Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema vertiefen, indem du über die Fragen in der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Nancy DeMoss Wolgemuth sagt: „Wenn du Jesus liebst, musst du auf ihn hören“.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wenn du seine Stimme hören möchtest und lernen möchtest, seine Stimme zu erkennen – ja, wenn du verstehen möchtest, was er dir sagt, dann muss es Zeiten geben, in denen du den Lärm abschaltest, damit du zuhören kannst.
Lea: Hallo und herzlich willkommen zu Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Seit einigen Wochen betrachten wir nun schon intensiv den ersten Teil des Hohelieds der Liebe. Diese Serie heißt: „Der Geliebte meiner Seele – Jesus im Hohelied.“ Heute hörst du Tag 8, aber du findest die gesamte Reihe auf unserer Website www.belebeunsereherzen.com.
Nancy: Bis zu …
Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema vertiefen, indem du über die Fragen in der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Nancy DeMoss Wolgemuth sagt: „Wenn du Jesus liebst, musst du auf ihn hören“.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wenn du seine Stimme hören möchtest und lernen möchtest, seine Stimme zu erkennen – ja, wenn du verstehen möchtest, was er dir sagt, dann muss es Zeiten geben, in denen du den Lärm abschaltest, damit du zuhören kannst.
Lea: Hallo und herzlich willkommen zu Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Seit einigen Wochen betrachten wir nun schon intensiv den ersten Teil des Hohelieds der Liebe. Diese Serie heißt: „Der Geliebte meiner Seele – Jesus im Hohelied.“ Heute hörst du Tag 8, aber du findest die gesamte Reihe auf unserer Website www.belebeunsereherzen.com.
Nancy: Bis zu diesem Punkt im Hohelied oder im Lied der Lieder, wie ich es gerne nenne, haben die Braut und der Bräutigam eine süße, intime Gemeinschaft miteinander genossen – anfängliche Liebe.
Am Ende der letzten Folge haben wir die Braut in einer leidenschaftlichen Umarmung mit ihrem Geliebten zurückgelassen. Wenn man nicht die ganze Geschichte kennen würde und auch nicht das ganze Buch gelesen hätte (was du hoffentlich tust), dann würde man denken, dass von nun an nichts mehr schiefgehen kann. Sie sind das perfekte Paar. Man würde annehmen, dass sie von nun an „glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage“ leben. Richtig? Falsch!
Wir werden sehen, dass Liebe wachsen muss. Wir alle machen diese Erfahrung in unseren Beziehungen, in der Ehe und auch in Bezug auf unseren himmlischen Bräutigam: Liebe muss wachsen. Und sie wächst, indem sie geprüft, indem sie herausgefordert wird. Sie muss im Kontext des realen Lebens, in den Umständen des Alltags, gelebt werden. Die „Werkstatt des Lebens“ ist der Rahmen, wo das Wachstum der Liebe stattfindet.
In unserer Beziehung zu unserem Herrn gibt es Zeiten, in denen Barrieren entstehen. Wenn du verheiratet bist, wird es Zeiten geben, in denen zwischen dir und deinem Partner Probleme auftauchen. Wir sollten uns im Klaren darüber sein, dass das passieren wird. Und ich denke, dieses Buch gibt uns viel Einblick, warum das geschieht und was wir dagegen tun können.
In den nächsten Folgen werden wir uns also den zweiten Teil des Hoheliedes anschauen. Ich habe diesen zweiten Teil „Unbemerkte Liebe“ genannt. Er beginnt in Kapitel 2, ab Vers 8 und geht bis Kapitel 3, Vers 5. Wir werden einige Sendungen mit diesem Abschnitt verbringen und wir werden auch Dinge sehen, die eine vertraute Beziehung gefährden.
Beginnen wir also in Kapitel 2,8 mit dem ersten kurzen Satz dieses Verses. „Da ist die Stimme meines Geliebten!“
Und wenn man dann zu Vers 10 springt, heißt es: „Mein Geliebter beginnt und spricht zu mir …“
Lasst mich hier für einen Moment stehen bleiben, bevor wir weitergehen. Der Geliebte spricht zu seiner Braut; aber wie wir sehen werden, ist er zu diesem Zeitpunkt außerhalb des Hauses. Sie kann ihn nicht sehen, aber sie erkennt seine Stimme augenblicklich. Sie weiß, dass er zu ihr spricht. Sie weiß, dass er nicht zu dem Nachbarn spricht. „Mein Geliebter beginnt und spricht zu mir…“ Sie weiß, dass er zu ihr spricht.
