Weiterführendes Material zu dieser Folge
Vertiefe dieses Studium/Profitiere noch mehr von diesem Kurs/dieser Bibelarbeit. Denke über die Fragen nach, die du unter der Überschrift „Jetzt wird’s persönlich“ am Ende dieses Textes findest.
Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth sagt: Weil Christus am Kreuz gestorben ist, sieht er seine Braut jetzt als schön an.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Er sieht uns nicht so, wie wir gerade sind, sondern so, wie wir einmal vor ihm stehen werden – heilig, rein, untadelig. Und mit diesem Bild vor Augen sagt er zu uns: „Siehe, du bist schön, meine Freundin“.
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Wir setzen fort in unserer aktuellen Podcast-Reihe „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“.
Nancy: Wenn du diese Reihe bisher mitverfolgt hast, dann weißt du, dass wir uns Zeit nehmen, um ins Buch Hohelied einzusteigen und …
Weiterführendes Material zu dieser Folge
Vertiefe dieses Studium/Profitiere noch mehr von diesem Kurs/dieser Bibelarbeit. Denke über die Fragen nach, die du unter der Überschrift „Jetzt wird’s persönlich“ am Ende dieses Textes findest.
Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth sagt: Weil Christus am Kreuz gestorben ist, sieht er seine Braut jetzt als schön an.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Er sieht uns nicht so, wie wir gerade sind, sondern so, wie wir einmal vor ihm stehen werden – heilig, rein, untadelig. Und mit diesem Bild vor Augen sagt er zu uns: „Siehe, du bist schön, meine Freundin“.
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Wir setzen fort in unserer aktuellen Podcast-Reihe „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“.
Nancy: Wenn du diese Reihe bisher mitverfolgt hast, dann weißt du, dass wir uns Zeit nehmen, um ins Buch Hohelied einzusteigen und es Schritt für Schritt zu erforschen. Ich nenne es gerne das Lied der Lieder. Es ist ein Liebeslied, ein Lied über Ehe, Romantik und Intimität ohne Zweifel. Aber im Kern ist es ein Lied über einen Gott, der sein Volk leidenschaftlich und vollkommen und mit Ausdauer liebt.
Es ist ein erstaunliches Lied über die Liebe Gottes zu seinem Volk und über die Liebe Christi zu seiner Braut. Und diese Braut ist die Gemeinde. Wenn du eine Nachfolgerin Christi bist, wenn du zu ihm gehörst, dann bist du Teil dieser Braut. Und dann gilt dieses Liebeslied auch dir.
Wir gehen nicht schnell durch diesen Text, wie ich sagte. Heute ist der sechste Tag, und wir sind gerade erst einmal bei Kapitel 1,9 angekommen. Wir werden bald etwas an Tempo zulegen, aber ich möchte einfach, dass wir gemeinsam genießen, was wir sehen und hören.
In Kapitel 1,9 drückt der Bräutigam aus, wie sehr er sich an seiner Braut erfreut. Er nennt sie „meine Freundin“, und das ist hier das erste von insgesamt neun Malen, wo diese Anrede im Buch vorkommt. „Meine Freundin“. Dieses Wort könnte man auch übersetzen mit „mein Liebling, mein Schatz, meine Liebste, meine Gefährtin“.
Übrigens – Hast du einen Kosenamen für deinen Mann oder hat er einen für dich? Gibt es Namen, die ihr nur füreinander benutzt? Ich meine natürlich einen netten Namen! Denke doch einmal darüber nach, wenn wir durch dieses Buch gehen, wie sie ihn „mein Geliebter“ und er sie „meine Freundin“ nennt. Das sind Ausdrücke, die sie füreinander reserviert haben, und ich denke, das sagt etwas darüber aus, wie man Intimität in der Ehe fördern und pflegen kann: Wie schön ist es, wenn es spezielle Ausdrücke gibt – zärtliche Worte, die nur füreinander reserviert sind.
Nun, in diesem Abschnitt drückt Salomo seine Bewunderung für seine Braut aus, und er benutzt einen Vergleich, der uns im 21. Jahrhundert bestimmt etwas seltsam vorkommt. In Vers 9 sagt er: „Einer Stute am Wagen des Pharao vergleiche ich dich, meine Freundin!“ Mein Pferd. Mein Lieblingspferd. Du würdest das wahrscheinlich nicht als ein Kompliment auffassen, wenn dein Mann so etwas zu dir sagen würde, aber es ist tatsächlich ein großes Kompliment.
