Joni Eareckson Tada TW22 – HEAVEN RULES
Vortrag im Plenum
Lea Köster: Die querschnittsgelähmte Joni Eareckson Tada litt unter starken Schmerzen und benötigte Hilfe.
Joni Eareckson Tada: Ich holte im Dunkeln tief Luft und schrie auf: „Hilfe! Helft mir!“ Im Haus war es still. Jetzt raste mein Herz, denn ich war in großer Not.
Lea: Heute werden wir herausfinden, was Joni widerfahren ist und damit: Hallo bei Belebe unsere Herzen. Mein Name ist Lea Köster und ich bin schon einige Jahre Teil des Teams.
Belebe unsere Herzen möchte dich ermutigen, dich mit Gottes Wort zu beschäftigen und es in dich aufzunehmen. Warum? Dafür gibt es viele Gründe.
Wenn wir unseren Geist mit der Heiligen Schrift füllen, lernen wir Gott besser kennen. Und was gibt es Wichtigeres in unserem Leben, als Gott unseren Schöpfer zu kennen? Wenn wir uns mit seinem …
Joni Eareckson Tada TW22 – HEAVEN RULES
Vortrag im Plenum
Lea Köster: Die querschnittsgelähmte Joni Eareckson Tada litt unter starken Schmerzen und benötigte Hilfe.
Joni Eareckson Tada: Ich holte im Dunkeln tief Luft und schrie auf: „Hilfe! Helft mir!“ Im Haus war es still. Jetzt raste mein Herz, denn ich war in großer Not.
Lea: Heute werden wir herausfinden, was Joni widerfahren ist und damit: Hallo bei Belebe unsere Herzen. Mein Name ist Lea Köster und ich bin schon einige Jahre Teil des Teams.
Belebe unsere Herzen möchte dich ermutigen, dich mit Gottes Wort zu beschäftigen und es in dich aufzunehmen. Warum? Dafür gibt es viele Gründe.
Wenn wir unseren Geist mit der Heiligen Schrift füllen, lernen wir Gott besser kennen. Und was gibt es Wichtigeres in unserem Leben, als Gott unseren Schöpfer zu kennen? Wenn wir uns mit seinem Wort beschäftigen, sehen wir uns selbst so, wie wir wirklich sind. Außerdem hilft es uns, unsere Lebensumstände aus einer ewigen Perspektive zu betrachten.
Nancy zitiert öfters den bekannten englischen Prediger Charles Spurgeon aus dem 19. Jahrhundert. Ja, sie nennt ihn sogar ihren Freund. Spurgeon drückt unseren Wunsch so aus: „O, dass Sie und ich zum Herz des Wortes Gottes vordringen und dieses Wort aufnehmen mögen!“
Er erklärt das mit einem sehr anschaulichen Bild. Er sagt:
„So wie ich gesehen habe, wie die Seidenraupe sich in das Blatt frisst und es verzehrt, so sollten wir mit dem Wort des Herrn verfahren – nicht nur an der Oberfläche entlang kriechen, sondern es richtig in uns aufnehmen, bis wir es in unser Innerstes aufgenommen haben.“
Kannst du dir das vorstellen? Wir wollen nicht nur über die Oberfläche des Wortes Gottes kriechen. Wir wollen es kauen, es essen, es in unseren Körper aufnehmen. Spurgeon sagt weiter, dass es nicht ausreicht, einen Blick auf die Schrift zu werfen oder die Details der Schrift in unseren Köpfen zu speichern, sondern dass wir, wie er sagt, die Seele der Schrift essen müssen – bis die Schrift aus uns herausströmt. Sie ist ein Teil von uns. Wir haben sie aufgenommen und sie ist in unserem Innersten verankert.
Das hat sich Joni Eareckson Tada zur Gewohnheit gemacht.
Joni ist an einen Rollstuhl gefesselt, doch Gottes Wort stützt sie in dunklen und schwierigen Zeiten.
Du hörst: Heaven Rules: Wenn Leiden auf Souveränität trifft.
