Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema gerne vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Hast du heute schon einen Moment gefunden, um einfach nur die Nähe Christi zu genießen? Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Man kann seine Früchte nur genießen, wenn man sich Zeit nimmt ... Setz dich doch einmal hin! Ich spreche mit vielen aktiven Frauen, und ich sage dir, es gibt eine Zeit, um innezuhalten und in seinem Schatten Platz zu nehmen. Hör auf, ständig in Eile zu sein – ich sage das auch zu mir – und setze dich hin!
Lea: Hallo meine Liebe! Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Ort der Stille, erschienen im CV Dillenburg Verlag.
Nancy ist in einer Reihe mit dem Titel „Der Geliebte …
Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema gerne vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Hast du heute schon einen Moment gefunden, um einfach nur die Nähe Christi zu genießen? Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Man kann seine Früchte nur genießen, wenn man sich Zeit nimmt ... Setz dich doch einmal hin! Ich spreche mit vielen aktiven Frauen, und ich sage dir, es gibt eine Zeit, um innezuhalten und in seinem Schatten Platz zu nehmen. Hör auf, ständig in Eile zu sein – ich sage das auch zu mir – und setze dich hin!
Lea: Hallo meine Liebe! Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Ort der Stille, erschienen im CV Dillenburg Verlag.
Nancy ist in einer Reihe mit dem Titel „Der Geliebte meiner Seele“. Es ist eine Betrachtung des Hoheliedes, dem Lied der Lieder. Du hörst nun Nancy, gesprochen von meiner lieben Freundin Annette Schorre.
Nancy: Ich habe eine Freundin in ihren Zwanzigern, die mit einem jungen Mann zusammen ist. Und die beiden meinen es ernst. Woher ich das weiß? Nun, weil ich auf Facebook bin. Vor nicht allzu langer Zeit hatte dieses Mädchen auf ihrer Facebook-Seite ein Foto von wunderschönen roten Rosen und diesen Eintrag:
„Die wurden gerade an meinen Schreibtisch geliefert. Ich bin sicher, dass ich den aufmerksamsten und tollsten Freund aller Zeiten habe.“ Und dann sagte sie zu ihm – auf Facebook – : „Ich wollte einfach, dass du weißt, dass es für mich keinen Besseren gibt als dich. Ich fühle mich unglaublich gesegnet, dass ich deine Freundin bin.
Danke, dass du immer für mich da bist!“ Er wollte nicht hinter ihr zurückstehen, und er schrieb: „Also… Was „gesegnet“ angeht – niemand könnte gesegneter sein als ich.“ Und so geht es fort und fort.
Ich sah gestern und vorgestern noch mehr, was sie schrieben – es gab eine Zeit, in der man all das nicht öffentlich mitgeteilt hätte –, aber sie wollen, dass alle wissen, was sie voneinander denken, und es ist einfach süß. Es sind zwei junge Leute, die den Herrn wirklich lieben.
Am Ende von Kapitel 1 im Buch Hohelied sahen wir, dass die Braut und der Bräutigam sich gegenseitig ihre Zuneigung beteuern:
„Du bist schön.“
„Nein, du bist schön.“
„Du bist wunderschön.“
„Du bist lieblich“ – und hin und her, sie drücken ihre Bewunderung und ihre Liebe füreinander aus.
Dieser Austausch setzt sich in Kapitel 2 und im gesamten Buch fort. Und diese Art von Kommunikation, nämlich – Bewunderung, Wertschätzung und Bestätigung füreinander auszudrücken – ist ein wichtiger Bestandteil in jeder vertrauten Beziehung.
In jeder Ehe ist es wichtig, dass man die Dinge in Worte fasst, die man bei seinem Partner wertschätzt, bewundert und achtet. Und in der Beziehung zum Herrn ist das der Lobpreis. Wir wachsen, wenn wir ihm den Wohlgeruch des Lobes und das Opfer des Lobes darbringen und wir unsererseits seine Liebe empfangen. Wir werden in dieser Folge noch mehr darauf eingehen.