In 2. Chronik 1 lesen wir, dass Salomo Pferde aus Ägypten importierte. Das waren erstklassige Pferde, die man vor die Prachtwagen des Pharao spannte. Es waren Vollblüter von einer besonderen Rasse. Die Pferde waren sehr schön und teuer. Sie wurden von ihren Besitzern als etwas sehr Wertvolles angesehen. Und der König, sei es der Pharao oder Salomo, hatte große Freude an diesen Pferden. Tatsächlich wurden sie zu Gefährten des Königs oder des Pharaos. Sie waren für den Kampf ausgebildet. Es waren mächtige, kräftige, majestätische, schöne Geschöpfe. Dieser Bräutigam macht also seiner Braut ein Kompliment. Er sagt: „Du bist wie etwas, das ich wirklich sehr, sehr liebe und bewundere und schön finde.“
Diese edlen, preisgekrönten Pferde, diese Spitzenpferde trugen an Kopf und Hals kostbare Schmuckstücke. Darauf bezieht sich Salomo in Vers 10 und 11, wenn er sagt: „Deine Wangen sind lieblich in den Kettchen, dein Hals in den Perlenschnüren! Wir wollen dir goldene Kettchen machen mit silbernen Punkten.“ Hier wird deutlich, dass die Ornamente, die die Braut schmücken, von ihm kommen. Sie hat sie nicht mit in die Ehe gebracht. Er sagt: „Ich werde diesen Schmuck für dich herstellen und ihn dir schenken.“
Woher kommt unser Schmuck in unserem Leben mit dem Herrn? Woher kommt unsere Schönheit und unsere Zierde? Christus bewirkt sie in uns, er schenkt sie uns. Er ist es, der sein Volk mit christlichen Tugenden schmückt – mit den Charaktereigenschaften, die von ihm selbst kommen, wie der Frucht des Geistes: Liebe, Freude, Frieden, Gedu-u-u-ld. Diesen Schmuck bringen wir nicht mit in die Ehe, oder? Aber er bewirkt ihn in uns und schenkt ihn uns.
Ich denke dabei an Kolosser 3, ab Vers 12, wo es heißt:
„So zieht nun an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut; ertragt einander und vergebt einander, wenn einer gegen den anderen zu klagen hat; gleichwie Christus euch vergeben hat, so auch ihr. Und über dies alles [über all diese Schmuckstücke hinaus] [zieht] die Liebe [an], die das Band der Vollkommenheit ist (Verse 12-14)“. Sie verbindet alles in perfekter Harmonie.
Wir sollen diese Dinge anziehen. Aber woher bekommen wir sie? Wir erhalten sie von Christus, es sind seine Eigenschaften.
Dasselbe Konzept finden wir auch in 1. Petrus 3, wo sich das Wort speziell an Frauen richtet
„Ihr sollt nicht durch äußerlichen Schmuck wirken wollen, durch aufwendige Frisuren, durch Gold oder prächtige Kleider.“ [Die Welt sagt uns, dass das unser Fokus sein soll. Aber das soll er nicht sein, das ist nur äußere, vergängliche Schönheit.] Petrus sagt: „Gott schätzt besonders den Schmuck, den man nicht sieht, der aber von unvergänglicher Schönheit ist: Freundlichkeit und ein friedfertiges Wesen.“ (NEÜ). Dieser Schmuck eines sanften und stillen Geistes ist vor Gott sehr kostbar“ (Verse 3-4).
Bist du mit einem sanften und stillen Geist auf die Welt gekommen? Hast du in der letzten Woche mal gedacht: „Oh, das war aber nicht dieser sanfte und stille Geist!“? Ich auf jeden Fall. Wo bekommen wir ihn her? Salomo sagt: „Wir wollen dir goldene Kettchen machen mit silbernen Punkten!“ Kostbare, unbezahlbare, wertvolle Schmuckstücke, die er für uns anfertigt und uns schenkt. Wir haben sie nicht von Natur aus. Wir können sie nicht selbst herstellen. Sie sind das Werk und die Gabe Christi, die er uns geschenkt hat und durch seine Gnade in uns hervorbringt.
