Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth erinnert uns heute an eine wichtige Wahrheit aus dem Hohelied.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Körperliche Intimität ist gut. Sie ist schön und heilig. Sie ist wunderbar. Sie ist von Gott geschaffen. Sie ist ein großes Geschenk.
Marie: Heute geht es darum, wie wir dieses gute Geschenk bewahren können.
Und damit herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Wie trifft man reine Entscheidungen in einer Welt, die Reinheit kaum noch ernst nimmt? Nancy wird uns dazu heute einige hilfreiche Prinzipien vorstellen.
Wir befinden uns mitten in der Serie „Der Geliebte meiner Seele – Jesus im Hohelied“. Der Schwerpunkt dieser Reihe liegt auf unserer Liebesbeziehung zu …
Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth erinnert uns heute an eine wichtige Wahrheit aus dem Hohelied.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Körperliche Intimität ist gut. Sie ist schön und heilig. Sie ist wunderbar. Sie ist von Gott geschaffen. Sie ist ein großes Geschenk.
Marie: Heute geht es darum, wie wir dieses gute Geschenk bewahren können.
Und damit herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Wie trifft man reine Entscheidungen in einer Welt, die Reinheit kaum noch ernst nimmt? Nancy wird uns dazu heute einige hilfreiche Prinzipien vorstellen.
Wir befinden uns mitten in der Serie „Der Geliebte meiner Seele – Jesus im Hohelied“. Der Schwerpunkt dieser Reihe liegt auf unserer Liebesbeziehung zu Jesus. Heute möchten wir aber nochmal gemeinsam entdecken, wie das Hohelied auch in unsere Ehen hinein spricht. Hier ist Nancy:
Nancy: Ein weiteres Prinzip, das wir im Hohelied finden, ist das der Exklusivität. Darauf werden wir später noch näher eingehen, wenn wir zum letzten Abschnitt vom Hohelied kommen, mit dem wir in der nächsten Folge beginnen werden. Doch schon jetzt wird deutlich: Die Ehe ist ein Bund der Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau. Sie ist kein Vertrag, den man brechen könnte, sondern ein Bund – ein Bund zwischen einem Mann und einer Frau, und sonst niemandem. Natürlich ist der Herr mit eingeschlossen, aber kein anderer Mensch kann rechtmäßig in diese Ehe eindringen.
Ehe ist ein Gelübde, ein Bund. Sie ist ein Versprechen, die tiefsten und kostbarsten Bereiche von Körper, Seele und Geist für den jeweils anderen zu reservieren – sich ausnahmslos füreinander zu bewahren, bis… „bis dass der Tod uns scheidet“. Andere Freundschaften müssen nicht exklusiv sein, sollten es vermutlich auch nicht. Doch es gibt einen Aspekt an der Ehe, der exklusiv sein muss.
Natürlich gibt es Bereiche der Ehe, die andere mit einschließen – ihr habt Beziehungen zu Freunden, zu anderen Paaren oder zu Menschen in der Gemeinde. Aber es gibt intime Bereiche von jedem einzelnen – im Bezug auf Körper, Seele und Geist –, die müssen dem jeweils anderen vorbehalten bleiben.
Das sehen wir im Hohelied. Braut und Bräutigam geben sich einander auf intimste Weise völlig hin. Um es ganz deutlich zu sagen: Sie gewähren keinem Außenstehenden Zutritt zu ihrem Schlafzimmer und ebenso wenig zu den verborgensten Bereichen ihrer Seele. Sie lassen sozusagen niemanden in das Schlafzimmer ihrer Seelen hinein.
All das kann in einer zerbrochenen Welt eine Versuchung sein. Doch wenn du die Intimität in deiner Ehe bewahren willst, dann braucht es diese Exklusivität. Ich möchte sogar so weit gehen zu sagen: Wenn du mit einem anderen Mann eine körperlich, emotional, geistig oder geistlich tiefere Beziehung hast als mit deinem Ehemann, dann begehst du Ehebruch.