Wir sind also jetzt endlich bei Kapitel 2 angekommen – wir haben etliche Folgen dafür gebraucht. Hohelied 2,1 gehört zu den bekanntesten Versen des gesamten Buches. Er wird häufig auf Christus bezogen verwendet. Vielleicht hast du es auch schon mal gehört. Wir werden gleich darauf zurückkommen, aber zuerst möchte ich unseren heutigen Abschnitt vorlesen.
Vers 1: „Ich bin eine Narzisse von Saron, eine Lilie der Täler.“ Und dann erwidert der Geliebte in Vers 2: „Wie eine Lilie unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Töchtern.“ Und in Vers 3 erwidert sie dann: „Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes, so ist mein Geliebter unter den Söhnen!(...)“.
Bisher hatte sie mit ihm gesprochen, nun spricht sie über ihn, vielleicht zu den Töchtern Jerusalems, die die beiden beobachten und Teil der Geschichte sind. Sie sagt:
„In seinem Schatten, [er ist ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes], saß ich so gern, und seine Frucht war meinem Gaumen süß. Er führte mich ins Weinhaus, und die Liebe ist sein Banner über mir.
Stärkt mich mit Rosinenkuchen, erquickt mich mit Äpfeln; denn ich bin krank vor Liebe! Er lege seine Linke unter mein Haupt und umarme mich mit seiner Rechten! Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder den Hindinnen des Feldes: Erregt und erweckt nicht die Liebe, bis es ihr gefällt!“ (Verse 3-7).
Auch dieses Mal wollen wir Satz für Satz durch diesen Abschnitt gehen. Wenn es dir möglich ist, in deiner Bibel den Text mitzulesen oder ihn online zu verfolgen, wird dieses Bibelstudium für dich noch ergiebiger sein.
Vers eins. Einige englische Übersetzungen und auch die Luther-Übersetzung lesen hier: „Ich bin die Rose von Scharon und die Lilie der Täler.“ Zunächst einmal ist Scharon in diesem Vers kein Mädchenname, sondern eine Ebene in Judäa an der Mittelmeerküste. Es ist ein fruchtbarer Streifen Land, und er ist berühmt wegen seiner Rosen. Dieser Vers wird häufig Christus zugeschrieben. Lieder und Gedichte wurden darüber verfasst.
Viele Ausleger sind der Meinung, dass in diesem Vers der Bräutigam von sich spricht, und es gibt Gründe dafür. Aber ich schließe mich eher anderen Kommentatoren an, die vertreten, dass dies die Worte der Braut sind. „Ich bin eine Narzisse von Scharon, eine Lilie der Täler.“ So heißt es in der Schlachter-Übersetzung, und ich möchte im Weiteren nach ihr vorgehen.
Nach dieser Auffassung sind die Narzisse von Scharon und die Lilie der Täler einfach nur gewöhnliche Wildblumen. Wenn hier die Braut spricht, sagt sie im Grunde: „Ich bin nur eine einfache, alltägliche Wildblume“. Sie sieht an sich nichts Besonderes. Es gibt nichts in ihr, das seiner Aufmerksamkeit wert wäre.
Und dann entgegnet der Bräutigam in Vers 2: „Wie eine Lilie unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Töchtern!“ Wir sehen hier wieder, er schätzt sie anders ein als sie sich selbst einschätzt. Der Schlüssel zu einem gesunden Selbstbild liegt darin, uns so zu sehen, wie er, unser Herr, uns sieht.
Er sagt zu ihr: „Für mich bist du hervorragend, du bist besonders für mich. Du hebst dich von anderen ab.“ Eine Lilie spricht von Reinheit; sie spricht von Einfachheit. Sie spricht in dieser Geschichte, denke ich, von denen, die in Christus sind. „Du bist eine Lilie unter den Dornen.“ Wenn also die Lilien diejenigen wären, die in Christus sind, was sind dann die Dornen? Es sind die, die nicht bekehrt sind, die nicht an Jesus glauben.
Die Menschen um uns herum, die Christus nicht kennen, können manchmal „dornig“ sein, nicht wahr? Grob, unangenehm, verletzend, und manchmal können leider auch Christen so sein. Und das kann echt traurig sein, wenn Christen, die Lilien sein sollten, sich wie Dornen verhalten.
