Joni Eareckson Tada TW22 – HEAVEN RULES
Vortrag im Plenum
Lea Köster: Joni Eareckson Tada sagt, dass die Verheißungen Gottes einen entscheidenden Unterschied in ihrem Leben bewirken.
Joni Eareckson Tada: Gott verspricht dir Leben, Leben im Überfluss, ein Leben voller Freude, ein mutiges sinnvolles Leben, ein Leben voller Frieden und Kraft, das Gott die Ehre gibt – weil Jesus den Weg bereitet hat.
Lea: Hallo und willkommen bei Belebe unsere Herzen, heute mit Joni Eareckson Tada. Du hörst den zweiten Teil ihres Vortrags „Heaven Rules – Wenn Leiden auf Souveränität trifft“.
Ich gehe immer wieder zum Wort Gottes, um Ermutigung zu finden. Oft habe ich neue Kraft und Gnade aus Gottes Verheißungen geschöpft. Und immer wieder kehre ich zurück zum Wort, wenn ich Trost in Zeiten von Verletzung brauche, Frieden in Zeiten des Zweifels, Weisheit in Zeiten der Verwirrung, Leitung in …
Joni Eareckson Tada TW22 – HEAVEN RULES
Vortrag im Plenum
Lea Köster: Joni Eareckson Tada sagt, dass die Verheißungen Gottes einen entscheidenden Unterschied in ihrem Leben bewirken.
Joni Eareckson Tada: Gott verspricht dir Leben, Leben im Überfluss, ein Leben voller Freude, ein mutiges sinnvolles Leben, ein Leben voller Frieden und Kraft, das Gott die Ehre gibt – weil Jesus den Weg bereitet hat.
Lea: Hallo und willkommen bei Belebe unsere Herzen, heute mit Joni Eareckson Tada. Du hörst den zweiten Teil ihres Vortrags „Heaven Rules – Wenn Leiden auf Souveränität trifft“.
Ich gehe immer wieder zum Wort Gottes, um Ermutigung zu finden. Oft habe ich neue Kraft und Gnade aus Gottes Verheißungen geschöpft. Und immer wieder kehre ich zurück zum Wort, wenn ich Trost in Zeiten von Verletzung brauche, Frieden in Zeiten des Zweifels, Weisheit in Zeiten der Verwirrung, Leitung in Zeiten der Unklarheit und so viel mehr.
Im Herbst 2022 hat Joni bei der True Woman Konferenz auf wunderschöne Weise berichtet, wie sie zum Wort Gottes geht, um Zeiten des Leidens zu überstehen.
Den ersten Teil findest du auf unsere Website belebeunsereherzen.com. Joni berichtet darin von einer Nacht, in der sie starke Schmerzen hatte und ihre Helferin nicht sofort zur Stelle war, weil sie in einem anderen Teil des Hauses fest schlief. Joni konnte sich nicht bewegen, um eine bequemere Position einzunehmen. Also begann sie, so laut sie konnte, die Verheißungen Gottes zu rezitieren, um die Aufmerksamkeit ihrer Helferin zu erregen. Sie tat das über eine Stunde lang, bevor ihre Helferin endlich zur Stelle war. Während dieser ganzen Zeit tröstete sie ihre eigene Seele mit dem Wort Gottes. Der Herr stärkte sie in dieser Stunde der Not, bis ihre Helferin sie hörte, in ihr Zimmer kam und Joni es bequem machte und dann sie endlich wieder einschlafen konnte.
Hör dir nun den zweiten Teil von Jonis Botschaft an.