Joni Eareckson Tada: Jetzt wird’s persönlich. Alles begann 1967. Ich war siebzehn und sehr sportlich. An einem Sommertag ging ich mit meiner Schwester schwimmen. Ich schwamm zu einem Badesteg, der vor der Küste verankert war, und stürzte mich waghalsig ins flache Wasser. Ich wusste, mein Leben hatte sich für immer verändert.
Mein Arzt sagte: „Joni, du wirst für den Rest deines Lebens gelähmt sein und Arme und Beine nicht mehr benutzen können …“
Ich sagte: „Gott, so kann ich nicht leben! So will ich nicht leben!“
Weil ich keine Rasierklingen halten oder mir Pillen reinschieben konnte, wusste ich, dass ich mein Leben nicht körperlich beenden konnte, also wollte ich es emotional, geistig, spirituell. Ich wollte nur im Bett liegen und meiner Mutter sagen, sie soll das Licht ausmachen und die Tür schließen.
Schließlich schrie ich im Dunkeln hinter der geschlossenen Tür: „Gott, wenn ich nicht sterben kann, dann zeig mir, wie soll ich leben?!“
Zum Glück schenkte Gott mir Freunde, die die Bibel öffneten und mir zeigten, dass Gott zulässt, was er hasst, um zu erreichen, was er liebt. Er lässt schreckliche Dinge wie Lähmung zu, damit Christus Gestalt gewinnt, die Hoffnung der Herrlichkeit. Meine Freunde halfen mir, darin einen Sinn zu finden, und ich lernte, auch für kleine Dinge zu danken. Mit jedem Gehorsam wuchs mein Glaube, meine Perspektive weitete sich, die Welt wurde größer und schließlich verließ ich das dunkle Schlafzimmer und begann, das Leben zu umarmen.
Ich entdeckte, dass es weltweit Menschen mit Behinderungen in dunklen Schlafzimmern gibt, die genau wie ich, das Leben annehmen und Gott kennenlernen müssen. Ich fing an, darüber zu schreiben und zu sprechen, und ehe ich mich versah, war meine Botschaft die Geburtsstunde von Joni and Friends.
Wenn es Menschen gibt, die ohne Hoffnung in Isolation darben, bringt unser Team von Joni and Friends sie mit örtlichen Gemeinden in Verbindung, versorgt sie mit Bibeln und gibt die Hoffnung auf Christus weiter. Wenn eine Ehe an der Behinderung eines Kindes zu scheitern droht, finanzieren wir ihnen eine unserer Freizeiten. Wenn ein behindertes Kind in Uganda im Dreck krabbelt oder eine Oma in Guatemala in einer Schubkarre geschoben wird, besorgen unsere Teams von Wheels for the World einen Rollstuhl und eine Bibel in ihrer Sprache.
Wenn jemand nicht weiter als bis zum Radio kommt, bringt das Programm Joni and Friends die Hoffnung direkt ins Haus. Unser Christliches Institut für Behindertenfragen (Christian Institute on Disability) schult Pastoren und Politiker und rüstet Gemeinden aus. Und wenn es um die nächste Generation geht, krempeln unsere Praktikanten in der Entwicklungshilfe die Ärmel hoch und leisten in den dunklen Ecken der Welt Hilfe.
Mein Mann Ken und ich werden von einem großartigen Team bei Joni and Friends unterstützt. Ob in unserer Zentrale in Südkalifornien, in unseren Teams im ganzen Land oder in unserem Netzwerk von Partnern und Freiwilligen auf der ganzen Welt. Unsere Leidenschaft ist, dass Menschen und Familien mit besonderen Bedürfnissen Christus annehmen, die Umstände annehmen, in die Gott sie stellt, und das Leben annehmen.
Ich war dabei! Ich weiß, wie das ist. Für mich ist jedes Gesicht, jedes veränderte Lebe, jede gerettete Seele persönlich. Also mach’s wie ich: Tu, was Christus in Lukas 14 sagt. Geh schnell hinaus, finde die Kranken und bring sie in seine Gemeinschaft. Das wird nicht nur Gottes Haus füllen, sondern auch dein Herz.
