Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Nancy DeMoss Wolgemuth ermutigt dich, das Angesicht Gottes zu suchen. Warum? Weil er mit Dir Zeit verbringen möchte.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wenn du diese Zeit mit dem Herrn verbringst, dass er dein Gesicht sehen und deine Stimme hören möchte? Das wird deiner Andachtszeit eine ganz neue Perspektive verleihen.
Lea: Hallo. Schön, dass du wieder dabei bist. Herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen. Heute hörst du Folge 9 unserer Reihe zum Hohelied mit dem Titel „Der Geliebte meiner Seele“.
Wenn du Christus noch nicht persönlich kennengelernt hast, hoffe ich, dass du uns weiter zuhörst. Unsere Serie zeigt, was es bedeutet, eine innige Beziehung zu Christus zu beginnen. Wenn du bereits eine …
Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Nancy DeMoss Wolgemuth ermutigt dich, das Angesicht Gottes zu suchen. Warum? Weil er mit Dir Zeit verbringen möchte.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wenn du diese Zeit mit dem Herrn verbringst, dass er dein Gesicht sehen und deine Stimme hören möchte? Das wird deiner Andachtszeit eine ganz neue Perspektive verleihen.
Lea: Hallo. Schön, dass du wieder dabei bist. Herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen. Heute hörst du Folge 9 unserer Reihe zum Hohelied mit dem Titel „Der Geliebte meiner Seele“.
Wenn du Christus noch nicht persönlich kennengelernt hast, hoffe ich, dass du uns weiter zuhörst. Unsere Serie zeigt, was es bedeutet, eine innige Beziehung zu Christus zu beginnen. Wenn du bereits eine Beziehung zu ihm hast, wird diese Serie dir helfen, sie zu vertiefen. Nun hörst du Annette Schorre, die deutsche Stimme von Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy: Wie wir im Laufe dieser Serie bereits öfter gesagt haben, ist das Hohelied die Geschichte eines Bräutigams und seiner Braut. Wir haben uns aber auch daran erinnert, dass die menschliche Ehe auf eine größere, ja auf die ultimative Geschichte hinweist. Es ist die Geschichte von Gottes Liebe zu seinem Volk – es ist die Geschichte von Christi Liebe zu seiner Braut, der Gemeinde, und zu jedem einzelnen von uns, wenn wir Glieder dieser Braut sind.
Jede verheiratete Frau weiß – und auch jede Unverheiratete weiß es – , dass eine Ehe durch Höhen und Tiefen geht. Es gibt verschiedene Phasen. Es gibt Zeiten von Verliebtheit und intensiver, feuriger Leidenschaft, und auch Zeiten, wo es nicht so besonders ist – wenn die Beziehung herausgefordert ist.
Es kann Phasen geben, wo Dinge in die Ehe oder Familie kommen, wo Situationen eintreten, und die Ehe wird einfach anstrengend und schwierig und kann zu harter Arbeit werden. In den ersten, einleitenden Sendungen dieser Serie haben wir die Braut und den Bräutigam in einer Phase intensiver, extatischer Leidenschaft und Liebe gesehen, mit einer großen Intimität zwischen den beiden – einige entzückende Ausdrücke beschreiben die Vertrautheit zwischen ihnen.
An dem Punkt würde man denken, dass nichts diese wirklich wunderschöne Beziehung stören könnte – hast du dich damals vielleicht auch so gefühlt, als du bei deiner Trauung „Ja“ gesagt hast? Damals hast du wahrscheinlich nicht darüber nachgedacht, wie es in Krankheit, Armut und in bösen Tagen sein würde, als du versprochen hast, in all diesen Zeiten treu zu sein, nicht wahr?
In der letzten Folge hat der Bräutigam – vielleicht erinnerst du dich, wenn du sie gehört hast – seine Geliebte gerufen, das Schlafgemach zu verlassen (das war der Ort wo sie mit ihm allein war), und er wollte, dass sie mit ihm aus dem Gemach herauskam und ihn begleitete.
Ich lese die Stelle noch einmal, um sie uns in Erinnerung zu rufen, dann werde ich dort fortfahren, wo wir das letzte Mal stehen geblieben sind. Hohelied 2, ab Vers 8:
„Da ist die Stimme meines Geliebten! Siehe, er kommt! Er springt über die Berge, er hüpft über die Hügel! Mein Geliebter gleicht einer Gazelle oder dem jungen Hirsch. Siehe, da steht er hinter unserer Mauer, schaut zum Fenster hinein, blickt durchs Gitter.