Bei einer Lilie denkt man daran, dass sie rein und schön und einfach ist, aber Lilien wachsen manchmal unter diesen Dornen. Das erinnert daran, dass wir einst Dornen waren, aber jetzt sind wir eine neue Schöpfung. Wir sind durch die Gnade verwandelt worden. Er hat uns zu etwas ganz Schönem gemacht, zu Lilien, und wir sind für ihn kostbar.
Wir wollen nicht vergessen, dass wir, solange wir hier auf dieser Erde sind, von Dornen umgeben sein werden. Erwarte nicht, einfach in dieser schönen Gewächshausatmosphäre zu leben, wo nur schöne Blumen wachsen. Unser Platz ist vielmehr unter Dornen, unter denen, die Christus nicht kennen, die ihn nicht lieben, die keine Ähnlichkeit mit ihm haben und die nicht schön sind. Sie können stachelig sein, nicht wahr?
Vielleicht gibt es solche Menschen bei dir zuhause, an deinem Arbeitsplatz oder woanders in deinem Umfeld und in der Gesellschaft. Aber vergiss nicht, dass er dich genau hier mitten unter die Dornen gesetzt hat, damit du einen Unterschied machst und die Schönheit des Bräutigams darin widerspiegelst, wie du auf die Dornen reagierst.
Das erinnert mich an den Abschnitt in Philipper 2, ab Vers 14, wo Paulus sagt: „Tut alles ohne Murren und Bedenken (...)“. Nun, es ist die natürliche Reaktion, zu murren und zu streiten, aber der übernatürliche, der höhere Weg ist, alle Dinge zu tun, ohne zu murren oder zu streiten – warum?
„Damit ihr unsträflich und lauter seid [wie Lilien], untadelige Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts [Dornen], unter welchem ihr leuchtet als Lichter in der Welt“ (Vers 15).
Siehst du, dass wir uns unterscheiden sollen? Unser Ziel hier auf der Erde ist es nicht, uns anzupassen, sondern aufzufallen, aber nicht aufzufallen, indem wir seltsam oder unausstehlich sind, sondern durch unsere Liebe, durch unsere Reinheit. Wir sollen auffallen durch unsere Christus-Ähnlichkeit und dadurch, wie wir in Prüfungen reagieren.
Wenn die Welt Christus abgelehnt hat – und sie haben ihn gekreuzigt – denkst du, dass sie dich nicht ablehnen wird? Das wird sie – sei nicht allzu überrascht deswegen – aber vergiss nicht, wie die Geschichte ausgeht. Eines Tages werden die Lilien von den Dornen getrennt, und wir werden in die ewige Heimat bei ihm verpflanzt, wo es nie mehr Dornen geben wird.
Wenn man sich vorstellt, dass das Leben mit den Dornen hier nie aufhört, kann einen das ganz schön entmutigen, oder? Aber denk daran, dass er uns mit einer Absicht an diesen Platz gestellt hat, denn er macht aus Dornen Lilien, und unser Leben ist ein Teil seines Plans. Unser Leben soll ihm Ehre bringen. Es soll seine Schönheit widerspiegeln, damit diese Dornen sagen: „So möchte ich auch sein.“
Nun, um „so zu sein“, muss man Jesus ähnlich sein. Um wie Jesus zu werden, muss man seine Gerechtigkeit haben anstelle der eigenen. Das ist unser Weg zu evangelisieren; es ist unser Mittel, um die „Dornen“ um uns herum zu erreichen, damit sie auch durch seine Gnade in „Lilien“ verwandelt werden.
Er sagt also: „Wie eine Lilie unter den Dornen, so ist meine Freundin (...)“. Darauf erwidert die Braut – um nicht hinter ihm zurückzustehen – in Vers 3: „Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes, so ist mein Geliebter unter den Söhnen!“.
Was es mit diesem Apfelbaum auf sich hat, darüber gibt es unter den Auslegern verschiedene Meinungen. Einige denken, dass es sich nicht wirklich um einen Apfelbaum handelt, sondern um einen immergrünen Zitronenbaum, dessen Blätterdach Schatten spendet.