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Oh Nancy, und alle meine Freunde hier auf der True Woman-Konferenz, danke für die Einladung, heute Abend bei euch zu sein! Ich würde alles dafür geben, persönlich hier zu sein, aber als alternde Querschnittsgelähmte mit schwacher Lungenkapazität und Ausdauer kann ich nicht mehr so viel reisen wie früher. Aber, aber: ich möchte, dass ihr euch vorstellt, wie ich heute Abend „bei“ euch bin, in eure Gesichter schaue und direkt aus meinem Herzen zu euch spreche.
Nachdem, was Nancy gerade erzählt hat (sie hat mir einen Überblick gegeben), möchte ich euch dabei helfen, diese reichen Lehren über Gottes Güte und seine Souveränität zu verinnerlichen und sie zu leben, wenn ihr diese erstaunlichen Wahrheiten am meisten braucht. Großartige Lehren wie „Gott ist souverän“ und „Gott ist gut“ – diese Dinge sehen auf deinem Konferenzblock gut aus. Du weißt instinktiv, dass sie wichtige und wertvolle Grundlagen deines Glaubens sind, aber: Wie lebst du die Realität von Gottes Souveränität und seiner Güte im Leben aus? Wie gehst du damit um, wie machst du es konkret? Wie wendest du es an?
Wenn die Erinnerung an diese Konferenz verblasst – und das wird sie – und du spürst, wie du wieder in deinen alten Trott verfällst – nächste Woche, wenn deine Migräne einsetzt oder dein Tinnitus oder starke Rückenschmerzen auftauchen; wenn dein Teenie-Sohn die Haustür zuschlägt und dich fassungslos zurücklässt; oder wenn du die Worte hörst: „Der Scan zeigt Krebs“, oder „Mein Mann hat gerade seinen Job verloren“, oder „Wir können die Hypothek nicht mehr bezahlen“... Wenn schweres, tiefes Leid an deiner Tür klopft? Wie lässt du dich auf Gottes Souveränität und seine Güte ein? Wie sieht das in deinen Nöten aus?
Ich bin sicher, dass meine Gedanken dir helfen werden, deinen souveränen Gott in deinen schwersten Prüfungen anzunehmen, denn ich möchte, dass du dich nicht damit abfindest, deine Probleme mit zusammengebissenen Zähnen zu ertragen oder dich deinen Nöten resigniert zu unterwerfen. Näh-äh, dein Schicksal zu akzeptieren, bedeutet viel mehr, als harte Zeiten abzunicken oder sich ihnen anzupassen. Diese Reaktionen mögen ganz natürlich sein, aber sie sind selbstzerstörerisch.
Reaktionsweisen wie diese sind Mechanismen, und sie entsprechen bei weitem nicht dem, was dein souveräner Gott von dir will, wenn er dich durch Schwierigkeiten führt. Also, bitte! Lass dir das gesagt sein, von der Dame im Rollstuhl: Du kannst darüber hinausgehen, dich einfach zu ergeben, und deine schweren Herausforderungen mit Hoffnung, Vorfreude und dem starken Wissen annehmen, dass Gott etwas Großes und Wunderbares in deinem Leben vorhat. Deine Probleme können dir einen herrlichen Weg zu echter Freude, tiefer Zufriedenheit und einer süßeren, innigeren Freundschaft mit dem Erlöser weisen, als du es dir je erträumt hast.
Aber wie kommt man dahin?
Nun, ich lebe seit mehr als fünfundfünfzig Jahren mit einer Tetraplegie ... Wie du in diesem Video gesehen hast, habe ich mir vor (puuh) über einem halben Jahrhundert bei einem Unfall das Genick gebrochen und fast die Hälfte dieser Zeit mit chronischen Schmerzen gelebt. Frag mich nicht, wie eine Querschnittsgelähmte Schmerzen fühlen kann, aber glaub mir, ich kann’s. Nachdem ich so lange mit Schmerzen gelebt habe, habe ich gelernt, von dem zu leben, was Gott sagt. Wenn er es gesagt hat, muss ich’s auch leben. Mein Leiden wird mir nicht erlauben, was anderes zu tun. Sein Wort muss sich in meinem Leben durchsetzen. Außerdem, wie könnte ich ihn nicht beim Wort nehmen? Ich meine, sieh doch, was er für mich getan hat!