Mein Geliebter beginnt und spricht zu mir: „Mach dich auf, meine Freundin, komm her, meine Schöne! Denn siehe, der Winter ist vorüber, der Regen hat sich auf und davon gemacht; die Blumen zeigen sich auf dem Land, die Zeit des Singvogels ist da, und die Stimme der Turteltauben lässt sich hören in unserem Land; am Feigenbaum röten sich die Frühfeigen, und die Reben verbreiten Blütenduft; komm, mach dich auf, meine Freundin; meine Schöne, komm doch!“ (Hohelied 2,8-13).
Ich möchte hier kurz innehalten und darauf zurückkommen, wie wir den Bräutigam sahen: Die Braut sagt, er springt über die Berge und hüpft über die Hügel.
Wir haben gesagt, dass die Berge und Hügel Herausforderungen des Lebens darstellen, die, menschlich gesprochen, unüberwindbar sind. Du und ich, wir können nicht über die Berge springen und über die Hügel hüpfen. Gazellen und junge Hirsche können das, aber wir nicht. Das übersteigt unsere Fähigkeit – dafür sind wir nicht gemacht. Die Berge sind ein Bild von schwierigen Umständen, die Glauben erfordern, um sie zu überwinden.
Wir kommen in unserem Leben in Situationen, die diesen Bergen und Hügeln gleichen, und wir betrachten sie und denken: „Es ist unmöglich, sie zu bewältigen.“ Aber Christus möchte, dass wir seine übernatürliche Kraft erfahren, sein Auferstehungsleben – nicht nur, wenn wir uns zurückziehen und in der Bibel lesen und unsere wunderbare, kleine Stille Zeit haben, sondern auch, wenn wir hinausgehen auf die Hügel und Berge – in die Realität des Lebens in einer gefallenen und zerbrochenen Welt. Er ruft uns auf, mit ihm in diese Umstände zu gehen und auch dort seine übernatürliche Kraft zu erleben.
In Vers 10 ruft also der Bräutigam die Braut auf, mit ihm zu kommen. Er sagt: „Mach dich auf, meine Freundin, komm her, meine Schöne!“ Und in Vers 13, also am Ende des Abschnitts, den wir gerade gelesen haben, wiederholt er genau diesen Aufruf. Beim Nachdenken darüber fragte ich mich: „Warum findet er es nötig, die Braut noch einmal dasselbe zu bitten?“
Ich kann mir nur vorstellen, dass die Braut das erste Mal nicht auf die Aufforderung reagierte. Sie befindet sich immer noch im Palast und genießt es, an ihre Zeit allein mit dem Bräutigam, zurückzudenken. Doch er steht außerhalb des Palastes und ruft sie, aber sie zögert scheinbar mit ihrer Antwort.
Sie ist sich nicht so sicher, ob sie mit ihm in diese Berge und Hügel des Lebens gehen soll. Kannst du das nachvollziehen? Denk an die Zeiten, in denen Gott dir einen Auftrag gab oder dich in eine Herausforderung stellte, und du warst zögerlich, seinen Auftrag anzunehmen. Ich habe viel Zeit meines Lebens in so einer Haltung verbracht. Es scheint mir, dass das meiste von dem, was Gott für mich plante, weit über das hinausgeht, was ich natürlicherweise kann.
Für mich sind das Berge und Hügel, und ich sage: „Das kann ich nicht.“ Ich nenne dem Herrn fünfzehn Gründe, warum ich das nicht tun kann, warum es einfach nicht funktionieren wird. Ich gebe meinen Gefühlen nach und schaue auf meine Unzulänglichkeiten, anstatt dass ich sage: „Herr, ich kann das nicht – aber ich weiß, Du kannst es. Also gut, ich mache mich auf; und ich werde mit Dir kommen.“ Wir würden sehr gerne das christliche Leben leben, ohne uns jemals den Tatsachen des wirklichen Lebens stellen zu müssen, nicht wahr? Den Bergen und Hügeln, den komplizierten Lebensumständen, den schwierigen Beziehungen.
Wäre es nicht wunderbar, wenn wir einfach die ganze Zeit mit dem Herrn in unserer Kammer bleiben könnten? „O, diese wunderbare Gebetszeit! Herr, bring mich nicht in diese Berge und Hügel.“ Ich befinde mich gerade selbst mitten in solchen Beziehungen, Situationen, wo ich keine Ahnung habe, wie ich mit ihnen umgehen soll.