Sicher, man könnte diesen Satz mit gewissen Einschränkungen relativieren. Aber mir geht es darum, dass du den Kern dieser Aussage verstehst. Vielleicht ist es kein körperlicher Ehebruch, wenn du auf emotionaler, gedanklicher oder geistlicher Ebene jemand anderem näher bist als deinem Mann. Doch diese Form von emotionalem, mentalem oder sogar geistlichem Ehebruch kann sehr schnell in körperlichen Ehebruch münden. Es ist ein Bruch der Einheit. Es ist, als würdest du jemand anders in das innerste Heiligtum einladen, in den heiligsten Bereich der Ehe. Aber genau dieser Ort muss geschützt werden. Da darf niemand sonst hinein. Und das kann man an vielen Stellen in der Schrift wiederfinden.
Vielleicht kennst du den Absatz in Sprüche 5, wo es heißt:
„Trinke Wasser aus deiner eigenen Zisterne und Ströme aus deinem eigenen Brunnen! Sollen sich deine Quellen auf die Straße ergießen, deine Wasserbäche auf die Plätze? Sie sollen dir allein gehören und keinem Fremden neben dir! Deine Quelle sei gesegnet, und freue dich an der Frau deiner Jugend!“ (Verse 15-18)
Man kann also Erfüllung und Glück finden, Quellen und Ströme, Freude und Segen – aber sie sind in der Vertrautheit zwischen dir und deinem Mann verortet. Der intime, heiligste Bereich eures Lebens und eurer Ehe ist ohne Ausnahme der Zweisamkeit vorbehalten.
Und da möchte ich überleiten zu einem weiteren Aspekt von Intimität – es ist die Reinheit. Im Hohelied findet man oft dieses Konzept. Die Reinheit in der Ehe ist ein Abbild der reinen Liebe Gottes zu uns. Denn was wäre Gottes Liebe, wenn nicht rein?
Darf ich daran erinnern, dass Reinheit in der Ehe schon vor der Eheschließung beginnt? Und an alle alleinstehenden, unverheirateten Frauen – besonders an die jüngeren unter euch –, die heute zuhören: Denkt schon jetzt an euren zukünftigen Ehemann. Eure Reinheit steht in direktem Zusammenhang mit einer zukünftigen Ehe.
Falls Gott irgendwann eine Ehe für dich vorgesehen hat, gibt es Wege, wie du – auch als alleinstehende Frau – deinem zukünftigen Ehemann Liebe und Respekt zeigen kannst. Selbst wenn du noch nicht weißt, wer er ist, kannst du ihn durch dein jetziges Verhalten ehren. Schütze deine künftige Beziehung, auch wenn du noch keine Ahnung hast, um wen es sich handelt. Behüte dein Herz. Bewahre es für ihn.
Ein zentraler Teil der Botschaft des Buches Hohelied ist die Aussage, die Liebe nicht zu erwecken, bis es ihr gefällt. Gib nicht etwas von dir preis, was für deinen Mann nach der Eheschließung bestimmt ist. Es gibt bestimmte Grenzen für das, was du in deinem Kopf, in deinen Gedanken und in deinen Erfahrungen zulässt. Und wenn du sie einmal überschritten hast, ist es sehr schwer, dieses verlorene Terrain wieder zurückzugewinnen.
Ich kenne viele alleinstehende, aber auch verheiratete Frauen, die in ihrer Zeit als Singles Entscheidungen getroffen haben, die bis heute bestimmte Bilder und Erfahrungen bei ihnen hinterlassen. Und genau diese Bilder machen es ihnen heute unglaublich schwer, eine gesunde, reine und heilige Ehe zu führen – wegen der Entscheidungen, die sie damals getroffen haben.
Nun muss Reinheit nicht nur vor der Ehe gepflegt werden, sondern sie muss auch in der Ehe bewahrt werden. Gerade, wenn wir verheiratet sind, müssen wir erkennen, wie wichtig es ist, wachsam zu sein – um unsere eigene Ehe und auch die Ehen anderer in Bezug auf Reinheit zu schützen.
(Vielleicht sollten wir irgendwann einmal eine ganze Serie zu diesem Thema machen.) Erst neulich habe ich mich gefragt, wie man in einer unreinen Welt, in einer hoch sexualisierten Welt, die alles dafür tut, Reinheit zu untergraben – wie man da rein bleiben kann.