Joni: Man fragt mich oft, wie ich mit meinen Schmerzen umgehe. Nachts ist es am schwersten, so wie im Haus am See. Um ehrlich zu sein, passiert das, was ich beschrieben habe, nachts, um eins aufzuwachen, so ziemlich jede Nacht. Wenn sich also die scharfen Zähne der Schmerzen wie Nadelstiche in meine Hüften und meinen Rücken bohren, fange ich an, langsam und gleichmäßig zu atmen, und wenn es auch nach dem Umlagern nicht geht, wenn der Schmerz mich zu verschlingen droht, so wie die Flammen Schadrach, Meschach und Abednego in dem feurigen Ofen im Buch Daniel, sag ich nicht zu meinem Schmerz: „Man, ich hasse das! Ich halt’s nicht aus, das bringt mich um“, oder „Ich kann das einfach nicht. Ich bin’s so leid. Ich kann so nicht leben.“
Nein. Ich hab mir abgewöhnt, so zu reden, und das solltest du auch tun. Nur der Teufel will, dass du so redest. Solche Worte sind voller Sorgen und Furcht und Angst, und Angst macht alles nur noch schlimmer. Stattdessen bringe ich in aller Ruhe ein biblisches Versprechen vor Gottes Thron. Es könnte – mal sehen – 2. Korinther 4,8 sein: „In allem sind wir bedrängt, aber nicht erdrückt (...).“ Das ist eine mächtige Zusage, denn der Schmerz kann dich bedrängen und dich dazu verleiten, zu denken, dass du gleich erdrückt wirst, wie Paulus es über seine Schwierigkeiten sagte. Im 2. Korintherbrief sagt er, dass er unter großem Druck stand, der weit über seine Fähigkeiten hinausging, ihn zu ertragen.
Du hast dich bestimmt auch schon so gefühlt, aber Gott verspricht es. Er setzt sein Leben dafür ein, dass mein Schmerz meiner Seele niemals schaden wird. Jesus starb, damit der Schmerz meiner Seele nicht schaden kann. Deshalb kann ich den fiesen Schmerz vor den Thron bringen und Jesus bitten, mir darin zu begegnen und nicht zuzulassen, dass er mich erdrückt. Der Sohn Gottes versagt also nie, mir zu begegnen, genauso wie er Schadrach, Meschach und Abednego in dem heißen Feuerofen begegnete.
Was sagt Jesus mir an diesem quälenden Ort? Er sagt: „Joni, ich bin so froh, dass du dich an 2. Korinther 4,8 erinnert hast. Es freut mich, wenn du mit deinem Schmerz zu mir kommst, und, Süße, er wird dich nicht erdrücken. Ich bin hier, ich bin bei dir, hab keine Angst.“
„(...) Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden;
und die Flamme wird dich nicht verbrennen. Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Erretter (...)“ (Jes 43,2-3).
„Mein Schatz, ich schuf dich und ich werde dich tragen. Ich erhalte dich und ich rette dich“ (vergleiche Jes 46,4).
Das sind seine exakten Worte aus Jesaja 43 und 46. Das sind die Worte von dem, der die Kugel für meine Sünden auf sich nahm, also warum sollte ich ihm in meinem Schmerz nicht trauen? Es gibt nichts Himmlischeres, als Jesus Christus mitten in meiner Hölle zu finden. Vielleicht werde ich nicht von meinem Schmerz erlöst, aber ich finde immer meinen Erlöser in ihm. Vielleicht werde ich nicht geheilt, aber ich finde immer süße Gemeinschaft mit meinem Heiland. Mein Schmerz geht vielleicht nicht weg, aber ich habe seinen Mut, und ich komme aus dem Feuerofen, um die Erfahrung reicher, heraus, dass ich der glückliche Empfänger von seinem herrlichen Tausch.