Es könnte beides sein, aber Tatsache ist, dass man nicht erwartet, Obstbäume mitten im Wald zu finden, oder? Und so möchte sie sagen: „Du bist einzigartig. Du hast eine Schönheit, die man hier gar nicht erwartet. Du zeichnest dich vor allen anderen aus.“
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, wie wichtig es ist, wirklich miteinander zu sprechen und dass die Kommunikation in beide Richtungen geht.
Wenn man jemanden liebt, möchte man mit der Person reden. Sowohl in der Ehe als auch in der Beziehung zu Gott ist es entscheidend, dass man Vertrautheit pflegt, indem man Bewunderung ausdrückt. Dann gibt es Raum für Wachstum in einer Liebesbeziehung.
Einige von euch kennen die 30-Tage-Challenge „Ermutige deinen Ehemann“, die du auch auf der Website von Belebe unsere Herzen findest. Viele haben die Herausforderung bereits angenommen oder es versucht. Es geht darum, in den nächsten 30 Tagen nichts Negatives über deinen Mann zu sagen und stattdessen jeden Tag ihm gegenüber eine Besonderheit zu äußern, die du an ihm bewunderst oder schätzt.
Unzählige Frauen haben an Revive our Hearts geschrieben und berichtet, wie sich die Atmosphäre bei ihnen zuhause und in ihrer Ehe verändert hat. Der Ton wurde ein anderer, als sie anfingen, Worte der Anerkennung und der Dankbarkeit zu sagen. Das ist so wichtig! Und auch in unserer Beziehung zum Herrn ist es enorm wichtig.
Zuerst müssen wir es annehmen, wenn er seine Liebe uns gegenüber ausdrückt und zusichert, wie lieb er uns hat. Wir müssen in die Heilige Schrift hineingehen und fragen: Was sagt er über uns? Und wenn er zu uns spricht, müssen wir gut zuhören … und es annehmen. Wir haben die Braut und den Bräutigam hier vor uns. Er sagt: „Du bist wie eine Lilie“ und sie sagt: „Du bist wie ein Apfelbaum“. Sie sagen einander Worte der Anerkennung und der Bewunderung.
Was sagt also Christus in der Bibel über uns? In der Textversion von diesem Podcast auf unserer Internetseite belebeunsereherzen.com findest du eine Liste von diesen Bibelstellen. Du brauchst also nicht mitzuschreiben, falls du das möchtest. Ich möchte nun einiges aufzählen.
Gott sagt, wir sind:
- Heilige (1. Korinther 1,2; Epheser 1,1; Philipper 1,1; Kolosser 1,2)
- treue Brüder (Kolosser 1,2)
- geliebt von Gott (Römer 1,7; 1. Thessalonicher 1,4)
- Söhne des lebendigen Gottes (Römer 9,26)
- geliebte Kinder (Epheser 5,1)
- Kinder Gottes (Johannes 1,12; Römer 8,16; 1. Johannes 3,1-2)
- Kinder des Lichts (Epheser 5,8)
- Erben Gottes (Römer 8,17)
- Miterben des Christus (Römer 8,17)
- Erben des Heils (Hebräer 1,14)
- Erben des Reiches (Jakobus 2,5)
- Freunde Christi (Johannes 15,15)
- Gefäße der Barmherzigkeit, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hat (Römer 9,23)
- Gefäße zur Ehre (2. Timotheus 2,21)
- eine neue Schöpfung (2. Korinther 5,17)
- seine Schöpfung (Epheser 2,10)
Lass dies auf dich wirken. Wir sind:
- Glieder seines Leibes (Epheser 5,30)
- Gottes Auserwählte (Titus 1,1; Kolosser 3,12)
- Heilige und Geliebte (Kolosser 3,12)
- ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums (1. Petrus 2,9)
Mehrmals heißt es in der Schrift, dass wir
- sein auserwähltes Eigentum sind (Maleachi 3,17; 5. Mose 14,2; 26,18)
- dass er uns gemacht hat zu einem Königtum (Offenbarung 1,6 (ELB))
- Priestern für seinen Gott und Vater (Offenbarung 1,6)
Und dann liebe ich die Stelle in Jesaja 62: „Man wird dich nicht mehr »Verlassene« nennen (…) man wird dich nennen »Meine Lust an ihr« (…) wie sich ein Bräutigam an seiner Braut freut, so wird dein Gott sich an dir freuen“ (Verse 4-5).