Erst kürzlich erhielten wir eine E-Mail von einer jungen Frau. Ich habe sie gerade nicht vor mir, aber diese Frau schrieb sinngemäß: „Ich versuche so sehr, rein zu leben. Früher habe ich das nicht getan, aber jetzt habe ich es mir fest vorgenommen. Seit sieben Wochen lebe ich enthaltsam, aber es ist so schwer. Wie kann ich in dieser Welt rein bleiben?“
Als ich das las, dachte ich: Genau da stehen heute so viele Menschen. Und ja – es ist sehr, sehr schwer. Besonders, wenn man in der Vergangenheit der Unreinheit Tür und Tor geöffnet hat. Darum beschäftigt mich die Frage: Was könnte eine Strategie sein, die zum Sieg führt? Ich bin überzeugt, dass durch Christus Sieg möglich ist. Denn wenn das Evangelium uns keinen Sieg im moralischen Bereich unseres Lebens bringen kann, dann kann es überhaupt keinen Sieg bringen.
Ich würde gerne zehn Punkte einer Strategie für den Sieg mit dir durchgehen. Hier kommt Nummer eins.
Erstens: Entschließe dich in deinem Herzen, die Heiligkeit deines Eheversprechens – und auch das anderer – zu ehren. Entschließe dich dazu in deinem Herzen.
Wie ernst nimmst du die Heiligkeit und Unantastbarkeit deines eigenen Eheversprechens und die des Eheversprechens der Männer, mit denen du zusammenarbeitest? Oder der Männer, mit denen du bei Instagram oder anderen sozialen Medien kommunizierst? Wie ernst ist es dir mit der Heiligkeit dieser Gelübde?
Natürlich müssen sich Männer selbst vor Gott für ihre Treue verantworten. Aber auch wir sind vor Gott in der Pflicht für den Einfluss, den wir ausüben, damit unser Verhalten nicht für jemand anders ein Stolperstein wird und er deshalb seinem Eheversprechen nicht treu bleibt. Dafür tragen wir zumindest eine Teilverantwortung. Darum entschließe dich in deinem Herzen, dein eigenes Eheversprechen – und das anderer – zu ehren.
Zweitens: Erinnere dich daran, was das Sinn und Zweck von Ehe und Reinheit ist: Ehe und Reinheit sollen die Bündnis-haltende Liebe Gottes veranschaulichen. Halte dir das vor Augen – und erinnere dich daran, wem du gehörst. Dein Leben gehört nicht dir selbst, es gehört dem Herrn. Erinnere dich daran, besonders dann, wenn du in Versuchung kommst.
Drittens: Wenn du verheiratet bist, erfreue dich an dem Ehemann, den Gott dir gegeben hat. Für manche von euch mag das leicht sein. Für andere eher schwer. Bitte Gott, dir auf jeden Fall zu helfen, dich an deinem Mann zu erfreuen, den er dir anvertraut hat.
Vielleicht warst du noch nicht gläubig, als du geheiratet hast. Vielleicht hast du gegen den Rat deiner Eltern geheiratet. Du warst rebellisch, hattest eine unmoralische Beziehung und hast Gottes Willen nicht gesucht. Vielleicht denkst du heute, dass du den falschen Mann geheiratet hast. Aber Tatsache ist: Wenn du jetzt verheiratet bist, dann ist dieser Mann Gottes Wille für dich. Du bist in dieser Ehe, und sie ist Gottes Wille für dich. Also entscheide dich bewusst dafür, dich an dem Mann zu erfreuen, den Gott dir gegeben hat.
Viertens: Verlasse dich auf Gottes Gnade und auf die Kraft seines Geistes. Vertraue darauf, dass durch sie deine Bedürfnisse gestillt werden, die dein Mann nicht erfüllen kann. Denn dein Mann kann nicht alle deine Bedürfnisse erfüllen; und je schneller du ihn aus diesen Erwartungen entlässt, desto glücklicher wird eure Ehe wahrscheinlich sein. Vertraue auf Gottes Gnade und seinen Heiligen Geist. Gottes Gnade und sein Geist werden die tiefsten Bedürfnisse deines Herzens stillen und dich aus der Versuchung befreien. Verlasse dich ganz auf den Herrn … und stütze dich völlig auf seine Kraft.
Fünftens: Bitte Gott – wenn du verheiratet bist –, die Liebe zu deinem Mann neu zu entfachen. Vielleicht fühlst du dich gerade mehr zu dem Ehemann einer anderen Frau hingezogen. Zu einem alten Schulfreund, der plötzlich auf Instagram aufgetaucht ist – und auf einmal empfindest du da eine starke Anziehungskraft. Das kann daran liegen, dass du diese Anziehung genährt und gleichzeitig deine Ehebeziehung vernachlässigt hast. Was auch immer der Grund ist – bitte Gott, die Liebe zu deinem eigenen Mann neu zu entfachen. Und ich verspreche dir: Gott kann das tun, und er wird es tun, wenn du ihn lässt. Unabhängig davon, ob dein Mann sich ändert oder nicht – Gott kann dir übernatürliche Liebe für ihn schenken.