Ich denke, du beginnst zu verstehen, und du weißt, worauf ich hinaus will, denn all diese biblischen Verheißungen, diese tausenden, wertvollen und nicht anzuzweifelnden Zusicherungen, die uns helfen, so zu leben, wie wir es tun sollten, jede einzelne, alle von ihnen, finden ihre Erfüllung in Jesus Christus. Wenn du und ich eine Verheißung aus Gottes Wort vor den Thron bringen, antwortet Gott wegen Jesus. Gott schenkt Gnade wegen Jesus. Er schüttet seinen Segen aus wegen Jesus. Jede Verheißung ist in ihn eingewickelt. In 2. Korinther 1,20 steht:
„Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt, in ihm ist das Ja, deshalb auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre durch uns.“
Gott verspricht dir Leben, Leben im Überfluss, ein Leben voller Freude, ein mutiges, sinnvolles Leben, ein Leben voller Frieden und Kraft, das Gott die Ehre gibt, weil Jesus den Weg bereitet hat. Er ist dein Ausweg. Er ist dein Fluchtweg. Das verspricht er dir, wenn du in Versuchung gerätst. Vielleicht warst du früher mal Gottes Feind, aber durch Jesus Christus ist Gott bereit, dich mit Gnade und Segen zu überschütten, um dir zu zeigen, wie sehr er seinen Sohn liebt. Jedes Mal, wenn du nach einer mit Blut erkauften Verheißung aus der Bibel lebst, ist das deine Art, 2. Korinther 1,20 zu bezeugen, es ist deine Art zu sagen: „Amen! So sei es! Ich danke Dir, Jesus! Möge die Art, wie ich mich auf Dein Wort verlasse, Dir immer mehr Ehre vor unserem Vater bringen!“
Hör mir gut zu: Du kannst tief in das strenge Antlitz deines schlimmsten Leids blicken und du kannst es ohne Angst ertragen. Du kannst in die tiefsten und schrecklichsten Abgründe des Leids eindringen und du kannst ihm all seinen Schrecken nehmen. Du kannst es tun, weil der Herr Jesus vor dir an diesen schrecklichen Ort gegangen ist – an den Ort des Krebs, des Schlaganfalls, der Ehekrise, des Bankrotts, der Borreliose, der Ablehnung, der Behinderung, der chronischen Schmerzen – was auch immer! Jesus hat ihn vor dir betreten und ihn in das Allerheiligste verwandelt, in dem du an seiner süßen Leidensgemeinschaft teilhaben kannst, in den herrlichen Ort wunderbarer Vereinigung mit ihm.
Wenn du das nächste Mal durch die Hölle gehst, erinnere dich daran, dass Jesus vorausgegangen ist und sie bereits betreten hat, und du kannst ihm darin begegnen, ohne zerschmettert zu werden. Das ist nur eine seiner vielen Zusagen, auf die du dich verlassen kannst.
Nancy Wolgemuth hat ein hervorragendes Buch geschrieben mit dem Titel Heaven Rules, und ich liebe, was sie darüber sagt. Sie sagt: „‚Der Himmel regiert‘ ist gelebter Glaube. Er begleitet uns in unseren Alltag. Wir packen ihn für unterwegs ein, wir haben ihn im Handgepäck und holen ihn heraus, benutzen ihn ständig.“
Das ist das, was ich tu. Täglich ziehe ich Gottes Verheißungen raus und nutze sie. Sie geben nicht nur meinem Leben im Allgemeinen eine Form und Prägung, sondern bringen jeden Tag in eine bestimmte Form. Ich wache auf und wähle eine biblische Verheißung aus, nach der ich den Tag leben will.
Sagen wir, ich fühle mich schwach und brauche Kraft. Ich wähle 2. Chronik 16,9:
„Denn des HERRN Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist (...)“.
Dann weiß ich den ganzen Tag über, dass Gott dabei ist, mich zu stärken.
Oder wenn ich Schmerzen habe, wähle ich für den Tag Psalm 34,20 ELB:
„Vielfältig ist das Unglück des Gerechten, aber aus allem errettet ihn der Herr.“
Dann verlasse ich mich den ganzen Tag darauf, dass Gott mich rettet, und denke dabei an Psalm 34.
Ich wage es nicht zu denken, dass Jesus mir alles geben wird, was ich für den Tag brauche, nur weil ich gerettet bin. Das Manna, von dem du dich gestern ernährt hast, ist bereits schlecht. Du kannst dich nicht mehr darauf verlassen. Also ist Gottes Wort dein Handgepäck, wie Nancy sagen würde. Das ist deine Art, dich ständig und täglich von diesem Wort zu ernähren und von seinen Verheißungen zu leben. Ich hab bereits gesagt, dass dies die christliche Art zu leben ist. Eine Verheißung pro Tag bewahrt mich davor, in eine vage, unklare Lebenshaltung zu verfallen.
Ein tägliches Versprechen wird zu einer Richtschnur für meine Haltung und Handlung. Jeden Morgen mit einem biblischen Versprechen zu beginnen, wertet meinen Tag auf und hilft mir, das Beste aus meinen Möglichkeiten zu machen, meinen Charakter zu stärken und Gott zu verherrlichen. Alles im Leben muss ein Ja in Christus sein, Ja und Amen. Alle Verheißungen, die Gott je gemacht hat, finden ihre Erfüllung in Jesus.