Was, glaubst du, denkt Gott über dich? Wie sieht er dich? Unterscheidet sich davon, wie du dich selbst siehst? Was sagst du dir alles in Gedanken über dich selbst? Welche Worte redest du zu deinem Herzen? Bleibst du immer bei deinen Fehlern, Unzulänglichkeiten, bei deinen Unvollkommenheiten hängen? Vergleichst du dich mit anderen und fühlst dich elend dabei?
Es geht hier nicht einfach um positives Denken. Wir sprechen darüber, was Gott in seinem Wort über uns sagt. Wie beschreibt er mich? Denen unter uns, die seine Kinder sind, die mit ihm in einer Verbindung stehen, denen sichert er all diese Dinge zu, und sie sind wahr! Nimmst Du sie an?
Wir alle kennen Menschen, die keine Komplimente annehmen können. Du sagst: „Du siehst aber wirklich gut aus.“ Und die andere Person sagt: „Ach, das billige Ding, ich habe es bei H&M für 4,00 € gekauft. Danke, aber ich glaube nicht, dass ich gut aussehe.“ Das ist immer dieses ‚Ja, aber‘. Du möchtest am liebsten sagen: „Nimm das Kompliment doch einfach an!“ Nun, kannst du so eine Bestätigung, so eine Zusicherung von Gott annehmen? Nicht nur eine Sache! Ich habe dir gerade eine ganze Liste vorgelesen.
Hast du all das für dich persönlich angenommen – geglaubt? Dass du sein kostbares, geliebtes Eigentum bist, um nur eins herauszugreifen? Wenn wir dann all das, was er uns zusichert, was wir durch seine Gnade sind, auf uns wirken lassen, sollte dann nicht unsere Reaktion sein, wie bei der Braut zu Beginn von Kapitel 2, dass wir ihm unsere restlose Bewunderung ausdrücken?
Er sagt: „Du bist wie eine Lilie unter den Dornen.“
Sie antwortet: „Du bist wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes.“
Was liebst und schätzt du an Jesus? Möchtest du es ihm nicht sagen? Das ist Lobpreis, das ist Anbetung.
In Vers 3 sagt sie: „Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes, so ist mein Geliebter (...)“. Und dann fährt sie fort: „(...) In seinem Schatten saß ich so gern, und seine Frucht war meinem Gaumen süß.“ Ich saß in seinem Schatten. Es reicht nicht, nur von ihm zu wissen, nur über ihn zu sprechen. Wir müssen ihn erfahren, seine Gegenwart genießen.
Sie findet in ihm einen Ruheplatz. Auch wenn ich jetzt etwas Selbstverständliches sage: Man kann seine Früchte nicht genießen, wenn man sich nicht Zeit nimmt. Setz dich doch einmal hin! Ich spreche mit vielen aktiven Frauen, und ich sage dir, es gibt eine Zeit, um innezuhalten und in Seinem Schatten Platz zu nehmen. „In seinem Schatten saß ich so gern (...)“.
Kennst du das, immer „nebenbei“ etwas zu essen? Während du unterwegs bist oder etwas anderes tust? Viele von uns machen das ständig, und es ist ihre einzige Art, sich geistlich zu ernähren. Sie haben keine Gemeinschaft mit Jesus, sie kommen in seiner Gegenwart nicht zur Ruhe. Hör auf, ständig in Eile zu sein – ich sage mir das selbst – und setz dich.
Leg dein Tablet weg, dein Handy und deinen Laptop, und komme in die Gegenwart des Herrn. Bei mir ist es erstaunlich, welche Ablenkungen dann auftauchen.
Ich bekomme ein ganz neues Anliegen für den Haushalt, fürs Putzen, wenn ich mich in seinem Schatten niedersetze. Sonst ist mir das Putzen nicht so wichtig. Aber plötzlich sehe ich all das, was ich tun müsste, und ich denke darüber nach. Stopp! Entscheide dich, diese Dinge jetzt beiseite zu lassen.