Es gab eine Zeit, da stand ich schuldig, verurteilt, kurz vor der Hinrichtung für meine Sünden, zitternd und mit verbundenen Augen vor einem Erschießungskommando. Und dann trat dieser freundliche Mann vor, nahm mir die Binde ab, band sie sich selbst um und sagte zu mir: „Ich liebe dich, Joni, also werde ich die Kugel für dich nehmen.“ Dann sah mich dieser erstaunliche Mann an und sagte mit großer Leidenschaft: „Alles, worum ich dich bitte, ist, dass du anderen sagst, was ich für dich tat und dass meine Liebe dasselbe für sie tun wird.“ Dann richtete sich der freundliche Mann auf, blickte auf die tödliche Reihe der Gewehre und sagte: „Feuer!“
Was mich betrifft, hat dieser Mann mein Vertrauen. Er starb für mich; wie sollte ich seinem Wort misstrauen? Er hat seine Liebe zu mir eindeutig bewiesen, also hat dieser Mann mein Vertrauen verdient, und er hat dasselbe für dich getan. Der Menschensohn (Jesus' Lieblingstitel für sich selbst) hat gesagt: „Lass mich ans Kreuz gehen, für dich!“ Jesus nahm die Kugel für dich.
Also hören wir zu, wenn er spricht. Wir leben von dem, was er zu sagen hat. Wenn wir leiden, muss es dafür gute Gründe geben. Sein Wort ist voller Trost und Kraft, Führung und Hoffnung und Ermutigung. Unser Erlöser gibt uns eine ganz besondere Zusicherung, die denen, die leiden, sogar hilft, zu gedeihen. Es ist eine Zusicherung, an die ich mich jeden Tag klammere. In Psalm 119,50 heißt es: „Dies ist mein Trost in meinem Elend, dass deine Zusage mich belebt hat.“ (ELB).
Okay, für dich, die du schwer leidest, hat Gott einen besonderen Trost: Es sind seine biblischen Verheißungen. Jede mit Blut erkaufte Verheißung in Gottes Wort gibt Leben, gibt Gnade, Energie, Stärke, Kraft. Jede biblische Verheißung gibt dir die Gewissheit, dass du in deiner Bedrängnis überleben kannst, dass du die schlimmsten Nöte überstehen wirst und – dass du sogar aufblühen kannst. Unser Gott ist souverän, und das bedeutet, dass jede biblische Verheißung garantiert ist. Und: Unser Gott ist gut; das bedeutet: Er hat in seinen Verheißungen dein Bestes im Sinn.
Wenn du dich auf biblische Verheißungen verlässt, legst du dein Leben in die Hände deines souveränen Gottes, und auch wenn eine schmerzhafte Prüfung im Moment nicht gut erscheint, sichert Gott dir zu, dass er eine Verheißung für dich hat. In Jeremia 32,40-41 (vergleiche) sagt er: Ich werde nie aufhören, ihnen Gutes zu tun. Ich lege ihnen Ehrfurcht vor mir ins Herz, sodass sie sich nicht mehr von mir abwenden. Dann wird es mir ein Vergnügen sein, ihnen Gutes zu tun.
Oh Freund, wenn du dich an so ein Versprechen klammerst, bist du am sichersten Ort im Universum. Du hast dich in einer Felsspalte verkrochen. Du stehst unter dem Schutz seiner Flügel, im Schatten des Allmächtigen. Nach Gottes Verheißungen zu leben ist der sicherste Weg, deinem Gott und Erlöser die größte Ehre zu erweisen, und so lebe ich in diesem Rollstuhl. So lebe ich mit Schmerzen. So vertraue ich meinem souveränen und guten Gott.
Okay. Lass mich dir zeigen, wie ein Leben nach seinen Verheißungen aussieht, okay?