Weißt du, Älterwerden mit schwerer Behinderung ist schwer und wird jeden Tag schwerer. Meine Knochen sind so dünn und müde, meine Lunge ist schwach. Die vielleicht hoffnungsvollsten Verheißungen stehen deshalb in Jesaja 35. Der herrliche Tag, an dem die Lahmen springen werden wie Hirsche, an dem Kummer und Seufzen verfliegen und der Gesalbte des Herrn Freude und Wonne erlangt; der Tag, an dem ewige Freude unser Haupt krönen wird; der Tag, an dem er jede Träne trocknen, an dem es keine Nacht mehr geben wird. Gelobt sei Gott, keine Nacht voller Schmerzen mehr! Ich liebe diese hoffnungsvollen Versprechen.
Dieser glorreiche Tag Jesu Christi wird so herrlich sein, so wunderbar, dass er dich für all deine schlimmsten Leiden entschädigen wird! Das glorreiche Erscheinen Jesu wird jeden deiner Schmerzen sühnen; es wird für all deinen Herzschmerz ausreichen. Jesus wird dich ansehen und zu allen himmlischen Heerscharen sagen, er wird seinen Arm um dich legen und wird dann sagen: „Seht ihr die hier? Seht ihr sie? Lasst mich euch zeigen, wie sie nach meinen Versprechen gelebt hat. Lasst mich den rewind-Knopf drücken, damit ihr sehen könnt, wie sie an meinem Wort festhielt, selbst angesichts großer Entmutigung. Ich sage euch, hier ist eine, die mir vertraut hat.“
Dann wird er sich zu dir beugen und sagen: „Gut gemacht, mein geliebtes, kleines Mädchen. Geh jetzt in die Freude ein, die ich für dich vorbereitet habe, denn du bist mein kostbarer Besitz und hast mein Herz gewonnen.“
Das möchte ich hören, du auch? Ich möchte hier auf der Erde nichts Sündhaftes, Dummes oder Faules tun, das diesen Moment schmälern könnte. Wenn überhaupt, dann möchte ich diesen Moment mit mehr Vertrauen in Christus und in Gottes Wort vergrößern. Ich möchte in die größtmögliche Freude eingehen, die mein Herr für mich bereitet hat, und das Gleiche wünsche ich mir für dich. Jesus ist eine unvergleichliche Wonne, und wenn du an Gottes Verheißungen festhältst, dann macht das einen Unterschied für die ganze Ewigkeit.
- Korinther 4,17 spricht von dieser Zunahme der Freude. „Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Bedrängnis [wenn du denn Christus vertraust], bewirkt uns ein über die Maßen überreiches, ewiges Gewicht an Herrlichkeit.“
Wenn du Gottes Verheißungen auf dein Leid anwendest, wächst dein Gewicht der Herrlichkeit im Himmel. Ich möchte, dass du Jesus ansiehst und ihm direkt aus Psalm 119 zitierst. „O Jesus, dieser Segen ist mir zugefallen, weil ich deine Vorschriften bewahrt habe!“ (vergleiche Vers 31).
Gott bewahre uns davor, dass du und ich unser Heil vergeuden, indem wir ziellos in die Zukunft irren und denken: „Okay, ich bin gerettet, was soll's.“ Geh nicht durch das Leben mit einer vagen, unklaren Taktik für Probleme. Schmälere deinen ewigen Besitz nicht mit einer Mittelmäßigkeit, die Gottes Zusagen zu nichts weiter degradiert als einem Slogan auf einem T-Shirt. Dafür ist das Leben zu kurz. Der kosmische Einsatz ist zu hoch. Das Blut Jesu ist definitiv zu kostbar.