Sechstens: Vermeide unbedingt Situationen, die dich moralisch in Gefahr bringen könnten. Fliehe daraus. Soziale Netzwerke wie Instagram oder TikTok sind heute ein riesiger Auslöser für Ehescheidungen. Es gibt Zahlen darüber, und es ist erschreckend. Aber das eigentliche Problem sind nicht TikTok oder Instagram –
sondern das, was du dort machst.
Wenn du merkst, dass du in eine Situation gerätst, die moralisch gefährlich werden könnte – dann lauf weg! Geh nicht erst über Los. Sag nicht: „Damit komm ich schon klar. Das werde ich schon schaffen!“ Nein, das tust du nicht!
Du kannst nicht mit dem Feuer spielen und erwarten, dass du dich nicht verbrennst. Lauf! Vermeide alle Situationen, die dein Herz und deine Ehe gefährden könnten.
Beziehungen am Arbeitsplatz sind ein Nährboden für Unmoral. Werde nicht das „offene Ohr“ für die Eheprobleme eines Kollegen – ganz egal, wie traurig seine Lage auch sein mag. Natürlich ist es nicht egal; aber du bist nicht diejenige, die hier Anteil nehmen sollte. Leih ihm nicht dein Ohr; und teile auch du nicht deine Eheprobleme mit einem Mann, der nicht dein Ehemann ist. Wenn du biblischen Rat benötigst und mit einem Pastor oder mit einem Seelsorger sprechen möchtest, dann kümmere dich darum, dass eine andere reife Frau mit dir im Raum ist – zum Beispiel die Frau des Seelsorgers; denn du willst ja nicht, während du versuchst, deine Probleme zu lösen, gleichzeitig die Ehe eines anderen gefährden. Vermeide also Situationen, die dich moralisch in Gefahr bringen könnten.
Siebtens: Lehne alles ab, was unreine Begierden in dir befeuern könnte. Was wir in unsere Gedankenwelt hineinlassen, ist von entscheidender Bedeutung. Und die Möglichkeiten zur Unreinheit sind heute enorm – durch Filme, Serien, Magazine oder auch Liebesromane. Deshalb rate ich dir: Lehne ab, was unreine Wünsche in dir befeuern könnte. Die Bibel sagt in 1. Korinther 6,18: „Flieht die Unzucht!“. Also lauf von ihr weg!
Nummer Acht: Isoliere dich nicht. Widerstehe der Versuchung, dich zurückzuziehen. Gerade, wenn du in Versuchung bist – wenn du in einer schwierigen Ehe oder in einer verfänglichen Situation bist. Denn die Macht der Sünde wird durch Heimlichkeit nur noch gestärkt. Deshalb brauchen wir andere Gläubige, denen wir nichts vormachen – solche Menschen, die uns herausfordern und uns unangenehme Fragen stellen dürfen, Menschen, denen wir nichts vormachen. Sie können uns ermutigen, sie können uns helfen, zur Rechenschaft ziehen. Widerstehe der Versuchung, dich zurückzuziehen – auch wenn dir überhaupt nicht danach ist.
Und dann Neuntens: Präge dir die Folgen sexueller Sünde bewusst ein. Mögliche Folgen sexueller Sünden sind:
- Sexuelle Sünde frisst die Seele auf.
- Sie beschmutzt die Ehe.
- Sie entstellt das Bild der Erlösung.
- Sie ist zerstörerisch.
- Sie ist tödlich.
Mache dir eine Liste mit den möglichen Folgen sexueller Sünde. Bewahre sie griffbereit bei dir auf und präge dir die Punkte ein, besonders dann, wenn du in diesem Bereich angefochten bist.
Und Zehntens: Erinnere dich immer wieder an die Segnungen treuer Liebe – an den Segen, der daraus fließt, wenn man einen Bund treu einhält. Erinnere dich, wie treue Liebe deine Ehe und deine Kinder segnen wird… und was für ein Segen treue Liebe für dein Gewissen ist, für deine Zukunft. Vielleicht magst du dir ein paar dieser Segnungen notieren.