Sie sind unangenehm, sie sind hart, sie erfordern Glauben. Ich würde viel lieber einfach in der Gemeinde sitzen oder an True Woman Frauenkonferenzen teilnehmen… oder zuhause bleiben und Podcasts hören, in der Bibel lesen und christliches Radio hören. Es ist leicht, unter diesen Umständen geistlich zu sein, nicht wahr? Man kann sich einfach treiben lassen.
Aber unser himmlischer Bräutigam ist am Werk in diesen Bergen und Hügeln, da wirkt er, und er will, dass wir uns aufmachen und mit ihm in diesen Situationen leben und diesen Herausforderungen begegnen.
Die Braut reagierte nicht beim ersten Mal; und so ruft der Bräutigam sie ein zweites Mal. Er ist beharrlich. Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich bin Gott für seine Barmherzigkeit und Gnade so dankbar, dass er mir nachgegangen ist, wenn ich zögerlich war. Es würde Revive our Hearts in dieser Form nicht geben, wenn Gott mir nicht nachgegangen wäre … wenn ich meinte: „Ich kann das nicht. Ich kann das auf keinen Fall!“
Doch er war behutsam und beharrlich. Er ging mir nach. Er rief mich, und er gab mir Gnade, dass ich in diese Berge und Hügel des Lebens ging. Diese Beharrlichkeit kann man auch in Vers 14 erkennen: „Meine Taube in den Felsenklüften, im Versteck der Felsenwand; Lass mich deine Gestalt sehen, lass mich deine Stimme hören! Denn deine Stimme ist süß, und lieblich ist deine Gestalt.“
Vorher nannte er sie seine „Schöne“. Jetzt nennt er sie seine „Taube“. Sie ist sein. Seine Schöne, seine Taube, sie gehört zu ihm – er nennt sie „Meine Taube“. Das erinnert an Matthäus 10,16, wo Jesus seinen Jüngern gebietet, dass sie „ohne Falsch wie die Tauben“ sein sollen. Tauben haben etwas Sanftmütiges und Zartes an sich.
Er sieht sie als schön, als rein, sanftmütig und zart an. Freust du dich nicht auch, dass Jesus uns entsprechend unserer Stellung, wie wir in ihm sind, ansieht, und nicht so, wie wir uns vielleicht selbst sehen, getrennt von ihm? Sie ist schön. Sie ist seine Taube. Sie ist in den Felsspalten. Wir werden uns hier jetzt nicht näher mit der Bedeutung dieses Wortes beschäftigen – es ist ein schönes Bild – aber ich denke, es spricht davon, wie wir in Christus, unserem Felsen, geborgen sind, der für uns gespalten wurde. Ich muss da an das alte Kirchenlied denken: „Fels des Heils, geöffnet mir [für mich gebrochen am Kreuz], birg mich, ew’ger Hort in dir.“
Der Bräutigam sagt zu seiner Taube, seiner Schönen, dass er ihren Anblick genießen und ihre Stimme hören möchte. Ihre Stimme ist für ihn lieblich, und ihr Anblick ist für ihn schön. Ich weiß nicht, wie es dir damit geht. Aber wenn wir hier an Christus denken, unseren Geliebten, finde ich das sehr erstaunlich. Wenn du dich morgens hinsetzt, um deine Stille Zeit zu halten, möchtest du dann nicht seine Stimme hören und sein Angesicht sehen?
Aber hast du jemals darüber nachgedacht, wenn du diese Zeit mit dem Herrn verbringst, dass er auch dein Gesicht sehen und deine Stimme hören möchte? Das wird deiner Andachtszeit eine ganz neue Perspektive verleihen – die Tatsache, dass du eingeladen bist, in seine Gegenwart zu kommen, aus Gnade, durch Glauben, reingewaschen durch sein Blut, gekleidet in seine Gerechtigkeit.
Er sieht dich als seine Taube, seine Schöne. Und du sagst: „O Herr, warum solltest du meine Stimme hören wollen? Warum solltest du mein Gesicht sehen wollen?“ Die Tatsache, dass er uns sehen und hören will – ich verstehe sie nicht. Seit über fünfzig Jahren folge ich nun schon dem Herrn nach, und ich kann das immer noch nicht begreifen.