Eines Tages wird dein Glaube keine Rolle mehr spielen. Deine Chance zu glauben wird vorbei sein. Die Gelegenheit, die dir dein Leiden gegeben hat, wird der Vergangenheit angehören, und im Nu wirst du bei Christus sein, vor deinem Erlöser stehen, umgeben von den Heerscharen der Engel, die sich in die große Schar der Erlösten einreihen, die durch perlenbesetzte Tore strömen, ein endloser Siegeszug von den weiten Grenzen der Erde und den entferntesten Küsten der Ozeane – wir alle in einer einzigen freudigen Parade, unzählige Generationen, die ihre Kronen vor Gott erheben und rufen: „Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, regiert! Lasst uns jubeln und frohlocken und ihm die Ehre geben!“
Ich möchte auf diesen Tag hinarbeiten, hinstreben auf diesen Moment. Ich möchte meinen Erlöser ansehen und ihn zitieren aus Psalm 119: „Jesus, ‚wohlgeläutert ist dein Wort, dein Knecht hat es lieb‘“ (Vers 140).
Setz dir hohe Ziele im Leben. Mach deine Seele empfangsbereit für die Größe des Reiches Gottes, indem du nach Gottes Wort lebst und dich auf seine Verheißungen verlässt. Machst du mit? Wenn du morgen schwach und hilflos aufwachst, verlass dich auf eine Zusage Gottes und sag: „Ich pack diese schwere Aufgabe, die vor mir liegt, nicht, aber durch dich kann ich alles, durch dich, Jesus Christus, weil deine Kraft in mir ist“ (vergleiche Philipper 4,13).
Das ist eine gute Verheißung, mit der du morgen starten kannst, und am nächsten Tag und am übernächsten. Sei diejenige, die seine Zusagen gründlich prüft und sie so lieben lernt, wie du deinen Herrn liebst. Das ist dein Weg zu echter Freude und einer engeren Freundschaft mit dem Erlöser. Das ist ein Versprechen. Gott segne dich und danke fürs Zuhören.
Lea: Was für eine ermutigende und herausfordernde Botschaft von Joni Eareckson Tada!
Joni stützte sich auf Gottes Wort und erlebte, dass es wahr ist! Wenn du etwas testest und es standhält, dann fällt es dir beim nächsten Mal viel leichter darauf zu vertrauen, oder? So ist es auch mit dem Wort Gottes. Wenn du es anwendest, ihm gehorsam bist und Gott bei seinem Wort nimmst, wirst du erleben, dass es sich erfüllt. Gottes Wort wird sich als zuverlässig erweisen und du wirst dich freuen! Deine Freude und deine Liebe werden wachsen.
Joni setzte ihr Vertrauen auf Gottes Verheißungen, weil diese für sie Wahrheit waren. Sie hat die Versprechen Gottes geprüft und für zuverlässig befunden.
Wie sieht es bei dir aus? Hast du Gottes Verheißungen gründlich geprüft? So sehr, dass du sie lieben gelernt hast?
Bedenke, Gott hält alle seine Versprechen!
Kennst du Gabi Fett? Unsere liebe Marie hat sie dazu interviewt, wie Gott sie durch drastische Veränderungen geführt hat. Gabi hat von jetzt auf gleich ihren linken Arm durch eine Sepsis verloren. Doch auch sie erlebte in diesem unerwarteten und schweren Leiden, dass Gott treu ist und seine Versprechen einhält.
Hier sind Gabi und Marie:
Marie Falk: Joni hat uns nahegebracht, was Vertrauen und Verlassen auf die Verheißungen Gottes bedeutet. Die Situation, die sie erlebt hat, in der Nacht mit den Schmerzen, ich glaube, das bleibt uns in Erinnerung und ich frage mich, wie viele Verse ich wohl hätte in dieser Nacht aufsagen können. Ja, das kann uns eine Ermutigung sein, wirklich in Gottes Wort einzusteigen und die Verse wirklich auswendig zu lernen.
Ich möchte euch noch jemanden vorstellen: Gabi, schön, dass du da bist!
Gabi Fett: Hallo.
Marie: Gabi lebt mit ihrem Mann im christlichen Freizeithaus in Shoppen im
Sauerland. Da könnt ihr gern mal vorbeischauen auf der Website. Da gibt es sehr viele gute Freizeiten. Du bringst also Jesus mit Menschen in Berührung und heute dürfen wir erfahren, wie Jesus dich angerührt hat.