Woher weiß sie, dass es seine Stimme ist? Dass er es ist, der spricht? Sie kann ihn nicht sehen.
Sie weiß es, weil sie mit ihm zusammen war. Sie hat Zeit mit ihm verbracht. Sie haben geredet. Sie haben sich miteinander unterhalten. Sie kennt seine Stimme; und sie würde diese Stimme überall wiedererkennen, zu jeder Tages- und Nachtzeit.
Und sie ist aufgeregt, als sie seine Stimme hört. Am Ende dieses kleinen Satzes in Vers 8 steht ein Ausrufezeichen. „Da ist die Stimme meines Geliebten!“ „Mein Geliebter beginnt und spricht zu mir ...“
Das erinnert mich an den Vers in Johannes 3 wo Johannes der Täufer spricht: „(...) der Freund des Bräutigams aber, der dasteht und ihn hört, ist hocherfreut über die Stimme des Bräutigams.“ (Johannes 3,29). Die Braut ist erregt. „Mein Geliebter erhebt seine Stimme und spricht zu mir!“
Ein Anzeichen dafür, dass du eine echte Beziehung mit Christus hast, ist, dass er zu dir durch sein Wort und durch seinen Geist spricht. Du hörst ihn sprechen; und du erkennst, dass es seine Stimme ist. Der Grund dafür, dass du seine Stimme erkennst, ist, dass du mit ihm zusammen warst. Du hast mit ihm Zeit verbracht. Du hast gelernt, den Unterschied zu erkennen zwischen seiner Stimme und der Stimme eines anderen.
Davon lesen wir in Johannes 10. Jesus sagte: „(...) die Schafe hören auf seine Stimme,(da ist die Rede von dem Guten Hirten) und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus. (...) und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme“ (Johannes 10,3-4).
Die, die nicht zu seiner Herde gehören, erkennen seine Stimme nicht. Das ist eine Mahnung, dass man Gottes Wort hören kann – sei es vorgelesen oder gepredigt – aber niemals Gott reden hört. Denn es sind so viele, die abseits von Christus leben, die keine Ohren haben zu hören. Sie haben keinen Receiver. Sie haben keinen geistlichen Empfänger. Geistliche Dinge sind für sie eine Torheit. Sie hören einfach nur Rauschen, wie beim Radio. Ihr Empfänger funktioniert nicht. Sie können die Stimme des Guten Hirten nicht hören, sie können sie nicht von anderen Stimmen unterscheiden. Sie können nicht verstehen, was er sagt.
Gläubige andererseits hören seine Stimme, und sie folgen seiner Stimme. Seine Stimme zu hören und zu sagen, „Ja, Herr“ ist ein Anzeichen, dass man zu ihm gehört.
Wenn ich also das Wort Gottes öffne, erwarte ich, dass Gott zu mir spricht. Ich bitte ihn darum, dass er zu mir spricht. Ich erkenne das, wenn ich in der Bibel lese; Gott spricht zu mir. Christus spricht zu mir, und ich möchte seine Stimme hören. Ich möchte ihm folgen.
Das Problem ist, dass es heute so vielen von uns schwer fällt, seine Stimme zu hören, weil es so viele andere Stimmen im Leben gibt. Unser Leben ist so überladen mit Geräuschen, es ist so laut. Ich habe vor kurzem mit einer Freundin gesprochen, die wirklich die Ruhe liebt. Sie und ihr Mann sind sehr verschieden. Er mag Sport, und sie haben eine 4-Zimmer-Wohnung mit 9 Bildschirmen, auf denen ständig Sportprogramme laufen.
Das kommt uns vielleicht etwas extrem vor, aber es ist einfach ein Beispiel, wie die meisten Menschen leben. Es ist immer laut um sie herum. Wir hören immer irgendwelche Stimmen. Vielleicht ist es bei dir nicht der Lärm, den man hören kann. Es können Bücher sein. Du liest drei Romane gleichzeitig. Auf deinem Radar gibt es ständig irgendwelche Stimmen.
Vielleicht verbringst du all deine Zeit mit Freunden, und ihr redet ständig miteinander. Du wirst nicht ruhig, du bist nicht allein, um auf seine Stimme zu hören.
Wenn du seine Stimme hören möchtest und lernen möchtest, seine Stimme zu erkennen – ja, wenn du verstehen willst, was er dir sagt, dann muss es Zeiten geben, in denen du den Lärm abschaltest, damit du zuhören kannst. Sorge dafür, dass dein Herz ruhig wird. Das ist gar nicht so einfach. Ich finde es manchmal extrem schwer – und bei mir zuhause ist es eigentlich still. Trotzdem kann es in meinem Herzen viel Lärm und Unruhe geben. Es kann passieren, dass ich meine ganze Zeit mit elektronischen Geräten verbringe, meine E-Mails erledige und Nachrichten beantworte und mir nicht die Zeit nehme, einfach nur still und ruhig zu sein, um auf seine Stimme zu hören.