In Vers 12 erwidert nun die Braut. „Solange der König an seiner Tafel war, gab meine Narde ihren Duft.“ Das Wort „Tafel“ kann auch mit „Couch“ übersetzt werden, beides ist möglich. Es könnte sein, dass dieses Bild eine Szene beschreibt, wo die beiden allein sind. Vielleicht sitzen sie an einem Tisch oder auf einer Couch. Es könnte auch ein königliches Bankett andeuten, bei dem man sich auf Liegen niederließ. Wir wissen aus 1. Könige, dass Salomos Tafel ein Ort überfließender, verschwenderischer Fülle war – es war ein königlicher Palast, ein üppig gedeckter Tisch.
Wir wissen aus Psalm 23, dass unser Hirtenkönig, Christus, einen Tisch für uns vorbereitet hat. Er lädt uns an seinen Tisch ein. Er sagt in Offenbarung 3,20, dass er Gemeinschaft mit uns haben möchte. Aber wir müssen ihm die Tür öffnen, damit er hereinkommen und solche Gemeinschaft mit uns haben kann.
Hier sehen wir also die Braut in Gemeinschaft mit dem König, mit ihrem Geliebten. Sie genießen jeweils jeder die Nähe des anderen. Bei der Szene denkt man einfach an eine enge Verbindung und Vertrautheit. „Solange der König an seiner Tafel war, gab meine Narde ihren Duft.“ Hier kommt wieder das Wort Duft vor, das, wie ich sagte, eines der Hauptmotive im Hohelied ist. Duft.
Der Duft seiner Salben wurde schon in Vers 2 erwähnt. Und nun sagt sie: „Solange der König an seiner Tafel war, gab meine Narde ihren Duft. Mein Geliebter ist mir ein Myrrhenbüschel, das zwischen meinen Brüsten ruht. Mein Geliebter ist mir wie ein Büschel der Cyperblume in den Weinbergen von En–Gedi!“. Und hier kommen wir nun zu den drei wohlriechenden Gewürzen: Narde, Myrrhe und Henna.
Zuerst Narde. Das war ein seltenes, kostbares Parfüm mit einem exotischen Duft. Wo kommt Narde in der Schrift noch vor? In Johannes 12, dort heißt es von Maria, der Schwester von Martha und Lazarus – sie waren alle drei enge Freunde Jesu –: „Da nahm Maria ein Pfund echten, köstlichen Nardensalböls, salbte Jesus die Füße und trocknete seine Füße mit ihren Haaren; das Haus aber wurde erfüllt vom Geruch des Salböls (Vers 3)“.
Bei ihr war es ein Ausdruck der Liebe und Anbetung. Wenn man diese Textstellen zusammennimmt, wird deutlich: Wenn wir mit ihm Gemeinschaft haben – zu seinen Füßen, an seinem Tisch, in seiner Gegenwart –, werden unsere Herzen belebt, und der süße Duft von Lob und Anbetung steigt aus unserem Innersten zu ihm auf.
In Vers 2 sprach die Braut von dem Duft seiner Salben. Woher hatte sie diesen Duft? Er kam von ihm. „Dein Name ist wie ausgegossenes Salböl.“ Er salbt sie, damit sie ihn salben kann. Darauf kommt es in der Beziehung zu Christus an. Und das ist auch das Herzstück einer gesunden, Gott wohlgefälligen Ehe – einer segnet den anderen. Aber in diesem Fall beginnt es bei ihm.
In Vers 13 sagt die Braut: „Mein Geliebter ist mir ein Myrrhenbüschel“. Das ist das erste Mal, dass sie diese Anrede für ihn verwendet, und der Ausdruck kommt 24-mal (ESV) in acht Kapiteln des Hohelieds vor. „Er ist mein Geliebter; und ein Myrrhenbüschel“, sagt sie, „ist mein Geliebter für mich“. Das ist die erste von acht Stellen (ESV), in denen im Buch Hohelied Myrrhe erwähnt wird. Es ist also ein wichtiger Duft.