„(...) Geh in dein Kämmerlein (...)“ (Matthäus 6,6), sagte Jesus in der Bergpredigt. Wörtlich oder im übertragenen Sinne, gehe an diesen ruhigen Ort, wo das auch ist, und setze dich. Setz dich hin! Hör auf, rumzurennen. Setze dich mit Freude in seinen Schatten und erkenne, dass seine Frucht süß ist.“
„In seinem Schatten saß ich so gern.“ Er bietet Abschirmung, Schutz vor dem Wetter und vor der Hitze des Tages.
Psalm 57,2: „(...) und ich nehme Zuflucht unter dem Schatten deiner Flügel (...)“.
Jesaja 32: „Siehe, ein König wird in Gerechtigkeit regieren (...) [Und er] wird sein wie ein Bergungsort vor dem Wind und wie ein Schutz vor dem Unwetter, (...) wie der Schatten eines mächtigen Felsens in einem erschöpften Land“ (Verse 1-2).
Das ist es, was Christus für uns ist.
Gott bietet denen, die zu ihm gehören, Zuflucht und Schutz vor den Stürmen von Gottes Gericht und Gottes Zorn, vor den Angriffen des Feindes, inmitten der Prüfungen des Lebens. Setz dich in seinen Schatten. Lass dich von ihm beschützen und bedecken.
„In seinem Schatten saß ich so gern.“ Mit großer Freude. Das ist ein starker Ausdruck. Er hält eine Freude bereit, die man nirgendwo sonst und bei keinem sonst findet. Meine Damen, wenn ihr versucht, eure größte Freude auf Erden irgendwie in eurem Mann zu finden, dann täuscht ihr euch. Ihr sucht am falschen Ort.
Gott möchte, dass ihr große Freude in eurer Ehe habt, keine Frage, aber ihr werdet sie nicht finden, wenn ihr dort zuerst sucht. Ihr werdet diese Freude in eurer Ehe aber dann finden, indem ihr sie zuerst in Christus findet.
Und dann könnt ihr als Gebende zu eurer Ehe kommen, ihr bringt Erfrischung hinein. Dann kann Gott dich als Quelle der Motivation für deinen Partner gebrauchen, und dein Partner bekommt auch den Wunsch, diese Art von Liebe weiterzugeben.
Psalm 34,9: „Schmeckt und seht, wie freundlich der HERR ist; wohl dem, der auf ihn traut!“. Diejenigen, die zu Christus gehören, die ihn lieben, die sich an seiner Gegenwart erfreuen, erleben, dass er freundlich ist. Sie genießen seine Nähe, sie finden sie beglückend. So bietet er seinen Geliebten Schutz und Ruhe, Erfrischung und Nahrung.
Du setzt dich in seinen Schatten, und du bist bei ihm in Sicherheit, er versorgt dich, und du wirst die größte Freude finden, die es auf dieser Welt zu finden gibt.
Vers 4, „Er führte mich ins Weinhaus, und die Liebe ist sein Banner über mir.“ Am Anfang dieses Buches, Kapitel 1,4, sahen wir, dass der König sie in seine Gemächer brachte. Jetzt bringt er sie in seinen Bankettpalast, es ist ein Festsaal. Es gibt eine Fülle und Überfluss von allem. Es ist ein Ort des Vergnügens, der Freude und Fröhlichkeit, des Genusses.
Das Gegenteil von Pflicht. Nicht: „Ich muss meine Stille Zeit halten“. Sondern: „Ich möchte in seiner Nähe sein. Es ist meine Freude, mit ihm zusammen zu sein, denn er ist so liebevoll, er stärkt mich, er hält mich aufrecht, seine Liebe erfüllt mich, und sein Banner über mir sind nicht all seine Heldentaten als König, sondern seine Liebe.“
Psalm 36 sagt es so: „Wie köstlich ist deine Gnade [oder deine Güte, deine Liebe], o Gott, dass Menschenkinder Zuflucht finden unter dem Schatten deiner Flügel! Sie laben sich an den reichen Gütern deines Hauses, mit dem Strom deiner Wonne tränkst du sie“ (Verse 8-9). Würdest du auch sagen, dass die meisten Christen diese Gemeinschaft mit Christus so nicht erleben? Warum ist das so?