Vergiss dabei nicht, dass Gebet nicht nur Reden mit Gott ist. Gebet ist auch, auf die Stimme unseres Geliebten zu hören, wenn er durch sein Wort und den Geist Gottes zu uns spricht. Der Heilige Geist nimmt dann das Wort und wendet es auf unser Herz und Leben an.
In Matthäus 17,5 (ELB) heißt es: „Dieser ist mein geliebter Sohn (...). Ihn hört!“ Da spricht Gott. Hört auf seine Stimme! Ihn hört! Und Psalm 85,9: „Ich will hören, was Gott, der HERR, reden wird (...)“.
Hörst du auf seine Stimme? Nimmst du dir regelmäßig Zeit, die Stimme deines Geliebten zu hören?
Nun, die Braut sagt in Vers 8: „Da ist die Stimme meines Geliebten! Siehe, er kommt!“.
Hier möchte ich noch einmal stehen bleiben und diesen Gedanken aufgreifen. Wenn wir Christus als unseren Geliebten sehen, wissen wir, dass er auf die Erde kam, um uns zu retten. Und er fährt fort, zu uns zu kommen durch den Geist Gottes und durch sein Wort. Die große Hoffnung für uns als Braut Christi, die große Hoffnung für jeden Gläubigen, ist die Rückkehr unseres Bräutigams, der für die Seinen wiederkommt, um diese Ehebeziehung zu vollziehen, und um uns für immer zu sich zu nehmen. Wenn wir zum letzten Kapitel des Buches Hohelied kommen, sprechen wir noch mehr von diesen Zukunftsaussichten. Er kommt.
Die Braut sagt: „Da ist die Stimme meines Geliebten!“ und dann diese kostbare Zusicherung: „Siehe, er kommt!“ Ja, er kam für uns. Er möchte uns jeden Tag treffen, wenn wir es ihm erlauben. Und er wird kommen, um uns zu sich zu nehmen, damit wir für immer in seiner Gegenwart sein können.
„Siehe, er kommt! Er springt über die Berge, er hüpft über die Hügel!“ (Vers 8).
Nun, ich persönlich bin nicht besonders sportlich. Also, um ehrlich zu sein, ich bin überhaupt nicht sportlich. Ich bin sehr zurückhaltend, wenn es um körperliche Bewegung und Sport geht. Ich kann mir nicht vorstellen, über Berge zu springen und über Hügel zu hüpfen. Ich war in den Bergen, manchmal konnte ich kaum einen Fuß vor den anderen setzen und ich war außer Atem. Das Luftholen tat weh, ich war am Keuchen und musste aufpassen, dass ich nicht in den Abgrund stürzte. Ich habe ein paar Wanderungen mitgemacht, nicht mal besonders anstrengende, und ich habe durchgehalten. Ich wollte nicht hinfallen und ausrutschen. Doch der Gedanke daran, in den Bergen zu hüpfen und zu springen, ist mir völlig fremd. Und er ist uns allen fremd, denn wir wurden nicht wirklich dafür gemacht, über die Berge zu springen und über die Hügel zu hüpfen.
Aber hier kommt der Geliebte springend über die Berge und hüpfend über die Hügel. Es ist ein Bild davon, was wir über Christus wissen – über seine Energie, seine Kraft, sein Leben. Er ist fähig dazu, das Unüberwindbare zu überwinden, das Unmögliche zu tun. Die Berge und Hügel stellen für ihn kein Hindernis dar. Sie verlangsamen ihn nicht einmal. Denn er hat sie gemacht. Es ist ein Leichtes für ihn, über die Berge zu springen und über die Hügel zu hüpfen. Das, was für uns unmöglich ist, fällt ihm leicht.
Die Braut staunt: „Siehe, er kommt! Er springt über die Berge, er hüpft über die Hügel!“ (Vers 8). Und wir sehen die Kraft Christi, für den nichts zu schwer ist. Blinde Augen? Er sagt nur ein Wort, und sie können sehen. Tobende Stürme? Er spricht ein Wort, und die Wellen werden ruhig.