Im letzten Sommer hatten Ken und ich die Chance auf ein paar Tage Urlaub im Haus von Freunden am See in den Sierra Mountains. Ich hatte die Erholung wirklich nötig, und Ken auch. Es war eine stressige Saison bei Joni and Friends, und wir waren beide müde. Ken war müde von der ständigen Pflege.
Als wir im Haus am See ankamen, bestand ich darauf, dass er das Schlafzimmer ganz hinten, hinter der Küche, nahm, während meine Helferin im Flur blieb und Babyfons in unseren Zimmern aufstellte; so konnte ich sie rufen, wenn ich nachts Schmerzen bekam. Als sie mir half, mich bettfertig zu machen, bemerkte ich eine Holztafel, die an meiner Zimmerwand hing – dies ist ein echtes Foto von dieser Tafel – und sie gefiel mir. Es war eine Kalligrafie von Josua 1,9, wo Gott sagt,
„Habe ich dir nicht geboten: Sei stark und mutig? Erschrick nicht, und fürchte dich nicht! Denn mit dir ist der HERR, dein Gott, wo immer du gehst.“ (ELB).
Ich weiß noch, wie mich der Vers tröstete, als meine Freundin mich ins Bett brachte, mich auf die Seite legte und Kissen hinter mich stopfte, um es mir mit meinen Schmerzen so bequem wie möglich zu machen. Sie ging und schloss die Tür, als sie ging. Als sie den Flur hinunterging, hätte ich ihr fast hinterhergerufen, sie soll doch zurückkommen und die Tür einen Spalt offen lassen. Aber wenn ich sie brauchte, konnte ich sie ja über das Babyfon auf meinem Nachttisch rufen. Also schlief ich ein.
Um ein Uhr nachts wurde ich unsanft von quälenden Schmerzen geweckt. Das passiert oft nachts, da ich mich nicht bewegen kann und in einer Position liegen muss. Im Dunkeln konnte ich das kleine grüne Licht im Babyfon sehen, also rief ich leise nach meiner Freundin, damit sie mich anders bettet. Als sie nicht reagierte, rief ich nochmal. Dann ein bisschen lauter. Ich dachte mir: „Sie schläft bestimmt tief.“ Also schrie ich, aber keine Antwort.
Nach ein paar Minuten wurden meine Schmerzen richtig stechend. Ich sagte: „Herr, ich werde es nicht bis zum Morgen schaffen, wenn ich in dieser Position mit solchen Schmerzen liege! Bitte hilf mir, sie aufzuwecken!“
Ich holte im Dunkeln tief Luft und schrie: „Hilfe! Helft mir!“ Im Haus war es still.
Jetzt raste mein Herz, denn ich war in großer Not, gelähmt in einer Position liegend, steif und wissend, dass der Morgen noch Stunden entfernt war. Doch bevor mich die Panik packte, erinnerte ich mich an die Verheißung auf der Holztafel, Josua 1,9. Also betete ich: „Jesus, das ist ein Versprechen. Du sagst mir, dass ich stark und mutig sein soll, dass Du bei mir sein wirst. Jetzt musst Du diesen Vers wahr machen. Bitte halte die Ängste fern und hilf mir, Mut zu haben.“
Ich versuchte, mich an andere Versprechen zu erinnern, und plötzlich kam mir Psalm 18,7 in den Sinn. Ich bin so dankbar für all die Verse, die ich auswendig kann. Dort steht:
„In meiner Bedrängnis rief ich zum HERRN; und ich schrie zu meinem Gott [...].“ (ELB).
Da ich die Bibel wörtlich nehme, sagte Gott mir hier, dass ich zu ihm schreien soll. Ich lag also im Bett auf der Seite und rief jede biblische Verheißung, die mir einfiel. Ich schrie sie und hoffte, dass mein Helfer mich hören würde. „Herr, Du bist mein bewährter Helfer in Zeiten der Not!“ (vergleiche Psalm 46,7). „Deine Gnade…“, schreie ich, „…ist genug!“ (vergleiche 2. Korinther 12,9) „Jesus, dein Name ist ein starker Turm!“ (vergleiche Psalm 61,3).
Aber keine Antwort. Keine Reaktion von meiner Hilfe. So ruhig ich konnte, rief ich weiter, flehte Gott um Hilfe an, schrie zu ihm.
