Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Nancy DeMoss Wolgemuth sagt: Eine göttliche, wachsende Ehe ist ein Bild für das Evangelium.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Ein Ehemann und eine Ehefrau lieben einander nicht wegen der Verdienste oder Leistungen des anderen, sondern aus der Quelle der Gnade und Liebe Gottes heraus. So geben sie der Welt, die keine Vorstellung davon hat, wie Gott wirklich ist, ein Bild von Gottes Liebe.
Lea: Hallo und willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth mit der 21. Folge der Reihe „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“.
Nancy: Vor einigen Jahren haben wir eine Lehrserie über das Hohelied ausgestrahlt. Sie trug den Titel „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“. Diese Sendereihe …
Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Nancy DeMoss Wolgemuth sagt: Eine göttliche, wachsende Ehe ist ein Bild für das Evangelium.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Ein Ehemann und eine Ehefrau lieben einander nicht wegen der Verdienste oder Leistungen des anderen, sondern aus der Quelle der Gnade und Liebe Gottes heraus. So geben sie der Welt, die keine Vorstellung davon hat, wie Gott wirklich ist, ein Bild von Gottes Liebe.
Lea: Hallo und willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth mit der 21. Folge der Reihe „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“.
Nancy: Vor einigen Jahren haben wir eine Lehrserie über das Hohelied ausgestrahlt. Sie trug den Titel „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“. Diese Sendereihe hat uns auf eindrückliche Weise die erstaunliche, verwandelnde Liebe gezeigt, die Jesus zu uns hat. Weil sie für die Vertiefung unserer Beziehung zu unserem Herrn so wichtig ist, haben wir diese Serie nun erneut ins Programm aufgenommen.
Es ist für mich persönlich etwas ganz Besonderes, diese Botschaften jetzt – als verheiratete Frau – noch einmal zu hören. Dabei wird mir bewusst, wie sehr mich das Studium des Hohelieds damals darauf vorbereitet hat, nun die Ehefrau von Robert zu sein. Was ich aus dem Buch Hohelied lernte, war weit besser als alles, was die Welt über romantische Liebe vermittelt – sei es durch Filme, Musik oder Bücher. Wenn wir diese Serie nun wieder herausbringen, werden wir sehen, wie diese biblische Liebesgeschichte ganz praktisch unser Leben prägen kann.
Heute unterbrechen wir unsere Reihe „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“ für eine Zwischenbetrachtung. Wir wollen das Hohelied einmal aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachten, nämlich im Hinblick auf das Thema einer vertrauten Beziehung in der Ehe. Ich möchte einige Prinzipien herausgreifen, die – wie ich finde – im Hohelied sehr deutlich sichtbar sind. Prinzipien, die entscheidend sind, wenn man Intimität und Einheit in der Ehe erleben möchte.
Eines dürfen wir dabei nicht vergessen: Das eigentliche Ziel einer christlichen Ehe ist, die Geschichte der Liebe Christi zu seiner Braut – und der Antwort der Braut, der Gemeinde auf ihren Bräutigam – zu erzählen.
Es spielt also eine Rolle, wo sich eure Ehe auf einer Skala von eins bis zehn befindet. Es spielt eine Rolle, wohin sich eure Ehe bewegt, wie sozusagen die Flugbahn ist. Aber es geht doch nicht einfach nur um dich und deinen Mann – darum, ob ihr es irgendwie schafft, zusammenzubleiben, bis die Kinder aus dem Haus sind, oder darum, ein bisschen oder sehr glücklich miteinander zu sein. All das ist letztlich zweitrangig.
Nun, in gewisser Hinsicht ist es wichtig: Wenn deine Ehe die ganze Zeit unglücklich ist, ist das eine Botschaft an die Welt, die das Evangelium nicht gerade attraktiv erscheinen lässt. Wenn wir über die große, himmlische Hochzeitsgeschichte nachdenken, kann deine Ehe in anderen Menschen aber auch die Sehnsucht wecken – kann sie hungrig und durstig danach machen – Gott kennenlernen zu wollen und Teil dieser wunderbaren Geschichte zu werden.