Auch hier handelt es sich um ein seltenes, kostbares und wohlriechendes Parfüm. Myrrhe war ein Bestandteil des heiligen Salböls, das in der Stiftshütte verwendet wurde. Myrrhe kam im Zusammenhang mit der Geburt Jesu vor. Erinnerst du dich? Die Weisen brachten ihm Myrrhe und Weihrauch – wohlriechende Düfte. Myrrhe wird auch beim Tod Christi erwähnt. Myrrhe war nicht nur eine duftende Substanz, sondern wurde auch als Schmerzmittel verwendet. Man gab Jesus am Kreuz Myrrhe, aber er lehnte alles ab, was seinen Schmerz lindern würde, damit er unser Heiler werden konnte. Das zeigt seine aufopfernde, leidende Liebe.
Und so sagt sie: „Mein Geliebter ist mir ein Myrrhenbüschel, das zwischen meinen Brüsten ruht“. Das ist ein Bild, das man damals dort in der Gegend sofort verstand: Man legte Myrrhe in fester Form in ein kleines Säckchen und trug dies nachts um den Hals, damit der Duft einen beim Schlafen erfrischen konnte. Zu der Zeit hatte man keine Duschen und nicht all die Mittel, sich gut zu pflegen wie wir heute, und so war dies eine Möglichkeit, frisch zu bleiben. Also sagt sie: „Du erfrischst mich.“ Es erinnert an einen Gläubigen, der Christus, im Bilde gesprochen, nahe an seinem Herzen trägt und sich von seinem Duft segnen, erfrischen und von seinem heilenden Balsam erneuern und wiederherstellen lässt.
Sie sagt: „Mein Geliebter ist mir ein Myrrhenbüschel, das zwischen meinen Brüsten ruht“ – andauernd, „die ganze Nacht“ ergänzt die englische King James Übersetzung. Das erinnert an die Stelle in 1. Thessalonicher 5, wo es von Christus heißt: „der für uns gestorben ist [der Duft seiner Salbe ist für uns ausgegossen worden], damit wir, ob wir wachen oder schlafen [wir leben oder sterben], zusammen mit ihm leben sollen“ (Vers 10).
Es ist ein Bild davon, ihn immer nahe bei uns zu halten, in jeder Lebensphase, Tag und Nacht, wach oder schlafend, lebend oder sterbend. Auch während der Nacht trägt die Braut das Myrrhenbüschel bei sich. Das ist vielleicht ein Bezug auf Zeiten, in denen der Bräutigam fern zu sein scheint oder wenn die Braut in Schwierigkeiten ist. Ähnlich wie diese Braut klammern wir uns dann im Glauben und in Liebe an unseren Herrn und sagen: „Ich brauche Dich nah bei mir, allezeit.“ Es ist ein Bild davon, ihn einfach nah bei uns halten zu wollen.
Und dann sagt sie: „Mein Geliebter ist mir wie ein Büschel der Cyperblume [oder Hennablüte] in den Weinbergen von En-Gedi“ (Vers 14). En-Gedi ist eine Oase in Israel, westlich des Toten Meeres. Es ist ein Ort, wo es Weinstöcke und Büsche mit duftenden Blüten und Blumen gibt, die herrliche Düfte produzieren – wieder eine andere Art, die Lieblichkeit Christi zu beschreiben.
Und dann beachte: in diesen letzten beiden Versen sagt sie zweimal: „Mein Geliebter ist mir ein Myrrhenbüschel … Mein Geliebter ist mir wie ein Büschel der Cyperblume!“ Sie fragt nicht, was er für andere ist, sondern: Was ist er für mich? Was ist er für dich? Sie spricht darüber, wie sie ihren Geliebten persönlich erlebt hat – nicht einfach, was sie irgendwo über ihn gelesen hat, sondern „das ist er für mich.“ Und was er für mich und was er für dich ist, wird andere beeinflussen.
Kürzlich wurde ich gebeten, ein Interview über die walisische Erweckung in den Jahren 1904 und '05 zu geben. Also habe ich diese Geschichte ein wenig aufgefrischt und ich stieß wieder auf eine Begebenheit, die stattfand, bevor diese Erweckung begann; ich hatte schon früher darüber gelesen. Es gab dort diese wöchentlichen Jugendgruppentreffen. Einmal bat der Pastor, Joseph Jenkins, die jungen Leute, einige Glaubenszeugnisse zu erzählen. Er sagte: „Wer ist Christus für euch?“ Und diese jungen Leute begannen, all die richtigen Sonntagsschul-Antworten zu geben. Du weißt, was ich meine, nicht wahr? Sie begannen, die theologisch richtigen Antworten zu geben.