„Herr, du gibst Frieden dem, der sich fest an dich hält und dir allein vertraut!“ (Jesaja 26,3) (HFA).
„Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden!“ (Matthäus 10,22) (ELB).
„Ich liebe den HERRN, denn er hört meine Stimme; mein Flehen“ (Psalm 116,1) (ELB).
Ich hab diese Verheißungen fast eine Stunde lang rausgebrüllt, und meine Lungen wurden müde. Es wäre so leicht gewesen, Panik zu kriegen, aber ich machte mir selbst Mut. Ich stärkte mich im Herrn und wusste, wenn er entschied, meine Hilfe nicht zu wecken – denn wir haben einen souveränen Gott, stimmt’s? – gibt er genug Gnade bis zum Morgen durchzuhalten.
Das ist damit gemeint, sich im Herrn zu stärken, oder? 1. Samuel 30 sagt, dass David sehr verzweifelt war, aber er stärkte sich im Herrn, er erinnerte sich an Gottes Güte und Souveränität und daran, dass er immer zu seinem Wort steht. Das war genau, was ich tat.
Ich wurde auch gestärkt, als ich an die vielen tausend Menschen mit Behinderungen in anderen Teilen der Welt dachte, die in ständigem Schmerz leben, denen niemand hilft. Wer bin ich, dass ich mitten in der Nacht denke, wichtiger zu sein? Das war ein demütigender Gedanke. Also schob ich ihn weg. Wenn mein Helfer drüben nicht geweckt werden konnte, würde Gott mir durch die Stunden der Nacht helfen.
Bevor mich meine Kräfte völlig verließen und ich schließlich aufgab, schrie ich noch ein Versprechen raus.
„Gott ist für mich, niemals gegen mich!“ (vergleiche Römer 8,31)
In dem Moment hörte ich ein Klicken am Babyfon. Ich schaute auf die Uhr an der Decke; es war fast zwei Uhr morgens. Ich hörte Schritte über den Flur laufen. Meine Helferin stürmte atemlos in den Raum, entschuldigte sich und erklärte mir, dass sie die Lautstärke des Babyfons einfach zu niedrig eingestellt hatte. Schnell bettete sie mich um. Sie dachte, ich würde wütend sein, aber ich sagte ihr, dass alles gut sei, weil Gott mir gegeben hatte, was er in Josua 1,9 versprochen hatte: Er gab mir eine bleibende Gewissheit seiner Gegenwart und seinen Mut.
Als alles erledigt war, ging sie zurück in ihr Zimmer, aber ich sagte ihr, sie soll die Tür offen lassen und die Lautstärke des Babyfons testen.
Was für eine Nacht! Aber als ich einschlief, war ich so dankbar. Gott hatte mir die Chance gegeben, etwas zu beweisen – und genau das ist in dieser Nacht passiert: Ich habe die Vertrauenswürdigkeit meines Erlösers bewiesen. Jedes Mal, wenn wir seinen Verheißungen vertrauen, haben wir die wunderbare Gelegenheit, seine Güte zu bezeugen und zu zeigen, dass wir mit seinem souveränen Plan zufrieden sind, egal wie schmerzhaft oder bizarr er gerade wirkt. Das Vertrauen in sein Wort hält uns davon ab, boshaft, pingelig, wütend und verurteilend zu sein. Ich meine, ich hätte meine Helferin wohl anschnauzen können, oder? Manche hätten vielleicht gesagt, dass es okay wäre, sie anzublöffen. Aber das hätte alles kaputt gemacht, was ich mit diesen Verheißungen erreicht habe. Meine Mühen wären umsonst gewesen.
Wenn wir uns in unserem Leiden an die Verheißungen der Bibel klammern, steht also viel auf dem Spiel, und zwar sehr viel, denn der ganze Himmel, die Heerscharen der Engel, alle Mächte und Gewalten in der unsichtbaren Welt – ja, sogar die Dämonen – sie alle stehen auf Zehenspitzen und sind sehr daran interessiert, ob du glaubst, was Gott versprochen hat oder nicht.