Ich möchte dort anknüpfen, wo wir das letzte Mal aufgehört haben. Wir sehen uns gerade einige Aspekte von Vertrautheit und Intimität in der Ehe an, die wir im Buch Hohelied finden. Während ich dieses Bibelstudium machte, folgte ich auf Facebook einem jungen Mann, er ist ein Sohn von Freunden von mir. Er ist ungefähr zwanzig Jahre alt. Er und eine junge Frau – ich nenne bewusst keine Namen, um da nicht in Probleme zu kommen – hatten gerade ihr erstes Date.
Sie hatten gewartet, sie mochten einander – doch wussten sie nicht, dass es auf Gegenseitigkeit beruhte. Das ging schon ein Jahr so. Der junge Mann hatte all die richtigen Wege eingeschlagen und war zu ihrem Vater gegangen und hatte mit ihm gesprochen. Ihr Vater ermutigte ihn, an dem Abend mit ihr auszugehen und ihr zu sagen, was er für sie empfand. Es war das allererste Date irgendwelcher Art – für beide. Es ist wirklich anrührend, diese Geschichte zu beobachten.
Ich weiß nicht einmal, ob das Date überhaupt schon vorüber war, als es auf Facebook gepostet wurde! Ich würde mich nicht wundern, wenn sie es noch im Restaurant gepostet haben! Er schrieb auf Facebook: „Ich bin seit gerade eben in einer Beziehung mit … (und dann nannte er ihren Namen). Ich habe ein Jahr darauf gewartet, ihr meine Liebe zu bekennen, und jetzt fühlt es sich so gut an, mit ihr gesprochen zu haben.“
Dieser junge Mann geht eigentlich sonst nicht so aus sich heraus; aber er konnte es kaum erwarten, der jungen Frau gegenüber auszudrücken, wie er für sie empfand. Und das hat mich an dieses ganze Thema erinnert, wie wichtig der Aspekt der Kommunikation in der Ehe ist.
Im Buch Hohelied wird das wunderschön illustriert, und ich möchte einfach ein paar dazu Gedanken dazu weitergeben – keine systematische Ausarbeitung, sondern lediglich ein paar Beobachtungen.
Man sieht, wie Braut und Bräutigam einander zuhören. Kommunikation besteht mindestens zur Hälfte aus Zuhören, nicht wahr? Zumindest sollte es so sein. Die beiden hören einander aufmerksam zu. Wir haben einige lange Reden angeschaut, wo einer dem anderen etwas mitteilt. Das setzt voraus, dass der andere wirklich zuhört. Ich weiß, dass viele Frauen frustriert sind, weil es ihnen so vorkommt, dass ihr Ehemann nicht kommuniziert. Aber ihr Lieben, speziell ihr Ehefrauen, es ist ein Fehler zu erwarten, dass Männer so wie Frauen kommunizieren. Wenn sie es täten, würde es uns nicht gefallen.
Du würdest jedoch staunen, was aus dem Herzen eines Mannes „geschöpft“ werden kann, wenn er weiß, dass seine Frau wirklich hören will, was er zu sagen hat, dass sie zuhören wird – und dass sie zuhören wird, ohne ihn zu unterbrechen… und ohne seine Ideen immer verbessern zu müssen…, wenn er weiß, dass seine Frau sich wirklich für seine Gedanken interessiert und sie respektiert. Dann wird er mehr zu sagen haben.
Es mag sein, dass er stiller ist als du – und das ist in Ordnung. Wahrscheinlich war es genau das, was dich am Anfang an ihm fasziniert hat. Ich erinnere mich an eine junge Frau, die während ihrer Verlobungszeit schwärmte: „Oh, er ist so wunderbar ruhig.“ Sechs Jahre später sagte sie frustriert: „Er kriegt den Mund einfach nicht auf!“ Was sie früher angezogen hatte, war mittlerweile zu einer Barriere zwischen ihnen geworden – vielleicht, weil sie nicht gelernt hatte, ihn aus der Reserve zu locken.