Aber der Pastor unterbrach sie und sagte: „Ich möchte wissen, wer er für euch ist? Wer ist er für dich?“ Schließlich war da ein junges Mädchen; ich habe gehört, sie war vierzehn oder fünfzehn Jahre alt. Sie hieß Florrie Evans. Sie war ein schüchternes Mädchen und nicht daran gewöhnt, in der Öffentlichkeit zu reden. Obwohl sie in der Gemeinde aufgewachsen war, war ihr ein paar Tage zuvor klar geworden, dass sie keine persönliche Beziehung zu Jesus Christus hatte. Sie hatte mit dem Pastor gesprochen und ihr Herz Jesus übergeben.
Dort bei diesem Treffen, als der Jugendpastor fragte: „Wer ist Christus für dich?“ ergriff sie schließlich das Wort und sagte: „Ich liebe Jesus von meinem ganzen Herzen.“ Ein einfaches Zeugnis, aber persönlich. Das ist er für mich. Und mit diesen wenigen schlichten Worten schmolzen die Herzen dieser jungen Menschen dahin. In dieser Nacht entzündete sich ein Funke, mit dem Gott eine Flamme entfachte, die die große walisische Erweckung einleitete. Innerhalb weniger Monate kamen 100.000 Menschen zum Glauben an Jesus Christus. „Ich liebe Jesus von meinem ganzen Herzen.“ Keine große, theologisch tiefe Weisheit. Einfach: „Wer ist Christus für Dich?“
Jetzt, ab Vers 15, gibt es einen wirklich lieblichen Austausch zwischen der Braut und ihrem Bräutigam. Zuerst spricht er. Und es geht hin und her. Du kannst es im Text nachlesen. Er sagt: „Siehe, du bist schön, meine Freundin, siehe, du bist schön; deine Augen sind [wie] Tauben!“ (Vers 15). Er verwendet das Wort „Siehe!“. Das dient der Betonung. Es will sagen: Pass auf! Höre gut zu, was er sagen wird! Staune und glaube daran, dass es wahr ist! „Siehe, du bist schön, meine Freundin!“
Wenn wir jetzt an unsere Beziehung zu Christus denken und wenn wir ihn als unseren himmlischen Bräutigam zu uns sagen hören: „Du bist schön“, dann können wir doch nur staunen, nicht wahr? Wie kann er uns als schön oder gerecht betrachten? Er weiß alles, was in uns ist. Er sieht alles. Wie kann er denken, dass wir schön sind? Hast du dich jemals darüber gewundert? In Habakuk 1,13 heißt es: „Deine Augen sind so rein, dass sie das Böse nicht ansehen können.“ Da ist Sünde, innewohnende Sünde in uns. Wie kann er uns anschauen und sagen: „Du bist schön“?
Nun, es ist, weil Gottes Ansprüche durch Christus völlig befriedigt sind, seinem geliebten Sohn, an dem er Wohlgefallen gefunden hat. Er sieht uns durch Christus, der den Preis zahlte, um Gottes Zorn wegen unserer Sünde zu stillen. Wir sehen in dieser Geschichte die verwandelnde Kraft der Liebe und Gnade Gottes.
Im Verlauf dieser Geschichte versteht die Braut ihre Dunkelheit, ihre Hässlichkeit, ihre Sündhaftigkeit, ihre Schwäche und ihre Unzulänglichkeit. Aber der König sieht sie mit Augen der Liebe und Gnade; und er macht sie zu einer schönen Frau, indem er sie rechtfertigt und heiligt, um die Terminologie der Erlösung zu gebrauchen. Durch Christus sind wir unserer Stellung gemäß rein, denn wir wurden durch Glauben gerechtfertigt, aus Gnade durch Glauben; aber dann heiligt er uns auch und gibt uns praktische Reinheit in unserem Leben; er macht uns schön, so wie er uns schon schön gemacht hat in seinen Augen wegen all dem, was er für uns am Kreuz getan hat. Was ist also das Ergebnis von all dem? Du bist schön für Ihn – du spiegelst seine Schönheit wider. Er sieht dich mit den Augen der Liebe.