Ich verstehe es nicht, aber es ist Teil seiner Liebe, dass er sich zu uns nicht hingezogen fühlt wegen irgendetwas, was wir von Natur aus wären oder was uns natürlicherweise ausmacht, sondern er fühlt sich zu uns hingezogen wegen seines Wesens, weil er ein Liebhaber ist.
Nun, in diesem ganzen Abschnitt sehen wir, wie wichtig wechselseitige Kommunikation ist, in der Ehe – wir wissen, wie wichtig sie ist – aber auch in unserer Beziehung mit dem Herrn. Gehen wir nochmal kurz zurück zu Vers 8, da sagt die Braut: „Da ist die Stimme meines Geliebten!“ Sie schenkt seiner Stimme Gehör, sie hört, was er sagt. Er spricht, und sie hört zu. Das führt mich zu der Frage: „Nimmst du dir Zeit, deinem Geliebten zuzuhören, wenn er spricht?“
Sperrst du manchmal die anderen Stimmen aus, damit du auf seine Stimme hören kannst? Vielleicht fragst du: „Wie kann ich seine Stimme hören?“ Nimm dieses Buch, die Bibel! Dieses Wort ist Gottes Stimme, die zu uns spricht. Es ist Christi Wort an uns. Nimmst du es zur Hand? Schaltest du dein Handy aus, deinen Computer, deinen Fernseher und nimmst du dir Zeit, auf die Stimme deines Geliebten zu hören?
Und dann in Vers 14, da sagt er zu ihr: „Lass mich deine Stimme hören!“ Er will, dass sie ihm antwortet. Er will, dass wir zu ihm beten. Sprichst du zu ihm? Redest du zu ihm? Hört er deine Stimme im Gebet? Nun, ich liebe es, Gottes Stimme in seinem Wort zu hören, aber ich sage dir, es ist das Zweite, dass mich mehr überführt, denn das Gebet fällt mir oft schwer.
Ich würde ihm lieber einfach nur zuhören, aber ich merke, dass er auch will, dass ich mit ihm spreche … Er freut sich, seine Kinder, seine Braut, seine Geliebten zu hören, wenn sie mit ihm im Gebet sprechen, wenn sie mit ihm reden. Wenn du seine Stimme hörst, wie reagierst du? Bist du zu beschäftigt mit anderen Dingen, wenn er spricht und sagt: „Komm, mach dich auf“? Sagst du: „Komm später nochmal wieder" oder „Ich komme später“, und dieses „später“ kommt nie?
Es wird Abend, du bist müde, du hast ihn vertröstet, du hast es aufgeschoben, und „später“ kommt nie. Vielleicht zögerst du, in die Gegenwart des Herrn zu kommen, Zeit mit ihm zu verbringen, ihm deine Stimme hören und dein Gesicht sehen zu lassen, weil du dich schämst, weil du verlegen, weil du ängstlich bist.
Du versuchst, erst bei dir selbst alles in Ordnung zu bringen und dich passend zu machen, bevor du in seine Gegenwart kommst… Du versuchst, dich zuerst selbst würdig zu machen.
Lass mich dir etwas sagen: Du kannst dich nicht selbst würdig machen, um in seine Gegenwart zu kommen. Wir kommen in seine Gegenwart, weil er würdig ist, und seine Würdigkeit ist es, die uns würdig macht – er lädt uns ein zu kommen. Das macht uns würdig.
Nun, er hat die Einladung ausgesprochen: „Lass mich deine Gestalt sehen, Lass mich deine Stimme hören!“ Es ist so wichtig, dies am Anfang des Tages und auch im Verlauf des Tages zu tun… bevor wir mit ihm dienen, und wenn wir mit ihm auf die Berge und Hügel gehen. So hören wir also eine Einladung.
Und dann, wenn wir zu Vers 15 gehen, haben wir eine Mahnung. Der Bräutigam sagt zu seiner Braut: „Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, welche die Weinberge verderben; denn unsere Weinberge stehen in Blüte!“ Wir erinnern uns: Im 1. Kapitel sagte die Braut zum Bräutigam: „Meinen eigenen Weinberg habe ich nicht gehütet!“
Ihr Weinberg war ungepflegt und vernachlässigt, vielleicht hatte sie sich um diese „kleinen Füchse“ in ihrem Weinberg nicht gekümmert. Es geht hier darum, dass wir darauf achten müssen, die Vertrautheit in einer Liebesbeziehung zu bewahren und zu schützen – ob es nun die Beziehung zu dem Ehepartner oder zu Christus ist. Wir müssen bereit sein, uns um jeden Riss in dieser Beziehung zu kümmern, wie minimal er auch zu sein scheint.