Nun möchte ich zum Abschluss dieser Einheit noch auf das Thema Körperliche Intimität im Buch Hohelied zu sprechen kommen. Sicherlich haben andere schon tiefgehender darüber geschrieben und gelehrt, als ich es kann. Ich möchte jedoch einige grundlegende Prinzipien aus dem Text herausgreifen. Für mich ist die wohl größte und offensichtlichste Erkenntnis aus dem Buch Hohelied diese: Körperliche Intimität ist gut. Sie ist schön. Sie ist heilig und wunderbar.
Und ich denke, das ist eine hilfreiche Erinnerung – besonders für diejenigen unter euch, die Töchter haben oder jüngere gläubige Frauen begleiten, die mit Gottes Wegen noch nicht so vertraut sind. Körperliche Intimität ist heilig. Sie ist von Gott geschaffen. Sie ist ein großes Geschenk und dazu bestimmt, innerhalb des Ehebundes voller Freude genossen zu werden.
In christlichen Kreisen hört man heute oft von Grenzen und Verboten, wenn es um Sexualität geht. Und manchmal ist es so leicht, den Blick nur auf das zu richten, was verboten ist, statt auf das, was gut ist. Es ist ein bisschen wie damals im Garten Eden. Was hat Satan da getan? Er lenkte den Blick auf das eine „Zutritt verboten“-Schild. Dabei hatte Gott einen ganzen Garten geschaffen, an dem sie sich erfreuen konnten. Ich glaube, unsere jüngeren Frauen müssen wissen, dass Sex etwas Wunderbares, was Gutes und Heiliges ist.
Übrigens: Die Sprache, die das Hohelied für körperliche Intimität verwendet, ist schön und angemessen – und nicht vulgär. Unsere Kultur hingegen hat das Thema Sexualität durch die Art, wie darüber gesprochen wird, und durch den Rahmen, in dem dies geschieht, herabgesetzt und billig gemacht. Da sitzen Frauen zusammen und reden … und auch Männer. Nun, ich weiß nicht, was sie sagen. Aber ich weiß, dass es nicht angebracht ist, intime Details deiner Ehe beim Kaffeetrinken mit Freundinnen zu besprechen. Das ist nicht angemessen. Entweihe dieses schöne Geschenk der Sexualität nicht. Mach es nicht billig.
Nun, mir ist bewusst: Wenn ich sage, dass körperliche Intimität wunderbar ist, dann können manche innerlich da nicht mitgehen. Für sie ist das ein schwieriges Terrain.
Denn wir leben in einer Zeit, in der wir uns sehr weit von Gottes ursprünglicher Idee von Sexualität entfernt haben. Sie wurde oft so verdreht und missbraucht, dass sie für viele ihre Schönheit verloren hat.
Vielleicht hörst du gerade zu und fühlst dich schuldig, weil du in der Vergangenheit Entscheidungen getroffen hast, durch die dieses gute Geschenk – durch unerlaubte sexuelle Beziehungen – missbraucht und entheiligt wurde. Doch gerade da greift die Botschaft des Evangeliums. Gottes Gnade ist für dich da. Es gibt Vergebung und Reinigung. Es gibt eine wiederhergestellte Reinheit durch Buße und Umkehr. Ist das nicht eine gute Nachricht?
Vielleicht empfindest du, während ich rede, nicht Schuldgefühle, sondern Schmerz.
Eine Freundin erzählte mir neulich von einer Frau, die zu ihr gesagt hatte: „Ich kann das Buch Hohelied nicht lesen. Es ruft zerstörerische, schmerzhafte Bilder in mir hervor – Erinnerungen an Dinge, die ich erlebt habe.“ Wenn das deine Realität ist, dann möchte ich dir sagen: Auch für dich gilt die Botschaft des Evangeliums.
Gott hat Gnade für dich. Seine Gnade ist für dich da, ganz gleich, ob du nun in Schuld oder im Schmerz gefangen bist. Gott kann seine Gnade walten lassen und Emotionen heilen, die zutiefst verwundet wurden, zum Beispiel durch das, was dir als Kind angetan wurde. Manchmal meint man, keine einzige weitere schreckliche Geschichte mehr hören zu können. Erst letzte Woche habe ich wieder eine solche Geschichte gehört und gedacht: Wie können Menschen nur mit so viel Schmerz und Ungerechtigkeit leben?