In Sprüche 20,5 heißt es: „Tiefes Wasser ist der Ratschluss im Herzen des Mannes, aber ein verständiger Mann [oder eine verständige Frau] schöpft ihn herauf“ (ELB).
Lerne Fragen zu stellen und dann wirklich zuzuhören, ohne zu reden. Beides gleichzeitig zu tun ist schwer, richtig? Vielleicht wirst du überrascht sein, welche Einsicht und Weisheit aus seinem Herzen geschöpft werden können.
Zuhören ist nur ein Teil der Kommunikation. Zu dem ganzen Thema der verbalen Kommunikation gehört noch weit mehr. Wenn ich das Hohelied unter diesem Aspekt betrachte, fällt mir auf, dass etwas überhaupt nicht vorkommt. (Ich konnte es im ganzen Buch nicht finden, obwohl ich es wirklich sehr, sehr oft gelesen habe.) Ich kann mich an kein einziges kritisches Wort erinnern, das zwischen der Braut und dem Bräutigam gefallen wäre.
Es gibt keine sarkastischen Worte, keine abfälligen Bemerkungen, keine Sticheleien. Diese Art zu reden, findet man dort einfach nicht, und hoffentlich ist diese Art zu reden auch in deiner Ehe nicht zu finden. Nun, angesichts dessen, wie wir als Menschen sind, wird es wahrscheinlich ein bisschen davon geben. Vielleicht möchtest du aber die Art, wie ihr in eurer Ehe redet, auf den Prüfstand stellen. Habt ihr in eurer Ehe vielleicht die falsche Art verbaler Kommunikation?
Im Hohelied ist die Kommunikation von Worten geprägt, die den anderen aufbauen. Sie sind positiv, kreativ (manchmal sehr kreativ), konkret und ehrlich. Es sind Worte, die von Liebe und Annahme gegenüber dem anderen zeugen. Und das Ergebnis? Braut und Bräutigam sind großzügig. Sie sind freigiebig mit ihren Worten der Bewunderung, Wertschätzung und Ermutigung.
Das Problem, wie ich es sehe, ist Folgendes: In der Phase des ersten Kennenlernens äußern viele solche Worte der Wertschätzung und Ermutigung. Damit tun sie genau das, wovor das Hohelied eigentlich warnt – sie „erwecken die Liebe, [bevor] es ihr gefällt“. Schon bei ihrer zweiten Verabredung – und jeder erfährt es auf Facebook oder sonst wo – sprechen sie mit großartigen Worten von dieser „wunderbaren“ Frau oder diesem „unglaublichen“ Mann. Und wenn sie dann verheiratet sind, hören sie auf, solche Dinge zu sagen. Dabei sollte es genau anders herum sein.
Ich erinnere mich an einen Ehemann, der mir vor Jahren erzählte, dass er versucht hatte, mit seiner Frau zu beten, als sie frisch verheiratet waren; aber sie hatte seine Art zu beten kritisiert. Seitdem hat er nie wieder mit ihr gebetet. Ich sage nicht, dass seine Reaktion richtig war, aber schau es an, was mit Männern passiert, wenn Frauen mit ihren Zungen verletzen, alles auseinandernehmen, kritisieren, kontrollieren und belehren – schau es dir einfach an – es lässt sie verstummen.
Und übrigens findet das nicht nur in der Ehe statt. Es passiert auch am Arbeitsplatz, und leider habe ich es auch schon ab und an gemacht. Ich habe die Auswirkungen gesehen, es greift die Männer in dem Raum einfach in ihrer Männlichkeit an. Doch niemand kann das so machtvoll tun wie die eigene Ehefrau – sowohl in negativer als auch in positiver Hinsicht.
Die Braut und der Bräutigam im Hohelied sind einander eng vertraut. Und das lehrt uns: Wenn du gut und effektiv kommunizieren willst, musst du es dir zur Aufgabe machen, deinen Mann sehr gut kennenzulernen. Du musst ihn studieren. Finde heraus, was ihm wichtig ist, was ihn segnet.