Weißt du, in Bezug auf Weinberge sind große Füchse nicht das Problem. Große Füchse gehen an die Früchte, aber die wachsen nach. Die kleinen Füchse aber, die unterhalb der Frucht die Wurzeln anknabbern, die den Weinstock annagen – sie bedrohen die Beziehung an sich.
Für die meisten von uns sind es wahrscheinlich nicht die großen Füchse, die unsere Beziehung zum Herrn oder auch unsere Ehe zerstören. Es sind nicht so sehr die großen Sünden des Fleisches. Die meisten Zuhörerinnen würden nicht ihrem Ehemann davonlaufen, Ehebruch begehen oder Tausende von Euros von ihrer Kirchengemeinde veruntreuen.
Das heißt nicht, dass wir nicht alle das Potential haben, auf diese Weise zu sündigen, aber für die meisten von uns ist das nicht die größte Gefahr für unsere Liebesbeziehung zum Herrn. Bei den meisten von uns sind es die kleinen Füchse – die Sünden des Geistes, die Dinge, die nicht aufgedeckt werden, um die wir uns nicht kümmern, weil wir glauben, dass sie so unbedeutend sind. Doch sie nagen langsam, aber sicher an unserer Beziehung mit dem Herrn.
Diese unbemerkten kleinen Füchse sind Stolz, Unzufriedenheit, Jammern, Murren, Konkurrenzdenken, Selbst-Zentriertheit (das heißt, sich nur um sich selbst, um die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu drehen), Bitterkeit, Unversöhnlichkeit, Vernachlässigung von Gottes Wort und Gebet. Das sind die „kleinen Füchse, die unsere Beziehung zu Gott und anderen zerstören. Welches sind die kleinen Füchse bei dir?
Ich möchte dich einfach ermutigen, dir diese Frage zu notieren und in den nächsten Tagen einmal darüber nachzudenken. Frag den Herrn: „Zeig mir, was sind die kleinen Füchse, die an meiner Beziehung zu dir nagen?“
Die Antwort der Braut in Vers 16 lautet: „Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein, der (seine Herde) unter den Lilien weidet.“ Manche Bibelausleger sehen das als eine freudige, bereitwillige Antwort auf die Einladung ihres Geliebten. „Ja, Herr!“ Aber ich glaube, es ist eigentlich eine enttäuschende Antwort, wenn man den Kontext anschaut, vor allem im Licht von Kapitel 3.
Was hatte dieser Geliebte nochmal zu seiner Braut gesagt? Er sagte „Komm, mach dich auf. Lass uns zusammen über die Berge springen und die Hügel hüpfen, lass uns zusammen in die herausfordernden Lebensumstände hineingehen.“ Und als sie schließlich antwortet, sagt sie „Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein, der unter den Lilien weidet.“ Was sagt sie im Grunde?
Ich denke, sie könnte hier sagen „Ich bin zufrieden damit, gerade da, wo ich jetzt bin. Ich habe ihn; er hat mich.“ Sie will nicht fort; sie will keine Veränderung, sie will den Frieden und die Sicherheit dieses Erlebnisses der intimen Gemeinschaft mit ihrem Geliebten nicht verlassen. Sie genießt es, der Mittelpunkt seines Lebens zu sein, aber er will der Mittelpunkt ihres Lebens werden.
Er will nicht, dass sie nur für sich selbst die Beziehung zu ihm genießt und sich an ihm erfreut Er möchte, dass sie mit ihm hinausgeht, in die Situationen des Lebens, in die Weinberge der Welt, und dass sie dort mit ihm Frucht bringt. Kennst du das, dass es einem leicht fällt, mit den Dingen zufrieden zu sein, einfach so, wie sie sind?