„Er springt über die Berge, er hüpft über die Hügel!“. Ich denke, das ist ein Bild seiner Auferstehungskraft. Der Tod ist ihm nicht gewachsen. Er kann ihn nicht zurückhalten. Seine große Macht, diese Kraft der Auferstehung, zeigt, wie schwach, zerbrechlich und verletzlich wir sind, stimmt’s. Wir können nicht über Berge springen oder über Hügel hüpfen. Wir hoffen, dass wir nicht über die Klippen stürzen, während er springt und hüpft. In unserer eigenen Kraft haben wir keine Chance gegen diese Berge und Hügel.
Die Braut sieht jemanden, der jede Schwierigkeit überwindet, über jeden Berg springt und über jeden Hügel hüpft. Er hat die Stärke und die Macht, die ihre eigene begrenzte, kümmerliche Kraft bei weitem übertrifft. Er kommt, und er springt über die Berge und hüpft über die Hügel!
Sie sagt: „Mein Geliebter gleicht einer Gazelle [und] dem jungen Hirsch“ – wendig, sicheren Fußes in diesen Bergen und Hügeln und diesen tückischen Orten.
Du kennst sicherlich die Gemsen, die an solchen Orten springen, an denen du nur ängstlich einen Fuß vor den anderen setzen würdest, und sie springen. Ihr Geliebter schafft diese Berge und Hügel mit Leichtigkeit, wie eine Gemse. Das entspricht überhaupt nicht uns. Alleine sind wir vorsichtig. Wir haben Angst, wir sind tollpatschig. Wir stolpern über solche Hindernisse.
Und die Braut sagt in Kapitel 2, ab Vers 9: „Siehe, da steht er hinter unserer Mauer, schaut zum Fenster hinein, blickt durchs Gitter. [Bemerkenswert übrigens, dass er seinen Weg hinein nicht erzwingt oder sich einfach reindrängt.] Mein Geliebter beginnt und spricht zu mir: »Mach dich auf, meine Freundin, komm her, meine Schöne!“ (Vers 9-10).
Nun, sie war bei ihm in seiner Kammer, das haben wir gelesen in Kapitel 1 Vers 4. Sie hat mit ihm an seinem Tisch gesessen. Sie war mit ihm in den Festsälen. Sie hatten diese süße, intime, gesegnete, freudige Erfahrung miteinander.
Aber jetzt ruft er sie. Er möchte, dass sie sich aufmacht und diesen komfortablen, sicheren, kostbaren Platz verlässt und mit ihm in die Berge und Hügel geht. Er erklimmt sie mit Leichtigkeit, und er möchte, dass sie die Berge mit ihm besteigt.
Wenn wir mit unserem Herrn allein Zeit verbringen, dann kann das so eine wunderbare Zeit sein. Aber irgendwann ist die Stille Zeit vorbei, nicht wahr? Gott ruft dich heraus in diese harte Welt, in das reale Leben voller Durcheinander, und manchmal fragst du dich: Muss ich wirklich? Muss ich da jetzt wirklich hingehen?
Denk an Petrus auf dem Berg der Verklärung. Er sagt: „Herr, das hier ist gewaltig! Können wir nicht einfach hier bleiben und diese Herrlichkeit anschauen?“
Und Jesus sagt, „Nein, nein, nein, nein. Es ist nicht vorgesehen, dass wir jetzt hier oben bleiben. Eines Tages wird alles Herrlichkeit sein, ohne Ende. Jetzt ist es nur ein kurzer Einblick, und wir müssen zurück ins Tal, wo nichts von dieser Herrlichkeit zu sehen ist. Nimm diese Herrlichkeit, die wir hier erlebt haben, mit ins Tal, zeige sie anderen.“
Das Problem ist, wir machen uns der geistlichen Völlerei schuldig. Wir beschäftigen uns nur mit uns selber, wir möchten unsere geistlichen Erfahrungen für uns behalten. Wir wollen einfach hier in diesem heiligen, kleinen Kokon bleiben – nur Gott und ich, nur Jesus und ich. Meine Bibel lesen, Jesus genießen, sich Lobpreis- und Anbetungslieder anhören. Wir wollen nicht zur Arbeit gehen. Wir wollen diese Kinder nicht um uns haben, uns nicht mit dieser schwierigen Situation in der Gemeinde beschäftigen müssen. Wir wollen einfach da bleiben und ihn genießen.
Aber Jesus sagt, dass wir manchmal diesen ruhigen Ort mit ihm verlassen und rausgehen müssen. Wir sollen die Herrlichkeit, die wir gesehen haben, der Welt offenbaren und ihr zeigen, wie Gott ist, damit die Welt ihm die Ehre gibt, die ihm gebührt.