Ja, wir haben eben von Joni gehört, die ja mit 17 den Unfall hatte und querschnittsgelähmt war und wie Gott sie aber auch durch die finsteren Täler hindurch trägt. Und du hast ja auch drastische Veränderungen mit 29 erlebt. Magst du uns von dem Jahreswechsel 2004/2005 erzählen?
Gabi: Ja, also ich will euch nicht langweilen mit einer Krankheitsgeschichte, aber wenn ihr verstehen wollt, wie ich Gottes Verheißungen erlebt habe in meiner Krankheitszeit, muss ich euch leider kurz mit ins Krankenhaus nehmen. Ich nehme euch mit zurück ins Jahr 2004.
Ich war wunderschön zweiarmig wie ihr alle und, ja, wir haben auf Weihnachten hingefiebert als Familie, wir hatten drei kleine Kinder, und wir waren alle gesund und fröhlich. Und über Nacht ist einfach, menschlich gesprochen, eine Katastrophe in unser Haus eingekehrt. Ich habe wahnsinnige Schmerzen bekommen in meinem linken Arm und der ist so angeschwollen, dass wir irgendwann ins Krankenhaus fahren mussten.
Dann konnten die Ärzte nichts mit diesem Krankheitsbild anfangen aber sie haben gemerkt, der Arm wird immer dicker und die Frau wird immer schmerzverzerrter, also haben sie sich irgendwann dazu entschieden, diesen Arm zu öffnen und damit ist eigentlich überhaupt das Fiasko erst losgetreten worden, weil das zu einer Sepsis führte die sich körper weit ausdehnte, zu Organversagen führte und, ja, ich hatte einen riesig geschwollenen dicken Arm, der geöffnet war aber eigentlich war mittlerweile die ganze Frau das Problem für die Ärzte.
Also, ja, ich bin einfach komplett vergiftet gewesen und das führte dazu, dass ich von jetzt auf eben einfach im Sterben lag. Ich bin da nur mit nem Arm als Problem ins Krankenhaus reingelaufen, aber ich lag innerhalb von Stunden auf Intensivstation und habe auch selber gespürt, dass ich das wahrscheinlich nicht überleben werde.
Und dann wurde es immer dramatischer, bis ich irgendwann ins Koma gelegt wurde, weil man hoffte, dass sich dadurch meine Lunge ein bisschen erholen würde. Ja, und dann, seht ihr, ich bin nicht gestorben, ich sitze ja hier. Aber, nachdem es vorübergehend aufwärts ging, ist es dann so gekommen, dass die Ärzte realisiert haben, die Frau erholt sich zwar langsam, aber der Arm ist einfach nicht wiederherzustellen und tatsächlich, morgen vor 18 Jahren, entschieden haben, dass mein Arm amputiert werden muss. Und so ist mein süßer kleiner Stumpf morgen 18 Jahre alt.
Das ist meine Krankheitsgeschichte in Kurzform gebracht, damit wir wissen, vor welchem Hintergrund die anderen Fragen beantwortet werden können.
Marie: Genau, in dem Krankheitsprozess gab es ja zwei Nächte so, die für dich sehr einprägsam waren und von nachhaltigem Wert. Magst du uns da noch ein bisschen mitnehmen?
Gabi: Ja, gerne. Weil, das ist das, was meine Krankheitsgeschichte für mich selber heute zum kostbaren Schatz macht.
Also, als die Ärzte mich da hinter der spanischen Wand versteckt haben, im Intensivzimmer und mir gesagt haben: „Ja Frau Fett, sie müssen kämpfen, sie überleben das sonst nicht“, da war mir das selber bewusst. Also, das fühlte sich anders an, als alles, was ich bis dahin erlebt hatte, dass ich das wahrscheinlich nicht überleben werde.
Und ihr müsst wissen, ich bin sehr glücklich verheiratet. Ich wollte unbedingt dieses Leben mit meinem Geliebten weiterleben. Und, ich bin noch ein bisschen ergriffen von dem Colleen-Beitrag. Ich hatte auch drei kleine Kinder damals. Ich wollte unbedingt diese Kinder groß werden sehen. Ich wollte Mama sein für sie, aber trotzdem, angesichts dieses unbedingt weiter leben wollen, war diese Auferstehungshoffnung – Jesus Christus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist“ – so gigantisch groß in diesem Raum, dass ich keine Angst davor hatte sterben zu müssen. Diese Verheißung, dass Gott mein guter Hirte ist, dass der Herr Jesus mit mir durch das Tal des Todes geht, weil er eben den Tod besiegt hat. Das war so konkret, so greifbar, dass ich dachte: „Ich hätte auch Lust, das jetzt konkret werden zu lassen, Herr“.