Ich kann das alles nicht erklären, aber ich weiß: Gott schenkt Gnade. Gnade zur Heilung. Gnade zur Vergebung. Gnade zur Wiederherstellung. Was immer du brauchst, um in diesem ganzen Bereich der körperlichen Intimität wieder gesund denken und leben zu können, das kann dir Gott in seiner Gnade schenken.
Körperliche Intimität ist ein Geschenk Gottes – ein Geschenk, das dazu bestimmt ist, geöffnet und mit Freude empfangen zu werden. Aber es gibt eine klare Einschränkung: Sie gehört ohne Ausnahme in den Bund der Ehe. Deshalb ist es so wichtig, andere nicht zu täuschen oder Erwartungen zu wecken, die nicht auf rechtschaffene Weise erfüllt werden können. Solange du also nicht verheiratet bist, solange du noch nicht in diesem heiligen Ehebund bist – nur zusammenzuleben ist nicht dasselbe –, solange entspricht es nicht Gottes Willen, körperliche Intimität auszuleben. Sex wird außerhalb dieses Bundes niemals das gute Geschenk sein können, das es nach Gottes Gedanken sein sollte. Innerhalb der Ehe dagegen kann körperliche Intimität alles sein, was du dir erhofft hast – und sogar noch mehr. Das zeigt uns das Hohelied.
Und während ich das sage, ist mir bewusst, wie wichtig das ganze Thema der Täuschung, der Abwertung, ist. Wie schnell und gedankenlos wird heute über Sexualität gesprochen – in den sozialen Medien und überall. Da findet man so wenig Zurückhaltung, so wenig Diskretion. Und ich bemühe mich selbst auch, hier in meinen Worten diskret und zurückhaltend zu sein. Denn genau das ist entscheidend: Manche Gespräche, manche Erfahrungen gehören ausnahmslos in die Beziehung zwischen dir und deinen Ehepartner. Dieser Unterschied ist es, der körperliche Intimität heilig und gut macht.
Denke immer daran: Der Sinn körperlicher Intimität besteht nicht primär darin, selbst Erfüllung zu finden, sondern der Sinn ist, dem anderen Freude zu bereiten. Wenn du das im Blick behältst, denke ich, wird das hilfreich sein. Wir sehen das alles im Buch Hohelied.
Und noch etwas: Die körperliche Nähe in eurer Ehe wird wahrscheinlich nicht größer sein als die Verbundenheit in anderen Bereichen in eurer Beziehung. Wenn es in diesem Bereich Schwierigkeiten gibt – abgesehen von medizinischen oder organischen Ursachen –, dann liegt das oft an ungelösten Problemen in anderen Gebieten der Ehe.
Vielleicht brauchst du seelsorgerliche Hilfe, um mit diesen Problemen umzugehen. Scheue dich nicht, eine reife Frau im Glauben zu fragen: „Würdest du mir bitte helfen, diese Themen anzugehen?“ Nicht auf eine Weise, die deinen Mann herabsetzt, sondern so, dass er versteht, dass es dir darum geht, dass eure Ehe so wird, wie Gott sie gedacht hat.
Ich möchte noch einmal betonen: Es ist mir bewusst, dass du dich möglicherweise in einer sehr schwierigen Ehe befindest. Darf ich dich an etwas erinnern? Deine Ehe ist zeitlich. Sie ist vorübergehend. Sie gilt nur für dieses Leben. Sie ist ein Geschenk. Sie ist eine Berufung. Ein Auftrag. Ein Werkzeug der Heiligung. Es gibt so viel Wunderbares über den Sinn der Ehe zu sagen, aber sie ist vorübergehend.
Denk an das große Ganze. Verwirke nicht ewigen Segen, um ein kurzes Vergnügen zu haben oder um für eine Zeitlang deinem Schmerz zu entkommen.
Der Feind wird versuchen, dich zu verführen. Er wird dir einflüstern, aus deiner Ehe auszubrechen, weil sie so schwierig und schmerzhaft ist. Vielleicht denkst du: Ich sehe keine Chance, dass sich in dieser Ehe etwas ändert. Aber weißt du, selbst wenn du keine Hoffnung hast – selbst wenn es nie besser würde –, dann ist es doch so: Die Ehe ist zeitlich. Sie ist vorübergehend. Die ganze Ewigkeit liegt vor dir.