Und so sagt er, der Bräutigam: „Mach dich auf, meine Freundin, komm her, meine Schöne!“ Das ist eine Einladung, aber es ist auch ein Befehl. Er will, dass sie mit ihm geht und sich den realen Lebensumständen außerhalb des Palastes stellt. Bis jetzt hat sie die Süße der innigen Gemeinschaft mit ihm erlebt. Aber sie muss noch viel darüber lernen, wie sie mit ihm dienen soll, wie sie seine Kraft für den Dienst bekommt. Wie sie in den geistlichen Kampf gehen soll. Wie sie die Intimität des Schlafzimmers – die Herrlichkeit, die sie mit ihm allein erlebt hat – wie sie dies alles in die Wirklichkeit der Berge und Hügel und der schwierigen Orte mitnehmen kann.
Ich kann mir vorstellen, dass sie denken könnte: Hey, es ist für dich ja schön, dass du über Berge springst und über Hügel hüpfst, aber das ist einfach nicht mein Ding. Du bist vielleicht wendig und flink wie ein junger Hirsch auf den Bergen, aber ich bin das nicht. Ich bin schwerfällig. Ich habe Angst, dass ich über diese Steine stolpere. Ich glaube, dass ich das nicht kann.
Wie oft schauen wir auf das, was Gott uns aufgetragen hat, die Dinge, die er uns zugeteilt hat, und wir sagen, „Äh…, das kann jemand anders machen. Ich nicht, ich kann das nicht.“
Das kann bedeuten, den Zweijährigen zu erziehen, für den es kein Lehrbuch gibt, oder eine Mama für deinen Teenager zu sein. Und du sagst: „Gott, das kann ich nicht. Das ist ein Berg. Das ist ein Hügel.“
Er sagt dir: „Ich möchte, dass du mit mir in die realen Umstände deines Lebens kommst und die Macht der Auferstehung dort demonstrierst, in der Art wie du mit deinem Kind umgehst, wie du mit Stresssituationen umgehst, wie du Verantwortung in der Gemeinde wahrnimmst.“ Vielleicht hat dich jemand gebeten, einen neuen Dienst in der Gemeinde zu übernehmen. Und du reagierst: „Ich – einen Bibelkurs für Frauen leiten? Ich – eine Mentorin für jüngere Frauen sein? Es gibt doch so viele, die die Bibel besser kennen als ich. Wie soll ich das schaffen? Das nenne ich einen Berg. Das nenne ich einen Hügel, Herr. Ich habe diese Gaben nicht, ich habe diese Fähigkeiten nicht.“
Bin ich die Einzige, die das schon so empfunden hat? Ich fühle das fast täglich so, manchmal oft am Tag.
Es gibt Zeiten, in denen du denkst, es ist einfach zu viel. Der Tag hat nicht genug Stunden, um alles zu tun, was du mir zu tun aufgegeben hast. Manchmal sind wir zurückhaltend, wir sind abgeneigt, mit ihm raus in die Berge und auf die Hügel zu gehen. Wir sagen: „Herr, ich kann das einfach nicht.“
Ich erlebe das in den Tagen vor Aufnahmen von Sendungen wie dieser hier mit überwältigender Intensität. Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft ich in Gedanken aufgebe. Es ist oft abends – spät in der Nacht –, und ich sollte diese Lügen nicht glauben. Aber ich denke, ich schaffe das nicht. Diese Berge und Hügel sind für jemand anders. Sie können bestimmt darüber springen und hüpfen, aber ich kann es einfach nicht. Ich kann dieser Menschenmenge nichts zu essen geben. Ich habe nur diese paar Brote und Fische. Es ist nicht genug, um sie alle zu versorgen. Ich habe nicht genug für sie alle.
Du kennst das auch. Aber was passiert, wenn du das wenige, das du hast, ihm gibst? Er segnet es, er bricht es, und er vermehrt es auf übernatürliche Weise, und er speist die Menge.
Weißt du, wir sind so daran gewöhnt, uns im Bereich unserer natürlichen Stärke und unserer natürlichen Möglichkeiten aufzuhalten, dass wir selten erleben, wie groß Gott ist. Wir verlassen uns selten auf seine Auferstehungskraft, weil wir so daran gewöhnt sind, nur das zu tun, was wir aus eigener Kraft tun können. So bewegen wir uns nur in unserer Nachbarschaft, im Bilde gesprochen, wo wir uns auskennen und auf dem sicheren Gehweg – keine Hügel, keine Berge, keine Herausforderungen. Und er sagt: „Ich möchte, dass du mit mir auf diese Berge steigst.“
Wann warst du das letzte Mal in einer Situation, in der du wusstest, dass du es ohne ihn nicht schaffen würdest? Ich hoffe, das passiert oft.
