegt, und wir merken doch, dass der Geliebte in ihr ein Spiegelbild seiner selbst sieht. Sie wird verwandelt.
Dies ist nicht mehr dieselbe Braut, von der wir in Hohelied 1 lasen – nun, sie ist dieselbe, aber sie sieht doch nicht mehr so aus wie die Braut in Kapitel 1. Durch Einheit und Gemeinschaft mit Christus werden auch wir in sein Bild verwandelt. Genau darum geht es in 2. Korinther 3,18, wo es heißt: „Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden [so] verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit (...)“ (ELB).
Das ist der Prozess der Heiligung. Indem wir sein Angesicht anschauen, beständig auf ihn blicken, unsere Augen nicht von ihm abwenden, werden wir ihm ähnlich. Man entwickelt eine Ähnlichkeit zu den Menschen, mit denen man Zeit verbringt. Das sieht man bei älteren Ehepaaren ... sie sind seit 68 Jahren verheiratet – und sie sehen sich immer ähnlicher. (Manche von euch macht das ein bisschen nervös, oder?) Man wird den Menschen ähnlich, mit denen man Zeit verbringt; und man wird auch all dem Zeug ähnlich, mit dem man seine Zeit füllt.
Wenn du dich mit dem Angebot dieser Welt fütterst – mit Zeitschriften, Radiosendungen, Fernsehen, Filmen, Nachrichten und Bildern ... wenn du all das Zeug in dich aufnimmst, dann wirst du auch irgendwann dem ähnlich. Dann ist das die Sicht der Dinge, die du für dich übernimmst.
Deshalb müssen wir Zeit mit Jesus verbringen, Zeit in seinem Wort, ihn anschauen, auf ihn blicken, uns ihm zuwenden. Nicht nur in Hast eine Stille Zeit von drei Minuten und dann zum Tagesprogramm übergehen. Sondern beständig den Herrn anschauen ... zu ihm aufsehen, auf ihn blicken, mitten in den Umständen des Lebens.
Ja, die Dinge wollen uns in Beschlag nehmen. Sie wollen unseren Blick ablenken. Aber Heiligung bedeutet, unseren Blick immer wieder auf Christus zurück zu lenken und uns die Frage zu stellen: „Wo ist Christus in dieser Situation? Was sagt er dazu? Was tut er gerade? Wie zeigt er sich in diesen Umständen?“ Worauf schaust du? Auf dich selbst? Bist du komplett auf deine Familie fixiert? Auf deine Freunde?
Das ist alles gut, aber worauf bist du hauptsächlich fokussiert? Wirst du in sein wunderschönes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit? Du kannst das, und genau dazu ruft er uns.
Marie: Nancy DeMoss Wolgemuth hat uns heute ein Bild von einer Frau aufgezeigt, die an Reife zunimmt. Und ich denke, die heutige Folge weckt doch in uns allen den Wunsch, in unserer Beziehung zu Jesus zu reifen. Dabei kann dir die PDF, die passend zu dieser Sendereihe verfasst wurde helfen, denn sie enthält Fragen, tiefgehende Fragen, zu jeder einzelnen Folge und ist ganz sicher einen Blick wert. Du findest sie auf unserer Website im Downloadbereich.
Möchtest du einen Unterschied im Reich Gottes machen? Ein Werkzeug in Gottes Hand sein? Nancy sagt: Der beste Weg, etwas für Jesus zu tun, ist, ihm ganz nah zu sein. Das nächste Mal wird sie darauf näher eingehen. Sei dann gerne wieder dabei hier bei Belebe unsere Herzen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
[su_spacer size="50"]
Jetzt wird’s persönlich!
Tag 18 – Reife Liebe 2: Innerlich und äußerlich schön (Hohelied 6,11-7,10a)
- Wie hat sich dein Leben verändert, seit du Jesus kennst und das Ziel seiner Liebe bist?
- Was sind einige Merkmale geistlicher Reife in unserer Beziehung zu Christus? Welche dieser Merkmale werden in deinem Leben immer deutlicher? Welche sollten stärker sichtbar werden?
- „Zum Nussgarten war ich hinabgegangen (...) um zu sehen, ob der Weinstock ausgeschlagen, ob die Granatbäume getrieben hätten“ (Hohelied 6,11). Ein Zeichen reifer Liebe zu Christus ist, dass wir uns nicht damit zufriedengeben, nur unsere eigene Beziehung zu ihm zu pflegen, sondern wir uns wünschen, dass andere Nachfolger Jesu werden und ihn lieben. Bist du in geistlicher Hinsicht eher jemand, der gibt, oder jemand, der nimmt? Wie bist du mit Jesus beteiligt an dem, was er im Leben anderer tut? Zeigst du Interesse an dem, was ihm wichtig ist, an seinen Anliegen in der Gemeinde und in der Welt?
- „Dieser dein Wuchs ist der Palme gleich (...)“ (Hohelied 7,8). Welche Eigenschaften von Palmen sollten auch in unserem Leben als Gläubige sichtbar sein? Wie kannst du in den Stürmen des Lebens wie eine Palme biegsam bleiben und stärker werden anstatt zu zerbrechen?
- Lies 2. Korinther 3,18. Was „schaust du an“, was nimmst du regelmäßig in deine Gedankenwelt und dein Herz auf? Wie wird deine Persönlichkeit durch diese Einflüsse geprägt, denen du dich aussetzt?