Sie wollen sehen, ob du Ja zu seinem Wort sagst und Nein zu Furcht, Zweifeln, Ängsten, Klagen, Murren, Nörgelei und Entmutigung. Ich denke, beim Leiden steht Gottes Ehre auf dem Spiel. Denn je schwerer es ist, Gott in großem Leid oder Schmerz zu vertrauen, desto mehr Ehre gibst du ihm, wenn du dir seine Verheißungen zu eigen machst.
Hör zu, Himmel und Hölle wissen, dass es keine Kleinigkeit ist, Gottes Wort zu glauben, wenn’s dir schlecht geht. Aber oh, wie sehr dient das seiner Herrlichkeit! Es bringt seine Herrlichkeit zum Strahlen, wenn du nach seinen Verheißungen lebst, wie ich es gerade beschrieben habe, denn du ehrst damit, was Jesus am Kreuz getan hat. Unser Jesus – dieser wunderbare Mann – starb, um dir die Gnade zu geben, in seinen Verheißungen zu leben.
Also, was soll ich sagen? Diese Nacht im Haus am See zeigt, wie man sich Gottes Wort aneignet und danach lebt. Vielleicht ohne das ganze Geschrei, obwohl das manchmal gerechtfertigt sein mag, denn Gott befiehlt uns, ihn buchstäblich um Hilfe anzurufen. So wächst du über die bloße Bewältigung und Anpassung an eine harte Situation hinaus. So überwindest du die Resignation oder die Ergebung in deine Nöte; so gehst du über die Akzeptanz des Leids hinaus und nimmst es sogar an. Dann wird es zu einem Ort des Zeugnisses.
Ehrlich, du bekommst großen Mut, überströmende Gnade und Segen im Austausch für jede Verheißung, die du vor den Thron Gottes bringst. Der Herr gibt uns seine Verheißungen, damit wir sie bei ihm austauschen gegen die Gnade und den Segen, die sie garantieren.
Ich werde das wiederholen. Schreibt es euch auf, meine Lieben. Gott will euch segnen, er will, dass ihr seinen Mut habt, also gibt er uns seine Verheißungen, damit wir jede einzelne zu ihm bringen und dafür die Gnade und den Segen erhalten, die sie uns garantieren.
Viele Menschen wissen aber nicht, wie dieser Tausch funktioniert. Wir denken, dass wir von biblischen Verheißungen leben, wenn wir sie auswendig lernen, wenn wir sie sticken, als Bildschirmschoner hochladen, auf Instagram posten, als Smartphone-Cover kaufen oder auf Facebook teilen. Wir fixieren sie in unserem Blickfeld, als ob das schon genug wäre. Aber das bedeutet nicht, dass wir sie austauschen. Das bedeutet nicht, dass du morgens aufwachst und weißt, du hast Probleme, sondern dass du dich entscheidest, den Tag tatsächlich nach Gottes Wort zu leben. Also wird Gott dir ein wenig helfen, indem er dich in Täler der Bedrängnis bringt, in denen alle deine emotionalen Stützen unter dir wegfallen. Wenn Gott Leid bringt, ist es normal, in Panik zu geraten und Zweifel zu hegen, aber du, du bist Gottes wertvoller Besitz.
Du bist ein mit Blut erkaufter Gläubiger. Deine Plattform ist übernatürlich, und du kannst zu deinen großen Problemen sagen: „Okay, du glaubst, dass du mir alle Hoffnung austreiben kannst? Mein Gott ist viel größer als du, Problem! Denn der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Sicherlich nicht vor dir! Der Herr ist meine Rettung, also Jesus, rette mich, befreie mich, rette mich! Komm mir zu Hilfe! Du, Herr, bist mein Licht; das ist ein Versprechen. Jesus, leuchte Licht in dieses Problem und hilf mir, meinen Weg zu finden.“
Ich denke, das ist die Art, wie du mit deiner Seele, deinem Schmerz und deinem Frust sprichst.