Ich habe den Herrn oft über die Jahre hinweg gebeten, „Lass mich nie an den Punkt in diesem Dienst kommen, wo ich das tun kann, wozu Du mich berufen hast, ohne Dich zu brauchen“. Weißt du, das ist ein Gebet, das Gott mit großer Treue beantwortet. Ich war eine ziemlich gute Schülerin. Ich habe es geliebt, zu lesen und zu studieren, ich konnte gut reden. Aber Gott hält mich einfach an einem Platz, wo ich ihn verzweifelt brauche, wo ich spüre, dass ich es ohne ihn einfach nicht schaffe.
Es gefällt ihm, uns in Umstände zu führen, wo unsere eigene Kraft am Ende ist, wo unsere Weisheit und unsere eigenen Fähigkeiten am Ende sind. Wir haben keine Möglichkeiten mehr, aber wir haben ihn, seine Größe, seine Auferstehungskraft, denn seine Kraft kommt gerade in unserer Schwachheit zur vollen Entfaltung. Und so lernen wir, im Bereich des Übernatürlichen zu leben. Das ist der Moment, wenn andere Gottes Macht in und durch unsere Schwachheit erkennen können.
So ruft der Bräutigam sie also, sich aufzumachen und mit ihm mitzukommen. Er möchte, dass sie lernt, mit ihm zu gehen, mit ihm zu dienen und mit ihm in den Kampf zu ziehen. Er möchte, dass sie mit ihm die schwierigen Abschnitte des Weges geht. Er will sie lehren, mit den Gefahren und Herausforderungen in den Bergen und auf den Hügeln umzugehen.
Und er sagt ab Vers 11: „Denn siehe, der Winter ist vorüber, der Regen hat sich auf und davon gemacht; die Blumen zeigen sich auf dem Land, die Zeit des Singvogels ist da, und die Stimme der Turteltauben lässt sich hören in unserem Land; am Feigenbaum röten sich die Frühfeigen, und die Reben verbreiten Blütenduft; komm, mach dich auf, meine Freundin; meine Schöne, komm doch!“
Ich möchte uns daran erinnern, dass es Jahreszeiten gibt. Hier in Michigan, wo ich lebe, haben wir normalerweise einen richtigen Winter. Der letzte war allerdings überhaupt nicht hart, aber der davor war schlimm! Und er wollte und wollte nicht aufhören. Wir sprechen hier in Michigan von einem „Dauergrau“. Es ist einfach nur dunkel und trostlos, Kälte, Schnee und Eis. Und man denkt, dass der Winter nie ein Ende haben wird.
Aber so ist es nicht, denn Gott hat Jahreszeiten bestimmt, und nach dem Winter kommt der Frühling. Im Wechsel der Jahreszeiten sehen wir ein Bild davon, wie aus dem Tod neues Leben hervorkommt. Der Winter deutet auf das Kreuz, dort haben wir Vergebung unserer Sünde empfangen, und wir sterben unserem alten Menschen. Aber dem folgt der Frühling – und wir erfahren die Kraft von Jesu Auferstehung. Wir werden mit seinem Geist erfüllt, der neues Leben und Fruchtbarkeit bewirkt.
Gott möchte nicht, dass wir für immer in derselben Jahreszeit stehen bleiben. Er bringt neue Jahreszeiten. Er möchte in unserem Leben auf neue Weise arbeiten. Der Winter mag etliche Tage, Wochen und Monate, vielleicht sogar etliche Jahre dauern. „Am Abend kehrt das Weinen ein [und dieser Abend kann sehr lange dauern, doch] am Morgen kommt der Jubel“ (Psalm 30,6). Wenn du mitten im Winter bist, musst du dir immer wieder vor Augen führen: Es gibt einen Frühling! Der Frühling wird kommen.
Ruft Jesus dich? Will er, dass du dich aufmachst und kommst und mit ihm die Berge und Hügel erklimmst, in eine neue Phase des Glaubens eintrittst und eine höhere Ebene seiner übernatürlichen Kraft in deinem Leben erfährst?
Ruft er dich aufzustehen und aus einem Winter herauszukommen, indem du vielleicht schon lange steckst? Ruft er dich, dich aufzumachen und...
- aus einem Winter der Bitterkeit und der Wut herauszukommen und in einen Frühling der Vergebung einzutreten?
- einen Winter zu verlassen, in dem du deine Wunden und Verletzungen aus deiner Vergangenheit pflegst und in einen Frühling der Heilung einzutreten?