Ich denke, es liegt daran, dass viele von uns versuchen, ihren Hunger und Durst an anderen Orten, in anderen Dingen, in anderen Beziehungen zu stillen. Vielleicht wissen manche Gläubige nicht einmal, dass in Christus so viel mehr zu finden ist; dass es diesen Ort der Schönheit und des Überflusses überhaupt gibt.
Nun, die Braut ist überwältigt von seiner Liebe. Sie ist ein gewöhnliches Mädchen vom Lande, ein Bauernmädchen. Sie ist an all das nicht gewöhnt. Sie weiß, dass sie eigentlich nicht würdig ist, solchen Zugang zu seiner Gegenwart zu haben, dass sie nicht würdig ist, den Überfluss an seinem Bankett zu genießen und unter dem Banner seiner Liebe zu stehen.
So sagt sie in Vers 5: „Stärkt mich mit Rosinenkuchen, erquickt mich mit Äpfeln; denn ich bin krank vor Liebe!“. Im Grunde sagt sie: „Das ist zu viel für mich, das kann ich nicht fassen. Es ist zu viel.“ Sie steht unter dem starken Eindruck, geliebt zu sein. Warst du schon einmal überwältigt von Jesu Liebe?
Nun, das ist etwas, was du so, in dieser Intensität, wahrscheinlich nicht jeden Tag erlebst – und das werden wir in dieser Geschichte auch noch sehen. Aber hat es Momente gegeben, in denen dir bewusst wurde: „Die Liebe Jesu ist so gewaltig und mächtig“, dass du dachtest: „Ich kann das kaum ertragen. Das ist zu groß für mich!“?
Vers 6, „Er lege seine Linke unter mein Haupt und umarme mich mit seiner Rechten!“. Er stützt sie und hält sie. Nichts oder niemand kann ihr die Freude wegnehmen. Sie schmiegt sich an sein Herz.
Natürlich ist all das ein Bild des Festes und der Vollendung dieser Hochzeit, die uns im Himmel beim Hochzeitsmahl des Lammes erwarten. Wir werden diese höchste Intimität haben, ununterbrochen und für immer.
Ich möchte noch kurz auf Vers 7 eingehen. Es gibt hier so viele mögliche Sichtweisen von verschiedenen Auslegern, ob hier die Braut oder der Bräutigam spricht oder was damit gemeint ist. Ich möchte nur ein paar Anmerkungen zu diesem Vers machen.
„Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen [und] den Hindinnen des Feldes: Erregt und erweckt nicht die Liebe, bis es ihr gefällt!“ Es könnte die Braut sein, die spricht und sagt, dass sie nicht will, dass jemand die Gemeinschaft, die sie in diesem Moment mit ihrem Geliebten genießt, stört oder unterbricht.
Es könnte der Bräutigam sein, der spricht – ich will nicht auf den Hintergrund eingehen, warum, es wäre verwirrend – und in diesem Fall sagt er vielleicht: „Erregt nicht ihre Emotionen. Sie ist aus dem Schlafgemach zum Bankettsaal gekommen. Sie ist erschöpft von dieser ganzen Entzückung, also lasst sie eine Weile ausruhen.“
„Erregt und erweckt nicht die Liebe, bis es ihr gefällt“. Das scheint zu bedeuten, es gibt eine passende Zeit, um Zuneigung und Emotionen auszudrücken; und diese Emotionen sollten nicht vor dieser richtigen Zeit geweckt oder erregt werden. Also hier nur eine Anmerkung – man könnte viel dazu sagen. In Bezug auf den Herrn: Wünscht du dir eine innige Beziehung zu ihm, eine größere Vertrautheit? Dann warte geduldig darauf, dass er sie dir schenkt.