Wenn du über die verbale Kommunikation mit deinem Mann nachdenkst, stell dir doch einmal folgende Fragen: „Rede ich mit den Männern an meinem Arbeitsplatz respektvoller als mit meinem Ehemann?“ „Bin ich schneller dabei, meinem Pastor oder einem anderen Mann ein Kompliment zu machen oder ihn zu ermutigen, als meinem eigenen Mann?“
Ich weiß, dass manche von euch denken, wenn sie diese Kommunikation im Hohelied lesen: Mensch, ich würde alles dafür geben, wenn mein Mann mit mir reden würde! Du wünschst dir, solche Worte der Anerkennung zu hören. Aber warte nicht darauf – fang selbst damit an! Ich möchte dich sogar ermutigen – so wie ich es über die Jahre hinweg auf Frauenfreizeiten oder in Seminaren über das Hohelied getan habe – schreibe deinem Mann einen Brief.
Nimm dir bewusst Zeit dafür. Setz dich hin und beantworte schriftlich ein paar einfache Fragen, wenn du es vielleicht länger nicht getan hast: Was bewunderst du an deinem Mann, was schätzt du an ihm, wofür bist du dankbar…welche positiven Charaktereigenschaften siehst du an ihm… was liebst du an seinem äußeren Erscheinungsbild… woran erkennst du, dass er gut für euch sorgt – geistlich, emotional, aber auch ganz praktisch. Erstelle eine Liste der Dinge, die du an deinem Mann bewunderst, für die du ihn wertschätzt, liebst und ehrst.
Vielleicht denkst du im ersten Moment, dass deine Liste nicht besonders lang wird. Dass alles, was dir einfällt, locker auf eine Karteikarte passen würde. Dann nimm dir die Zeit, noch etwas länger darüber nachzudenken. Erinnere dich, was dich damals zu deinem Mann hingezogen hat und halte bewusst danach Ausschau, ob es Anzeichen davon auch heute noch gibt. Vielleicht sind diese Dinge, durch was auch immer er draußen im Leben erfahren hat, fast unscheinbar geworden. Es ist sogar möglich, dass du selbst – und das wäre sehr schmerzlich – mit deinen Worten oder deiner Haltung dazu beigetragen hast.
Aber Gott kann dir die Gnade schenken, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Er kann dir einen neuen „Tanzschritt“ zeigen: einen neuen Umgang miteinander, bei dem du Worte gebrauchst, die deinen Mann aufbauen. Es ist wichtig, ihm deine Anerkennung, deine Bewunderung und Ermutigung auszusprechen, aber auch, vor anderen gut über ihn zu reden. Das sehen wir ebenfalls im Hohelied.
Wir sehen, wie Braut und Bräutigam miteinander reden, aber sie erzählen auch anderen, wie wunderbar ihr Ehepartner ist. Das wird in Kapitel 5 deutlich. Die Braut hat die innere Nähe zu ihrem Bräutigam verloren. Da fragen die Töchter Jerusalems sie: „Was hat dein Geliebter einem [andern] Geliebten voraus? (...)“ (Hohelied 5,9 ELB).
Sie hält inne, denkt darüber nach und sagt: „[Lasst es mich euch sagen:] Mein Geliebter ist weiß und rot, hervorragend unter Zehntausenden“ (Vers 10 ELB). Dann beschreibt sie ihn – mit großer Liebe zum Detail: sein Haupt, sein Haar, seine Augen und seine Lippen, seine Hände und seine Arme, seinen Körper und seine Beine. Sie sagt den Töchtern Jerusalems, was sie an ihm bewundert. Was sie an ihm schön und anziehend findet.