„Ich hab ihn, ich hab Jesus. Ich komme in den Himmel. Ich bin gerettet. Was brauche ich sonst noch? Soll er in den Weingarten der Welt gehen und seine Arbeit machen. Ich möchte einfach hier bleiben. Ich will keine Aufregung, ich möchte meine Komfortzone, meinen kleinen, christlichen Kokon nicht verlassen. Lass mich in Ruhe.“
Sie versäumt es, denke ich, auf die Aufforderungen, die Bitten und den Appel seiner Liebe zu reagieren. Sie sagt in Vers 17: „Wenn der Tag anbricht und die Schatten fliehen [es ist dunkel – ich glaube, ich komme mit diesen Bergen und Hügeln im Dunkeln nicht zurecht], dann komm zu mir, mein Geliebter, so flink wie eine Gazelle oder ein junger Hirsch auf den zerklüfteten Bergen (NLB) [oder auf den Bether-Bergen, wie es die Anmerkung in der Elberfelder Bibel sagt].
Das Wort Bether bedeutet im Hebräischen „Trennung“. Auch wenn es sich hier vielleicht um einen geographischen Ort handelt, denke ich, dass Bether eine sinnbildliche Bedeutung hat. Möglicherweise sagt sie hier: „Geh du nur auf diese Berge und Hügel hinaus, aber ich bin dafür nicht bereit. Ich bleibe hier – geh du nur hinauf. Vielleicht kann ich, wenn der Morgen kommt, mit dir auf die Berge und Hügel gehen – aber jetzt nicht. Es ist zu dunkel. Es ist mir zu schwer. Ich kann das nicht.“
Sie möchte, dass er zu ihr kommt, aber sie ist nicht bereit, mit ihm zu gehen. „Warte, bis die Schatten verflogen sind. Warte, bis sich die Dinge geklärt haben; warte, bis das Leben einfacher ist. Warte, bis ich älter bin, warte, bis ich noch etwas vom Leben gehabt habe. Warte. Ich bin einverstanden, dass wir einen zerklüfteten Berg, einen Berg der Trennung – Bether – zwischen uns haben. Ich bin einfach jetzt noch nicht soweit, mit dir zu gehen. Später, später werde ich mit dir kommen.“
Denke einmal darüber nach, was für ein Unterschied das ist zu dem, was wir vorher über ihre Beziehung gelesen haben. Erinnere dich an Kapitel 1, wo sie sagte: „Zieh mich dir nach, so laufen wir!“ Jetzt will er sie nachziehen, aber sie ist unwillig, ihm zu folgen. Sie zögert.
Ich denke an meine eigene Reise mit dem Herrn, meine eigene Beziehung mit dem Herrn. Ich erinnere mich, wie oft ich als junges Mädchen – auch als kleines Mädchen – jugendliche, als junge Frau, zum Herrn gebetet habe, dass er mich ruft. Ich hatte einfach solch ein brennendes Herz, solch eine Liebe zu ihm.
Ich habe ihn oft gebeten, mich zu sich zu ziehen, mich zu senden, mich zu gebrauchen. Ich wollte im Glauben leben. Ich sehnte mich danach, mit ihm hinauszugehen und zu tun, was auch immer er in der Welt getan haben wollte. Aber ich habe festgestellt, dass ich, wo ich älter werde, nicht mehr so bereitwillig bin, Risiken auf mich zu nehmen. Ich gehe nicht so bereitwillig in unbekannte Situationen. Ich will nicht unbedingt dahin, wo es schwierig ist. Ich bleibe lieber da, wo es bequem und sicher ist … Ich ziehe das Bekannte dem Unbekannten vor.
Nun, in Kapitel 3 werden wir sehen, dass wir die Freude, aus der innigen Beziehung mit dem Herrn heraus, verlieren, wenn wir nicht Glaubensschritte wagen, sozusagen „die Gemächer verlassen“ und mit ihm hinaus in die Lebensumstände, in seinen Weinberg, gehen und ihm dort dienen.
Wenn wir uns weigern, mit ihm hinauszugehen, wenn wir zögern, wenn wir sagen: „Geh du,“ und wir bleiben da, wo wir sind, werden wir das Gefühl der Nähe in unserer Beziehung mit ihm verlieren. Wir werden die Freude verlieren, die wir während der jungen anfänglichen Liebe hatten.
Ruft der Herr Jesus dich heute, aufzustehen und mit ihm in die Berge und Hügel des Lebens zu gehen? Vielleicht hat er dich schon oft gerufen. Vielleicht bittet er dich, etwas zu tun und du sagst „Das kann ich auf keinen Fall!“ Du hast Recht … ich kann keinesfalls das tun, wozu er mich berufen hat. Aber er will, dass wir mit ihm gehen, in Einheit und Gemeinschaft mit ihm, hinaus auf die Berge und Hügel des Lebens, um über die Berge zu springen, über die hohen Hügel zu hüpfen.