- aus einem Winter der Lethargie, Gleichgültigkeit und Belanglosigkeit herauszukommen und in einen Frühling der Entschlossenheit und Ausrichtung auf Christus und ewige Werte zu treten?
- den Winter eines Lebens ohne Zweck und Ziel zu beenden und den Frühling eines zielgerichteten Lebens im Licht der Ewigkeit zu beginnen?
- den Winter deiner Selbstsucht und Ichbezogenheit zu verlassen und einzutreten in einen Frühling, in dem du Gott suchst und zuerst nach seinem Reich trachtest?
- den Winter der Niederlagen, der Knechtschaft und der Scham zu verlassen und in den Frühling eines Lebens in Freiheit und Gnade zu treten?
Manche von euch mögen schon jahrelang Seelsorge oder Therapie in Anspruch genommen haben wegen etwas, das ihnen in der Kindheit widerfahren ist. Seelsorger können eine Hilfe sein. Aber vielleicht sagt Gott einfach: „Komm heraus aus diesem Winter! Mache dich auf, komm und trete in den Frühling der Heilung ein.“
Nun, vielleicht geschieht das nicht über Nacht. Aber bist du überhaupt bereit, diesen Schritt zu gehen? Bereit dazu, dass Gott diesen Frühling in deinen Winter bringt?
Vielleicht ruft Gott dich dazu auf, dich aufzumachen und wegzukommen aus dem Winter eines Achterbahn-Christentums, bestimmt von deinen Gefühlen und Umständen, und in einen Frühling unter der Leitung seines Geistes zu ziehen.
Vielleicht ruft er dich heraus aus einer Nacht der Tränen und der Trauer – und es gibt eine Zeit dafür – aber nun sollst du in den Frühling des Jubels am Morgen (vergleiche Psalm 30,6) treten. Dazu müssen sich nicht unbedingt deine Umstände geändert haben oder deine Probleme verschwunden sein. Denn zu jubeln bedeutet nicht, dass keine Probleme oder kein Druck mehr da ist, das wäre der Himmel. Dieser Jubel, diese Freude ist die Gegenwart des auferstandenen Christus inmitten von Problemen und Druck.
Vielleicht ruft er dich auch auf, eine Zeit hinter dir zu lassen, in der du abgesondert wurdest, um mit ihm allein zu sein. Und er ruft dich jetzt, dass du mit ihm hinaus gehst, auf die Hügel und Berge steigst und mit ihm in den Weinbergen dienst … dass du hinaus gehst zu Orten der Verantwortlichkeit, Mission und Vision, an die du nie selbst gedacht hättest.
Vielleicht bist du auch gerade verwitwet und steckst in einem Winter des Verlusts und der Trauer um deinen Lebenspartner, mit dem du so viele Jahre verbracht hast. Aber vielleicht hat Gott einen neuen Frühling für dich bereit, einen Frühling der Zielgerichtetheit, der Berufung, der Brauchbarkeit und der Fruchtbarkeit, wie du es dir nie vorgestellt hättest.
Er bittet dich nicht, dies alles allein zu tun, wenn er sagt: „Mache dich auf und komm mit!“ Unsere natürliche Antwort ist zu sagen: „Ich kann das nicht! Ich kann das wirklich nicht!“ Und genau das ist es, was Gott möchte, dass wir das verstehen: Wir können es nicht.
Er verlangt nicht von uns, dass wir aus eigener Kraft über diese Berge springen und über diese Hügel hüpfen. Er ruft uns auf, in inniger Gemeinschaft und Einheit mit ihm zu leben und durch den Glauben an der Kraft der Auferstehung teilzuhaben. Durch die Kraft seines Heiligen Geistes, der in uns lebt, können wir wirklich mehr als Überwinder sein. Wir können mit ihm im Sieg leben, über Berge springen und Hügel hüpfen, in Einheit und Gemeinschaft mit Christus.
Lea: Nancy wird gleich wieder bei uns sein, um mit uns zu beten.
Unsere Serie „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“ soll dir dabei helfen, eine tiefere persönliche Beziehung zu Jesus zu erleben. Wenn du magst, schreib uns doch mal über die Website, wie du die Serie findest oder vielleicht auch, wofür wir für dich beten können. Wir würden uns wirklich sehr freuen, etwas von dir zu hören.
Eine Möglichkeit, das Meiste aus dieser Serie herauszuholen, ist durch Nancys Heft zur Vertiefung zu gehen. Es beinhaltet einige sehr hilfreiche, zusätzliche Fragen.