Und während sie es vor ihnen ausspricht, stellt sie fest, dass ihre Liebe zu ihrem Bräutigam neu entfacht worden ist. Wenn du Belebe unsere Herzen schon länger kennst, hast du wahrscheinlich schon von der 30-tägigen Challenge Ermutige deinen Ehemann gehört. Die Challenge besteht aus zwei Teilen: Erstens geht es darum, in den nächsten 30 Tagen nichts Negatives über deinen Ehemann zu sagen, weder zu ihm noch zu einer anderen Person.
Für einige Frauen ist dafür fast eine „Persönlichkeits-Transplantation“ erforderlich, um das zu erfüllen; denn es ist so leicht, schlechte Gewohnheiten anzunehmen. Aber auch Witwen hören diesen Podcast, und sie würden vielleicht viel dafür geben, noch einmal 30 Tage mit ihrem Mann verbringen zu können, ohne etwas Negatives über ihn zu sagen. Wie gerne würden sie diese Möglichkeit noch einmal haben. Und als verheiratete Frau hast du sie! Nimm die Herausforderung an und stell dich in den nächsten dreißig Tagen dieser Challenge.
Und hier kommt der zweite, positive Teil für diejenigen von euch, die verheiratet sind: Zweitens: Sage in den kommenden 30 Tagen deinem Mann etwas, was du an ihm bewunderst oder schätzt, und teile dieses Lob auch einer anderen Person mit. Finde also jeden Tag etwas, das du an deinem Mann schätzt und bewunderst, und sage es ihm. Wenn du besonders mutig sein willst, erzähle auch jemand anderem, was du an deinem Mann schätzt. Und weißt du was? Vielleicht wird sich dein Mann gar nicht ändern. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass du dich verändern wirst, wenn du anfängst, ihn immer ermutigen und lieben zu wollen.
Ich möchte dir eine E-Mail vorlesen, die uns eine Frau sandte, nachdem sie diese Challenge gemacht hatte. Sie schrieb:
„Ich möchte euch wissen lassen, wie sehr sich meine Ehe durch die Challenge Ermutige deinen Ehemann verändert hat. Vor vier Monaten bekamen wir unser zweites Kind. Der Übergang zu zwei Kindern hat unsere Ehe echt herausgefordert.
Erst als ich mit dieser Challenge anfing, erwachte unsere Ehe wieder zu neuem Leben. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, all die Dinge zu sehen, die mein Mann bereits für mich und unsere Kinder tut, und nicht ständig auf das hinzuweisen, was er nicht oder noch nicht getan hat. Ich habe auch gelernt, wie wichtig es ist, einen Tonfall zu verwenden, der zum Gespräch einlädt statt zur Konfrontation.
Ich hatte keine Ahnung, wie schrecklich ich oft mit meinem Schatz gesprochen habe. Die Person, die ich am meisten liebe, war die, die ich am schlechtesten behandelte. Jetzt lerne ich gerade, wie man miteinander reden kann, ohne zu nörgeln, zu jammern oder laut zu werden und stattdessen aufrichtig, ehrlich und klar zu kommunizieren. Und es ist fast wie ein Wunder: Während ich versuche, meinen Mann zu ermutigen, wachsen wir mehr als ein Team zusammen.
Ich möchte ihm jetzt wirklich helfen und dienen, und auch er hilft und dient mir mehr als früher. Natürlich profitieren auch unsere Familien und unsere Kinder davon – auf eine Weise, die wir uns nie hätten vorstellen können. Selbst das Leben mit zwei Kindern kommt mir längst nicht mehr so chaotisch vor, wenn wir zusammenarbeiten.
All die Dinge, wegen denen ich ihn früher genervt habe und die in den letzten vier Monaten so oft Streit zwischen uns verursachten, sind heute entweder Dinge, die er von sich aus tut, oder Themen, über die wir in Ruhe sprechen können, ohne dass daraus gleich ein Streit entsteht. Ich frage mich, wie viel von der Anspannung und dem Stress in unserer Ehe eigentlich von mir ausgingen. Ich bin so dankbar, dass Gott mich auf diese Challenge aufmerksam gemacht hat.“
Das waren ein paar Gedanken zum Thema „Kommunikation in der Ehe“. Ich hoffe, du kannst einige Anregungen mitnehmen, um eine bessere Gesprächskultur in eurer Beziehung zu etablieren. Jetzt möchte ich noch ein oder zwei weitere Aspekte nennen, die dabei helfen können, Intimität in der Ehe zu pflegen.