Wenn er dich ruft, sag: „Ja, Herr! Ich mache mich auf, ich komme mit dir.“ Gibt es da kleine Füchse, über die er mit dir gesprochen hat? Dinge, die an deiner Beziehung zum Herrn nagen? Er sagt: „Kümmern wir uns darum! Ignoriere diese ‚kleinen Füchse‘ nicht. Tu nicht so, als wären sie nicht da. Lass mich sie dir zeigen, wir kümmern uns zusammen darum. Fangen wir die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinstöcke verderben, denn unsere Weinberge stehen in Blüte.“
Vielleicht sagt er zu dir: „Ich will dein Gesicht sehen; ich will deine Stimme hören; ich möchte mit dir Gemeinschaft haben.“ Er ruft dich aufzustehen, dich aufzumachen und in eine tiefere, engere Beziehung mit ihm einzutreten.
O Herr, unsere Herzen möchten antworten: „Ja. Ja, Herr! Ruf uns, ziehe uns, und wir werden Dir nachlaufen, durch Deine Gnade. Ich bete dies in Jesu Namen. Amen.“
Lea: Das war Nancy DeMoss Wolgemuth. Sie hat ermutigt, die Ablenkungen beiseite zu legen, die dich von einer tieferen Beziehung zu Christus abhalten.
Um dir dabei zu helfen, festzustellen, was diese Ablenkungen sein könnten, hat Nancy einige Vertiefungsfragen zum Hohelied aufgeschrieben. Diese Fragen findest du als PDF im Downloadbereich unserer Website belebeunsereherzen.com.
Durch die Fragen kannst du das Gehörte mit deinem Leben und Gottes Wort vergleichen. Eventuell stellst du fest, dass Christus dir Bereiche nennt, in denen du wachsen sollst. Wir bei Belebe unsere Herzen beten für deine persönliche Zeit mit dem Herrn.
Jede Ehe macht harte Zeiten durch. Und das gilt auch für unsere Beziehung mit dem Herrn. Beim nächsten Mal wird Nancy uns zeigen, wie wir den Herrn suchen können, wenn wir uns ihm fern fühlen. Sei wieder dabei bei Belebe unsere Herzen.
Belebe unsere Herzen Teil von Revive Our Hearts Ministries und ruft dich zur Freiheit, Fülle und Frucht in Christus.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
[su_spacer size="50"]
Jetzt wirds persönlich!
Tag 9 - Unbeachtete Liebe 2: Dein himmlischer Bräutigam ist am Werk (Hohelied 2,13-17)
-
- „Lass mich deine Gestalt sehen, Lass mich deine Stimme hören!“ (Hohelied 2,14) Hält dein Terminkalender dich davon ab, wertvolle Zeit mit Jesus zu verbringen? Was kannst du umplanen oder streichen?
-
- Findet in deiner Beziehung mit dem Herrn eine wechselseitige Kommunikation statt?
„Da ist die Stimme meines Geliebten!“ (Vers 8) – Nimmst du dir Zeit zuzuhören, wenn er durch sein Wort zu dir spricht? Wenn du ihn hörst, wie reagierst du?„Lass mich deine Stimme hören!“ (Vers 14) – Sprichst du oft im Gebet mit dem Herrn?
Wenn du verheiratet bist: Hörst du deinem Partner zu, und sprichst du auch mit ihm?
- „Mein Geliebter beginnt und spricht zu mir: »Mach dich auf, meine Freundin, komm her, meine Schöne!“ (Hohelied 2,10). Gibt es einen Bereich in deinem Leben, wo du unwillig oder zögerlich auf den Ruf Christi reagierst? Gibt es etwas, um das er dich bittet, dass du zu schwierig oder riskant findest? Vielleicht liegt es im Bereich des „Unbekannten“, und er möchte, dass du dich aufmachst und ihm vertraust, dass er dich befähigt?
Wie reagierst du auf seinen Ruf? Bist du bereit, deine Komfortzone zu verlassen und ihm zu folgen?
- Findet in deiner Beziehung mit dem Herrn eine wechselseitige Kommunikation statt?
- „Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, welche die Weinberge verderben“ (Hohelied 2,15). Was sind einige dieser „kleinen Füchse, die deine Beziehung mit dem Herrn gefährden? Wie kannst du mit ihnen umgehen?