Ja, das war die eine Nacht und das macht mich heute oft noch froh, dass ich weiß, ich bin ja jetzt schon wesentlich älter, dem Tod also auch ganz realistisch viel näher gerückt. Ich freue mich auf diese Herrlichkeit, die Gott mich hat vorschmecken lassen in dieser Nacht. Wo es so konkret war, dass der Tod an der Bettkante saß.
Und die andere Nacht, die für mich meine Krankheit so kostbar macht, ist, als der Arzt zu mir rein kam und sagte: „Frau Fett“ (das war, ja, eigentlich in der Zeit als es schon längst wieder aufwärts gegangen war),
„Frau Fett, wenn es kein Wunder gibt in den nächsten zwei Tagen, werden wir Ihren Arm amputieren müssen.“
In dem Moment habe ich nur noch geweint, ich dachte: „Das ist wirklich zu viel. Also das, das schlägt echt dem Fass den Boden aus, Herr. Ich möchte definitiv nicht als Krüppel auf dieser Erde weiterleben müssen. Ich habe drei kleine Kinder, wer soll mit denen aufs Sommerfest gehen. Die wollen doch nicht eine einarmige Mutter auf dem Schulhof stehen sehen.“ Und lauter so banale Gründe fielen mir ein.
Als der Arzt das Zimmer verlassen hatte, und Andreas Trost auch gefühlt an dem Abend nicht mein Herz erreicht hat, habe ich zu Gott geschrien:
„Rede zu mir durch dein Wort, gib mir Trost, wenn dieser Arm ab muss. Wie soll das weitergehen?“
Und ja, ich habe meine Bibel damals aufgeschlagen und einen Psalm, der mich vorher noch nie angesprochen hatte, gelesen, Psalm 77. Und ich dachte, der Psalmist Asaphs ist das, beschreibt meine Situation. Ich glaube, er hat dieselbe Krankheit gehabt wie ich. Er beschreibt, wie er nachts im Bett liegt, wie sein Arm ausgestreckt liegt, das war bei mir auch so – dieser Monsterarm lag gefühlt auf einem Extra-Tisch, weil das Bett zu klein war für den. Und er weigert sich, getröstet zu werden, steht da.
Ich dachte: „Das bin ich, Herr. Ich weigere mich gerade Trost anzunehmen.“ Und dann schreibt Asaph: Hast du dich eigentlich verändert, Herr? Hast du vergessen, gnädig zu sein? Und ich dachte: „Ja, Herr, sag mal, hast du irgendwie den Überblick verloren?“ Nein, hatte er nicht! Ich wusste das ja auch. „Heaven Rules“ auch in meiner Krankheitssituation damals und der Augenöffner war für mich der Vers aus Psalm 77, wo Asaph sagt: „Gott, dein Weg ist im Heiligtum. Wer ist ein so großer Gott wie unser Gott?“
Und plötzlich hat alles für mich wieder in seine Relation hineingefunden. Ich habe plötzlich kapiert: „Gabi, wer bist du eigentlich? Du bist so klein. Du hast so wenig Überblick. Du weißt noch nicht mal, was hinter der Tür gerade passiert. Geschweige denn, was übermorgen sein wird.“
Warren Wiersbe sagt, wenn wir leiden, dann verlieren die Dinge ihre Verhältnismäßigkeit und ich kürze ab, er sagt: „Wenn wir leiden, brauchen wir nicht am nötigsten eine Erklärung Gottes“. Warum ist das hier gerade alles am Passieren? „Sondern, wir brauchen eine Offenbarung seiner Größe und seiner Herrlichkeit.“ Auf englisch ist das so schön greifbar. Er sagt: „We don’t need an Explanation but we need a Revelation.“ Wir brauchen eine Offenbarung Gottes und genau diese Gnade hat Gott mir in dieser Nacht gegeben. Ich habe plötzlich wieder erfasst, wie groß und wie herrlich und wie vertrauensvoll Gott ist. Und ich habe in dieser Nacht gesagt:
„Ja, Vater. Dein Wille für mein Leben soll geschehen und ich will es nicht nur müde abnicken, sondern ich will es annehmen. Ich will ja dazu sagen.“
Und wisst ihr, dann gibt es diesen herrlichen Vers, dass, wenn wir unsere Anliegen auf ihn werfen aus Philipper, dann schenkt Gott Frieden in unser Herz, der den Verstand übersteigt. Das ist tatsächlich bei mir passiert. Ich habe in dieser Nacht so einen Frieden bekommen. Und tatsächlich, ich hab gesagt, das ist 18 Jahre her, der hält bis heute an über diese Einarmigkeit.