Wir sehen auch das im Hohelied: Es geht um einen gemeinsamen Auftrag oder einen gemeinsamen Dienst. Intimität in der Ehe ist nicht nur für das private Glück eines Paares gedacht. Vielmehr soll sie dazu führen, dass Mann und Frau Seite an Seite anderen dienen. Darf ich fragen: Habt ihr eine gemeinsame Vision für eure Ehe? Gibt es einen Dienst, den Gott euch beiden aufs Herz gelegt hat?
Gott hat euch nicht ausschließlich dafür geschaffen, dass ihr euch aneinander freut und euer gesamtes Leben im Schlafzimmer verbringt. Er möchte euer Leben gebrauchen. Er möchte euch als Paar gebrauchen – auf eine Weise, die sich vielleicht von der Art, wie er euch als Einzelpersonen gebraucht hat, unterscheidet. Meine Eltern waren dafür ein wunderbares Beispiel.
Wenn ich von meinen Eltern spreche, könnte der Eindruck entstehen, dass sie perfekt waren. Das waren sie natürlich nicht. Aber eins haben sie außergewöhnlich gut gemacht: Sie haben gemeinsam dem Herrn gedient. Mein Vater war ein Geschäftsmann – er war sehr beschäftigt –, und doch hat Gott meine Eltern zusammen gebraucht, um Tausende von Menschen zum Glauben an Christus zu führen.
Ich werde jetzt nicht auf alle Details eingehen, aber sie setzten beide ihre Gaben ein. Sie begleiteten junge Gläubige und investierten in die Ehen anderer.
Sie erkannten, dass die Intimität in ihrer Ehe letztlich das Ziel hatte, anderen gemeinsam zu dienen.
Darin waren auch die sieben Kinder und zehn Enkelkinder eingeschlossen, die aus dieser Ehe hervorgingen. Auch das war ein gemeinsamer Auftrag – Kinder zu haben, inzwischen auch Enkelkinder, die aus dieser Verbindung stammen. Frag den Herrn, wie er deinen Mann und dich gemeinsam gebrauchen möchte.
Das heißt nicht, dass ihr eure Jobs kündigen und nach Simbabwe ziehen müsst – obwohl es das bedeuten könnte. Aber stellt euch einfach die Frage: „Wie kann Gott uns beide gebrauchen?“ Besonders, wenn die Kinder so langsam aus dem Haus sind. Fragt euch: „Wie können wir gemeinsam dem Herrn und anderen Menschen dienen?“
Und dann möchte ich noch einen weiteren Punkt erwähnen, bevor wir in der nächsten Folge dann auch auf weitere Aspekte von Intimität eingehen werden. Es geht um die Bedeutung der Beständigkeit. Auch das sehen wir bei Salomo im Hohelied, besonders am Ende von Kapitel 8.
Wir erkennen: Keine Macht der Welt kann wahre Liebe zerstören. Selbst wenn diese Liebe nicht erwidert wird. Manchmal hört man eine Frau sagen: „Ich liebe ihn einfach nicht mehr.“ Oder: „Die Liebe in unserer Ehe ist gestorben.“ Ich denke, was diese Frau damit eigentlich ausdrückt, ist: „Ich empfinde nicht mehr so wie früher für ihn.“
Tatsache ist: Wenn du deinen Mann jemals wirklich mit Gottes Liebe geliebt hast, dann wirst du ihn immer lieben. Wir werden im letzten Kapitel vom Hohelied sehen, dass wahre Liebe beständig ist. Sie ist unauslöschlich. Hohelied 8,7: „Große Wasser können die Liebe nicht auslöschen, und Ströme sie nicht ertränken.“
Ist die Liebe in deiner Ehe eher „nehmend“ gewesen, dann kannst du sie tatsächlich verlieren; aber ist es eine „gebende“ Liebe, dann kann nichts sie auslöschen. Durch Gottes Gnade und wegen der Liebe Christi, die durch dich zu anderen fließt, kannst du weiterhin lieben, auch wenn dein Mann dich nicht zurück liebt.