Oder sagen wir, du stehst vor einer unmöglichen Situation bzgl. deiner Finanzen, deinem Job oder deiner Gesundheit. Du könntest sagen: „Jesus, du hast es selbst gesagt: Bei den Menschen ist das unmöglich, aber bei dir sind alle Dinge möglich. Ich weiß zwar nicht, wie du das alles lösen willst, aber du weißt es. Mein Gefühl sagt mir, dass du zu viel von mir verlangst, aber du bist scheinbar anderer Meinung, also werde ich dir vertrauen und nicht meinen Gefühlen, denn du versprichst, dass bei dir, Jesus, alles möglich ist.“
So hört es sich an, wenn man in den Verheißungen Gottes lebt, im Wort Gottes. Ich werd dir ein Geheimnis verraten, es ist ein wirklich tolles. In 1. Korinther 10,13, hör dir das an!, heißt es:
„Keine Versuchung hat euch ergriffen als nur eine menschliche; Gott aber ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, sodass ihr sie ertragen könnt.“ (ELB).
Freund, Gott verspricht, dass es für jede Versuchung – also immer, wenn du zweifeln willst, immer, wenn du im Leid versinken willst, immer, wenn du versucht bist zu denken, dass Gott nicht gut ist, oder wenn du resignieren willst – diese Versuchungen kommen –, nach 1. Korinther 10,13 mit einen Ausweg, damit du sie ertragen kannst. Was genau ist der Ausweg? Oder Fluchtweg, wie andere es übersetzen? Der Ausweg, den Gott gibt, sind wiederum seine Verheißungen. Das ist der Ausweg, den Gott dir gibt.
Seine Verheißungen sind der Weg, um die Versuchung zu überwinden, demoralisiert, entmutigt zu sein, an Gottes Güte zu zweifeln, Angst vor der Zukunft zu haben und den ganzen Rest.
Du könntest 1. Korinther 10,13 so umschreiben: Gott ist treu. Er wird nicht zulassen, dass du das Handtuch wirfst, wenn du denkst, dass dein Leid über das hinausgeht, was du ertragen kannst, sondern wenn du versucht bist, an ihm zu zweifeln, wird er dir einen Ausweg durch irgendeine Verheißung bieten – such dir eine aus – denn es sind diese felsenfesten Zusicherungen von Gnade und Segen, die dir dabei helfen werden, durchzuhalten.
Freund, das ist die christliche, die biblische Art zu leben, die richtige Art zu leben.
Schau, wenn ich von Schmerz überwältigt werde, klammere ich mich an Psalm 119,92: „Wäre nicht dein Gesetz meine Lust gewesen, dann wäre ich verloren gegangen in meinem Elend.“ (ELB). Im Haus am See ging ich nachts in meiner Not nicht verloren, wegen Gottes Gesetz, seinen Worten und Verheißungen. Sie sind meine Freude.
Psalm 119,140 ist mein Motto:
„Wohlgeläutert ist dein Wort, dein Knecht hat es lieb.“ (ELB).
Ich prüfe und ich liebe es, denn wenn du sein Wort gründlich prüfst, wenn du die biblischen Verheißungen vor den Thron bringst, um den Segen und die Gnade zu erhalten, die sie garantieren, kannst du nicht anders, als dich in das Wort zu verlieben. Das Gesetz wird deine Freude. Aber bitte denk nicht, dass dieser Tausch leicht ist. Wenn es so wäre, bräuchte es keinen Glauben, oder?
Lea: Gott ist treu! Liebe Freundin, er wird dir und mir helfen, wenn wir uns an ihn wenden, uns an ihn klammern. Dann werden wir Freude und Hilfe erfahren – wie Joni.
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Wenn der Herr es dir aufs Herz legt, sind wir dir auch sehr dankbar für deine finanzielle Unterstützung. Alle Infos dazu findest du auf unserer Website belebeunsereherzen.com.
Nächste Woche hören wir dann den zweiten Teil von Jonis Vortrags „Heaven Rules: Wenn Leiden auf Souveränität trifft“ und dazu ein Interview mit Gabi Fett zum Thema Heaven Rules über mein Leben.
Sei wieder dabei und denke bis dahin daran: Heaven Rules – Der Himmel herrscht!
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.