Nun glauben die meisten von uns ihm leider nicht wirklich, wenn er uns sagt, dass wir gerecht und schön sind. Wir sind uns unserer eigenen Unwürdigkeit so bewusst, dass wir unseren Gefühlen mehr vertrauen als seinem Wort. Deshalb konzentrieren wir uns mehr auf unsere Sündhaftigkeit und unsere Unzulänglichkeiten als auf Christus und seine Vollkommenheit und die Gerechtigkeit, mit der er uns aus Gnade überschüttet hat. Durch die ganze Bibel hindurch bringt er seine Liebe zu uns zum Ausdruck. Er sagt uns, dass er uns nicht so sieht, wie wir uns selbst sehen. Nun, seine Liebe ist nicht blind. Aber er sieht uns in seine Gerechtigkeit gekleidet und für gerecht erklärt wegen seines Todes am Kreuz an unserer Stelle. Er sieht uns nicht als das, was wir jetzt gerade sind, sondern als das, was wir sein werden, wenn wir vor ihm stehen – heilig, rein und tadellos. Und mit all dem im Blick sagt er zu uns: „Siehe, du bist schön, meine Freundin“.
Und dann sagt er: „Deine Augen sind [wie] Tauben!“ Dies ist die erste von mehreren Erwähnungen von Tauben in diesem Lied. Und wir werden in Kapitel 4 mehr über die Bedeutung der Taubenaugen sprechen. Aber lasst mich hier nur soviel sagen. Taubenaugen konzentrieren sich immer nur auf eine Sache. Sie sind nicht auf mehreres gleichzeitig fokussiert. Das Bild sagt hier, dass das Herz der Braut einzig und allein auf ihren Geliebten ausgerichtet ist. „Turn your eyes upon Jesus – Richte den Blick nur auf Jesus.“ Dadurch kannst du eine enge Beziehung zu ihm entwickeln: „Deine Augen sind [wie] Tauben!“
Jetzt reagiert sie auf ihn. Er hat gesagt: „Du bist schön, meine Liebe. Du bist schön.“ Und sie antwortet und sagt: „Siehe, du bist schön“, laut der Schlachter Übersetzung. Aber es ist dasselbe Wort, das im vorigen Vers mit „schön“ übersetzt wurde, nur in einer männlichen statt in einer weiblichen Form. „Du bist schön. Du bist derjenige, der schön ist, mein Geliebter. Ja, angenehm. Du hast mich schön genannt. Doch du bist der, der schön ist.“ Seine Liebesbekundungen regen sie dazu an, ihn zurück zu lieben und zu bewundern. Und so zieht sich das durch das ganze Buch. Sie wächst in ihrer Erkenntnis der Lieblichkeit Christi.
Darf ich dich daran erinnern, dass niemand und nichts so lieblich und so schön, so wunderbar und so angenehm ist wie Christus? Alles auf dieser Welt, was du siehst und wo du sagst: „Oh, das ist aber schön!“ – ein Mensch, ein Sonnenuntergang, etwas in der Natur, eine schöne Frau… alles, was schön ist, ist nur ein schwacher Abglanz seiner Schönheit; es ist alles dazu da, um uns auf ihn hinzuweisen.
Kennst du das Lied „Schönster Herr Jesus“? Ich möchte einige Strophen daraus vorlesen:
Schönster Herr Jesu,
Herrscher aller Enden,
Gottes und Marien Sohn:
Dich will ich lieben,
Dich will ich ehren,
Du meiner Seele Freud und Kron.
Schön leucht die Sonne,
schön leucht der Monde
und die Sternlein allzumal.
Jesus leucht schöner,
Jesus leucht reiner
als alle Engel im Himmelssaal.Alle die Schönheit Himmels und der Erden
ist verfasst in Dir allein.