Eine Ehe von zwei gläubigen Menschen sollte eins der kraftvollsten Zeugnisse für eine verlorene Welt sein. Ein Zeugnis dafür, wie Gott ist und worum es in seinem Erlösungsplan geht. Es ist so, wie wir in dieser Serie immer wieder gesagt haben: Eine gottgefällige, wachsende Ehe – und ich spreche bewusst nicht von einer perfekten Ehe, die es in diesem Leben nicht gibt – eine solche Ehe soll der Welt das Evangelium präsentieren: die unverdiente Liebe, die Gott über sein Volk ausgießt. Er liebt uns nicht wegen unserer Verdienste und Leistungen – wir haben diese Liebe nicht verdient –, sondern nur aufgrund seiner Gnade.
Ein Ehemann und eine Ehefrau lieben einander nicht wegen der Leistungen oder Verdienste des anderen, sondern aus der Quelle der Gnade und Liebe Gottes heraus. So geben sie der Welt, die keine Vorstellung davon hat, wie Gott wirklich ist, ein Bild von Gottes Liebe.
Vor einigen Jahren erhielt ich einen Brief von einer Frau, die ein Jahr zuvor an einer Frauenfreizeit teilgenommen hatte, bei der ich über das Hohelied lehrte. Ein Jahr später also schrieb sie mir:
„Ich möchte dir für das Seminar danken, das du im letzten Jahr gehalten hast. Es hat mir wirklich geholfen, mich neu in Jesus und auch in meinen Mann zu verlieben.
Ich war damals eigentlich nur aus einem Grund bei dieser Freizeit dabei: Ich wollte weg, weg von meinem Mann und von den Kindern. Aber der Herr hatte etwas anderes vor: Am Freitagabend, als alle im Bett waren, bin ich rausgegangen und habe meinen Mann angerufen, und zwar einfach, um ihm zu sagen, dass ich ihn liebe und mich wieder auf Zuhause freue.
Dann folgte ich deinem Rat und habe ihm einen Liebesbrief geschrieben. Wieder zu Hause angekommen, gab ich ihm den Brief, zusammen mit dem Eheversprechen, das du uns mitgegeben hattest, und stell dir vor: Er hat beides bis heute aufgehoben. Unsere Beziehung ist enger geworden. Der Herr hat an ihm gearbeitet. Er hat mit dem Trinken aufgehört und kommt jetzt mit mir und den Kindern in die Gemeinde. Seine ganze Einstellung hat sich geändert. Er war sechs Wochen lang bei unserem Pastor in der Seelsorge.
[Und dann dieser letzte Satz – den ich einfach so bemerkenswert finde:] Der Herr musste zuerst mich verändern.
PS: Bitte bete für meinen Mann. Er ist noch nicht gerettet.“
Hier ist also eine gläubige Frau, verheiratet mit einem ungläubigen Mann – und ich vermute, auch unter unseren Zuhörerinnen sind manche in dieser Situation. Gott gebrauchte Wahrheiten über Intimität aus dem Hohelied, um zuerst das Herz der Frau zu verändern und zu erwecken, um ihre Liebe zu ihm und zu ihrem Mann zu beleben – und dann schließlich auch eine Veränderung im Herzen ihres Ehemannes zu bewirken.
Wenn du verheiratet bist – und auch, wenn nicht – hoffe ich, dass dir die Ehen in deinem Umfeld am Herzen liegen und du für sie betest. Ich möchte dich fragen: Welches Bild von Gott vermittelt deine Ehe der Welt? Du kannst nicht den Part deines Mannes in dieser Geschichte schreiben. Aber durch Gottes Gnade kann dein Leben diese Geschichte erzählen, unabhängig davon, ob dein Mann es tut oder nicht.