Ich habe die Fragen selbst beantwortet und mag es, dass sie wirklich persönlich sind. Hier ein paar Fragen, die mir geholfen haben über meine Beziehung zum Herrn nachzudenken:
- Fällt es dir schwer, innerlich so ruhig zu werden, dass du auf den Herrn hören kannst?
- Welche anderen „Stimmen“ und welcher Lärm halten dich davon ab, seine Stimme zu hören?
Oder diese hier:
- Wie kannst du sie ausschalten, sei es sinnbildlich oder buchstäblich?
Lade dir doch auch die PDF herunter, suche dir einen ruhigen Platz und beantworte für dich die Fragen. Und danach? Sprich doch einfach mit dem Herrn darüber. Bitte ihn um Hilfe und um Ideen, wenn du mit Ablenkungen kämpfst, aber doch mehr Zeit mit ihm verbringen möchtest.
Erinnerst du dich an die Frage, zu den Stimmen, die unsere Nähe zu dem Herrn stehlen?
Alles, was deine Liebe zu Christus wegnimmt, wird im Hohelied mit kleinen Füchsen verglichen. In der nächsten Folge wird Nancy uns mehr dazu erklären. Sei also wieder dabei.
Jetzt will Nancy mit uns zum Abschluss noch beten. Bis zum nächsten Mal.
Nancy: Herr, Du hast gesagt: „Mache dich auf und komm!“ Und Du sprichst zu unseren Herzen – auch gerade jetzt – über Wege, wo Du Dir wünschst, dass wir aufstehen und kommen, um mit Dir über Berge zu springen und über Hügel zu hüpfen. O Herr, gib uns Gnade, Glauben und Mut zu sagen: „Ja Herr, ich komme, ich gehe mit Dir. Ich kann das hier nicht, aber Du kannst es.“
Hab Dank, dass Du heute zu unseren Herzen sprichst. Ich bete, dass selbst in diesen einleitenden Folgen dieser Serie Du etwas Schönes, etwas Besonderes und Tiefes in unseren Herzen bewirkst, das wir mitnehmen können.
Ich bete um Segen für die Zuhörerinnen. Hilf, dass sie das Gehörte anwenden können in den Bergen und Hügeln, die sie umgeben, wenn sie wieder hineingehen in die Realität ihres Alltags. Einige befinden sich an sehr schwierigen und schmerzhaften Orten. Für manche wird der Winter nicht so schnell zu Ende sein. Ich danke Dir, dass es auch dafür Gnade gibt.
Lass uns an dir festhalten, Herr und weiterhin glauben, dass der Zeitpunkt kommen wird, an dem wir alle die von Dir verheißenen Freuden empfangen werden. Dann werden wir das sein, was wir sein sollen und da sein, wo wir sein sollen. Etwas, was wir jetzt noch nicht sind und auch nicht sein können, wird bald Wirklichkeit sein.
Für all das und noch viel mehr danken wir dir, in Jesu heiligem Namen. Amen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung ©2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
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Jetzt wird’s persönlich!
Tag 8 - Unbeachtete Liebe (in der Werkstatt des Lebens – Hohelied 2,8-11)
- Da ist die Stimme meines Geliebten! (Hohelied 2,8). Ich will hören, was Gott der Herr sagen wird (Psalm 85,9). „Dies ist mein geliebter Sohn (...) auf ihn sollt ihr hören! (Matthäus 17,5).“ Nimmst du dir regelmäßig Zeit, Jesu Stimme zu hören? Wann warst du dir zuletzt bewusst, dass er durch sein Wort zu dir spricht; und was hat er dir gesagt?
- Fällt es dir schwer, innerlich so ruhig zu werden, dass du auf den Herrn hören kannst? Welche anderen „Stimmen“ und welcher Lärm halten dich davon ab, seine Stimme zu hören? Wie kannst du sie ausschalten, sei es sinnbildlich oder buchstäblich?
- Da ist die Stimme meines Geliebten! Siehe, er kommt! Er springt über die Berge, er hüpft über die Hügel! (Hohelied 2,8). Was sind einige „Berge und Hügel“ in deinem Leben, die für dich schwierig oder unmöglich zu erklimmen sind, die aber für Christus kein Hindernis darstellen?
- Mein Geliebter beginnt und spricht zu mir: »Mach dich auf, meine Freundin, komm her, meine Schöne! Denn siehe, der Winter ist vorüber (Hohelied 2,10-11). Ruft dich der Bräutigam auf, dich aufzumachen und einen Winter deines Lebens hinter dir zu lassen? Wie könntest du seine übernatürliche Macht auf ganz neue Weise erfahren, wenn du seinem Ruf folgen würdest?