Man kann diese Gefühle nicht erzwingen oder selbst herbeiführen. Manchmal bin ich mit Menschen zusammen, die so eine leidenschaftliche Liebe zu Christus haben, dass sie förmlich aus allen Poren herauskommt. Und ich frage mich: „Bin ich ungläubig oder was?“ Vielleicht hast du auch schon mal solche Gedanken gehabt.
In jeder Liebesziehung gibt es solche und solche Zeiten und Phasen. Emotionale Begeisterung und Intensität sind nicht immer da, und das ist in Ordnung. Aber sei dir bewusst, es ist doch das, worauf wir zusteuern. Was wir anstreben und ersehnen. Eines Tages werden wir es, durch Gottes Gnade, in der Herrlichkeit bei ihm ohne Ende erleben.
Lea: Nancy wird gleich zurück sein, um mit uns zu beten.
Für die Folge heute hat Nancy wieder einige Fragen vorbereitet. Ich hoffe, du nimmst dir ein paar Minuten Zeit, um sie durchzugehen. Diese Fragen werden dir helfen, deine Leidenschaft für Christus einzuschätzen und gegebenenfalls Veränderungen vorzunehmen, um ihm näher zu kommen.
Nancy's „Jetzt wird’s persönlich“ - Fragen findet ihr unter der Textversion des Podcasts oder als PDF in unserem Download-Bereich (www.belebeunsereherzen.com). Unsere Folge heute ist „Hohelied - Tag 7“. Hier ein paar Beispielfragen:
- Bist du ständig beschäftigt, anstatt dir Zeit zu nehmen, in Jesu Gegenwart zu verweilen?
- Im Hoheslied 2,2 sagt der Geliebte, dass seine Braut „wie eine Lilie unter den Dornen“ ist. Wie kann dein Leben einen Unterschied machen und die Schönheit Christi den „Dornen“ um dich herum widerspiegeln?
Jede fesselnde Geschichte enthält einen Konflikt, so auch das Hohelied. Wir werden sehen, was dieses Buch über Dürrezeiten zu sagen hat – Zeiten, in denen du dich fern von Herrn fühlst. Sei auch das nächste Mal wieder dabei bei der Serie „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“. Lasst uns jetzt mit Nancy beten und ich sage, bis bald!
Nancy: Danke, danke, Herr, für deine wunderbare Liebe. Es gibt keine Worte, die das ausdrücken können, was du für uns bedeutest. Aber wir wollen diesen Platz einnehmen, unsere völlige Geborgenheit in dir finden und von Deiner Liebe überwältigt sein. Wir möchten die Fülle all dessen erleben, was du in Christus für uns hast. Hilf uns, dass das unser ganzes Leben bestimmt, immer mehr, bis wir eines Tages Dein Angesicht sehen werden. Wir beten in Jesu Namen, Amen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
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Jetzt wird’s persönlich!
Tag 7: Sitzen im Schatten des Herrn - Hohelied 2,1-7
- Welche Ausdrücke in diesem Abschnitt beschreiben, wie die Braut es genießt, einfach nur mit ihrem Bräutigam zusammen zu sein? Bist du ständig beschäftigt, anstatt dir Zeit zu nehmen, in Jesu Gegenwart zu verweilen?
- „(...) Seine Frucht war meinem Gaumen süß“ (Vers 3). Wohin gehst du, um den Hunger und Durst deines Herzens zu stillen? Was sind einige der „süßen Früchte“, die Christus für uns bereithält?
- In dieser Folge teilte Nancy eine Liste von Bibelstellen, in denen uns Gott seine Liebe versichert und sagt, wie er diejenigen sieht, die in Christus sind. Welche dieser Bezeichnungen bedeuten dir besonders viel (zum Beispiel „geliebt von Gott“, „sein auserwähltes Eigentum“)?
- Der Geliebte sagt, seine Geliebte sei „wie eine Lilie unter den Dornen“ (Vers 2). Wie kann dein Leben einen Unterschied machen und die Schönheit Christi den „Dornen“ um dich herum widerspiegeln?
- Gibt es Aussagen in diesem Abschnitt, die in dir eine Sehnsucht nach dem Himmel wecken?
- Nimm dir Zeit, deine Bewunderung für Christus auszudrücken. Was liebst und schätzt du an ihm? Sag es ihm!