Lea: Nancy DeMoss Wolgemuth hat Ehen beschrieben, die Christus und die Gemeinde repräsentieren. Sie hat uns einige wichtige Wege gezeigt, wie wir dieses Bild leben können. Sie wird gleich wieder da sein, um noch mit uns zu beten.
Wir befinden uns in einem Studium über das Hohelied Salomos. Wir nehmen uns nun etwas Zeit, um zu sehen, wie sich das Hohelied auf die Ehe bezieht. Der größte Teil der Serie hat sich aber darauf konzentriert, dass du in deiner Beziehung zu Christus wächst. Wie der Titel schon sagt, geht es um Christus, den Geliebten unserer Seelen.
Wie kannst du in einer Welt, in der Reinheit nicht geschätzt wird, reine Entscheidungen treffen? Nächste Woche wird Nancy dir einige sehr praktische Möglichkeiten geben, um sexuelle Versuchungen zu vermeiden. Jetzt ist sie zurück und betet, dass unsere Ehen Christus und seine Gemeinde richtig widerspiegeln.
Nancy: Herr, ich möchte Dich für die Ehen der Frauen bitten, die gerade zuhören – Ehen, die sich in ganz unterschiedlichen Wachstumsphasen befinden. In manchen Ehen läuft es wirklich gut, in anderen ist es mühsam. Du weißt um alle Dinge. Und ich möchte in keinster Weise andeuten, dass die Dinge einfach sind oder dass es eine Formel gäbe, die alles lösen könnte. Aber ich weiß, Herr, dass Du dabei bist, eine Erlösungsgeschichte zu schreiben. Und so bete ich: Fahre fort, sie in jeder Ehe zu schreiben – größer, tiefer und schöner.
Ich bitte Dich, Ehefrauen zu ermutigen und auch Ehemänner, die vielleicht gerade zuhören. Ermutige sie, nicht aufzugeben, sondern sich bewusst auf den Weg zu machen – zu Dir hin und zueinander hin. Belebe ihre Herzen neu, dass sie Dich suchen, damit ihre Ehen der Welt die erstaunliche, unglaubliche Liebe vermitteln, die Du, Herr Jesus, für Deine Braut hast. Wir beten in Jesu Namen. Amen.
Belebe unsere Herzen mit Nancy ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
Jetzt wirds persönlich!
Tag 21 – Intimität in der Ehe pflegen 2: Die Wichtigkeit von Beständigkeit
- In dieser Folge hat Nancy die Bedeutung von Kommunikation in der Ehe hervorgehoben und gezeigt, wie das Hohelied diese Art von Kommunikation veranschaulicht, die Intimität fördert. Hörst du deinem Mann – oder anderen – wirklich aufmerksam zu? Wie kannst du die tiefsten Gedanken aus dem Herzen deines Mannes hervorschöpfen?
- Bauen deine Worte zu und über deinen Ehepartner die Beziehung auf, oder reißen sie sie nieder? Was müsstest du an deiner Kommunikation ändern, um tiefere Intimität in eurer Ehe zu fördern?
- Wie könnten diese Prinzipien der Kommunikation auch deine Beziehung zu Gott vertiefen?
- Habt ihr als Ehepaar ein gemeinsames Leitbild für eure Ehe? Wie könntet ihr – gerade in eurer jetzigen Lebensphase – dem Herrn gemeinsam dienen? (Und auch, wenn du alleinstehend bist, kannst du ein Leitbild für dein Leben haben! Frag Gott, wie er dich gerade jetzt, in dieser Zeit, gebrauchen will.)
- Wenn du verheiratet bist: Welches Bild von Gott vermittelt deine Ehe der Welt? Und wie könnte sie – unabhängig vom geistlichen Zustand deines Mannes – noch stärker die Gnade und treue Liebe Gottes widerspiegeln?
- Wenn du nicht verheiratet bist: Wie kann dein Leben Christus und das Evangelium widerspiegeln?