Nichts soll mir werden lieber auf Erden als Du,
der schönste Jesus mein.Text: Münster (1677)
Wenn wir nun zum Ende dieses Kapitels kommen, sagt die Braut: „Siehe, du bist schön, mein Geliebter, und so lieblich! Ja, unser Lager ist grün. Zedern sind Balken unseres Hauses, Zypressen unsere Täfelung.“ Ich werde nicht viel dazu sagen, nur dies erwähnen: sie sagt „unser“, unser Lager, unser Haus. Nicht meins und deins, sondern unseres. Sie werden eins. Sie haben alle Dinge gemeinsam. Sie bauen an ihrem Zuhause, sie bauen ihr Leben zu zweit. Es ist ein Bild von häuslichem Glück. „Unser Bett ist grün.“ Sie haben eine blühende, wachsende Beziehung. Sie erleben Vertrautheit, Intimität, Gemeinschaft und Fruchtbarkeit. Wir bauen unser Haus.
Erinnert uns das nicht daran, was die Braut Christi tut? Sie wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn heran, nicht wahr? In unserer Beziehung zu Christus als seine Gemeinde, als seine Braut und als sein Volk, können wir jetzt nur einen flüchtigen Blick auf das ewige Leben und auf die ewige Freude werfen. Wir haben hier nur einen Vorgeschmack der ewigen Liebe, all dessen, was wir mit ihm an seinem ewigen Wohnort genießen werden. Und es wird nicht nur sein Wohnort sein, sondern auch der unsrige. So ist alles, was wir heute auf dieser Erde tun, Vorbereitung. Wir sind dabei, ein Haus zu bauen. Wir bauen einen heiligen Tempel mit ihm und für ihn, ihm angemessen und aus den besten Materialien. So schauen wir in die Zukunft, denn wir werden eine Ewigkeit mit ihm zusammen dort an jenem heiligen Ort verbringen.
Marie: Heute haben wir gehört, dass wir Gott gegenüber vollkommen schön sein dürfen, dank dem, was Christus für uns getan hat. Ich hoffe, dass du dir Zeit nimmst, um diese Wahrheit auszukosten und sie auf dein tägliches Leben wirken zu lassen. Zum Beispiel mit der Hilfe unserer Broschüre Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied. Die hat Nancy ganz passend zu dieser Sendereihe verfasst. Du kannst sie auf unserer Website im Downloadbereich finden. Sie enthält zu jedem Podcast tiefgehende Fragen. Als kleiner Auszug: Wie würdest du folgende Fragen beantworten?
- Wie könnte es für dich sein, mit dem Herrn Jesus zu sitzen und ein persönliches, liebevolles Gespräch zu führen?
- Wie drückt er seine Liebe zu dir aus?
- Was bedeutet es für dich, dass Jesus dich mit Augen der Liebe ansieht und, dass du für ihn schön bist?
Also wie gesagt, du findest die PDF auf unserer Website im Downloadbereich. Außerdem findest du dort auch alle schon ausgestrahlten Podcasts; falls du also eine Folge verpasst hast, kannst du sie dort ganz einfach nachhören.
Nächste Woche erfahren wir hier, warum wir womöglich etwas langsamer werden müssen, um die Gegenwart Jesu genießen zu können. Also bis nächste Woche, hier bei Belebe unsere Herzen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
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Jetzt wird’s persönlich!
Tag 6 – Anfängliche Liebe (Parfüm kann nicht verborgen werden - Hohelied 1,9-17)
- Beachte, wie die Braut und ihr Bräutigam in diesem Abschnitt und im gesamten Hohelied ihre Freude aneinander ausdrücken. Wie oft redest du auf diese Weise mit Christus? Wie oft redest du so liebevoll mit deinem Partner, wenn du verheiratet bist?
- Solange der König an seiner Tafel war, gab meine Narde ihren Duft (1,12). Wie könnte es für dich aussehen, mit dem Herrn Jesus zusammenzusitzen und ein persönliches, liebevolles Gespräch zu führen? Wie drückt er seine Liebe zu dir aus? Wie kannst du ihm deine Liebe zeigen?
- Wie würdest du die Frage beantworten, die Joseph Jenkins 1904 seiner Jugendgruppe stellte: „Wer ist Jesus für dich?“
- Siehe, du bist schön, meine Freundin! (1,15). Was bedeutet es für dich, dass Jesus dich mit Augen der Liebe ansieht und dass er dich „schön“ findet?