Ich sage das nicht, weil ich glaube, dass alles hoffnungslos ist. Aber selbst wenn du so empfindest und sich niemals etwas zum Guten verändern würde, dann denke daran: Das Leben ist kurz. Diese Ehe ist irdisch. Lass dich deshalb nicht von der Lüge des Feindes verführen, die da lautet: „Du findest Linderung für deinen Schmerz in einem Liebesroman… oder in einem bestimmten Film… oder in diesem einfühlsamen Mann auf der Arbeit.“ Nein. Verwirke nicht ewigen Segen wegen eines kurzen Vergnügens oder wegen vorübergehender Befreiung von diesem Schmerz.
Halte Ausschau nach der Geschichte, die Gott auf dem Hintergrund der Schwierigkeiten in deiner Ehe schreibt. Halte Ausschau danach, wie Gott dein Leben gebrauchen möchte, um seine Bündnis-haltende Liebe sichtbar zu machen. Gott liebt so eine große Menge Menschen, die nicht treu sind, die ihren Bund nicht halten, die nicht heilig sind... Menschen wie du und ich. Und wenn du jemanden liebst, der diese Liebe vielleicht nicht verdient oder ihrer nicht würdig ist, wenn du Gott diese Person durch dich lieben lässt, wenn du dir von Gott in dieser schwierigen Situation Ausdauer schenken lässt, dann machst du seine Liebe, Gottes Liebe, sichtbar. Du wirst eine ganze Ewigkeit Zeit haben – auch wenn du das heute noch nicht erlebst – die Frucht deiner Treue zu genießen.
Marie: Nancy DeMoss Wolgemuth hatte heute zwei zentrale Botschaften für uns: Erstens: Intimität in der Ehe ist etwas Wunderbares – ein Geschenk von Gott. Und zweitens: Weil sie so wertvoll ist, sollten wir sie bewahren und ausschließlich in der Ehe leben.
Wie trifft man reine Entscheidungen in einer Welt, die Reinheit nicht unterstützt? Nancy hat heute zehn einfache, aber hilfreiche Ideen mit uns geteilt. Und du kannst alle zehn auf unserer Webseite im Transkript zur heutigen Sendung nachlesen. Im Downloadbereich kannst du dann auch gleich die Broschüre zur heutigen Sendung herunterladen und die tiefgehenden Fragen durchgehen. Sie sollen dir helfen, die Botschaften nicht nur zu hören, sondern sie als Wahrheiten in deinem Leben umzusetzen.
Wenn du mit Herausforderungen und Schwierigkeiten konfrontiert bist – auf wen verlässt du dich? Wo suchst du Halt? Die Antwort darauf sagt viel über dein Herz aus. Nancy zeigt dir das nächste Mal, wie du in jeder Lebenslage auf den Herrn vertrauen kannst. Also sei wieder dabei.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
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Jetzt wird’s persönlich!
Tag 22 - Stärkung der Intimität in der Ehe 3: Eine Strategie für den Sieg
- In dieser Einheit hat Nancy die Bedeutung der Reinheit in der Ehe betont und einen Weg zum Sieg in diesem Bereich aufgezeigt. Spricht der Herr dich auf moralische Unreinheit auf einem oder mehreren Gebieten an? Dabei ist es unerheblich, ob du verheiratet bist oder nicht.
- Gibt es etwas in deinem Leben, das du loslassen musst, um eine exklusive Beziehung zu deinem Mann oder zum Herrn zu haben?
- Wenn du verheiratet bist: Wie könntest du deinem Mann deine Zuneigung auf eine neue Weise zeigen?
- Ob verheiratet oder ledig: Wie könntest du deinem himmlischen Bräutigam deine Zuneigung auf eine neue Weise zeigen?
- Betrachtest du körperliche Intimität im Rahmen einer Ehe als etwas Gutes, Schönes und Heiliges? Wenn nicht – was hat deine Sicht darauf geprägt?
- Wie sollte die Wahrheit, dass körperliche Intimität ein Geschenk Gottes für die Ehe ist, deine Sicht auf Sexualität beeinflussen?
- Unabhängig davon, ob du verheiratet bist oder nicht: Welche Konsequenzen hat es für dich, dass die Ehe ein zeitlich begrenztes Geschenk ist, das nur für dieses Leben gilt?