Also, das will ich euch einfach als Ermutigung zurufen. Also, nicht jeder hat so eine offensichtliche Kiste am Laufen wie ich mit meinem Arm. Aber du bist vielleicht innen drin amputiert, oder am Leiden. Sag: „Ja Vater“. Sag: „Du bist groß. Du bist im Himmel. Du regierst und ich will mich darunter stellen, weil du den Überblick hast. Ich will dir vertrauen.“ Sag: „Ja Vater“ und du wirst erleben, dass der Friede Gottes, der höher ist als aller Verstand dein Herz und deinen Verstand bewahren wird. In Christus Jesus.
Marie: Wow! Das stimmt. Du hast mir auch noch eine Situation erzählt, was dein Mann für dich gemacht hat in der ganzen Geschichte.
Gabi: Ja, mein Mann hat eigentlich die Vorstufe zu dem gelegt. Als ich im Koma war, fixiert, geknebelt und, also intubiert, und nichts machen konnte. Keine frechen Antworten geben konnte, da kam Andreas an mein Bett und ich dachte: „Was willst du hier, du tust ja nichts. Also, sieh zu, dass sie mich aus dieser bekloppten Lage hier rauslassen.“ Ich habe nicht gewusst, was mit mir los war. Und Andreas hat damals zu mir eben genau das gesagt, was ich in der Nacht vor meiner Amputation, oder zwei Nächte vorher, nochmal selbst durchlebt und erfasst habe. Er hat zu mir gesagt:
„Gabi, sag: ‚ja Vater‘. Du verstehst nicht, was hier gerade passiert, du Geliebte. Aber, sag ‚ja Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir‘.“
Und er hat mir damals in meinen, ja, ich war offiziell im Koma aber mein Bewusstsein war schon wieder da und er hat damals zu mir gesagt:
„Gabi, wenn Gott souverän ist und wenn Gott wirklich Herr über dein Leben ist, dann ist das jetzt deine Generalprobe. Sag jetzt ‚Ja‘. Sag jetzt ‚Ja‘ zu dem, wie Gott dich führt. Auch wenn du es nicht verstehst. Damit zeigst du ihm, dass du ihm vertraust und dass du ihn ehrst.“
Und das war für mich damals wirklich die Befreiung aus dem Koma, weil Gott mir damals schon im Koma Frieden gegeben hat, der zum Ende des Komas geführt hat. Das ist zu kompliziert jetzt zu erklären, aber das war für mich schon quasi die Hinführung zum Psalm 77 für dieses wirklich bewusste Einwilligen in Gottes Souveränität, in Gottes Herrschaft über mein Leben. Ja.
Marie: Wow! Das ist echt tief. Ja, jetzt, Jahre später, wie erlebst du aktuell das „Heaven Rules“, dass „der Himmel herrscht“.
Gabi: Ja, also ich musste heute auch, durch die Hilfestellung meines Mannes, nochmal über diesen Vers nachdenken. Erstens, dass der Friede unseren Verstand übersteigt, wenn wir „Ja Vater“ sagen, aber in Kolosser 3,15 steht: „Und der Friede des Christus regiere in euren Herzen; zu dem ihr auch berufen worden seid in einem Leib.“
Also, Regentschaft in meinem Herzen geschieht durch den Frieden Gottes, den ich regieren lasse, indem ich sage „Ja, Vater. Ja, Herr. Sei du Herrscher über alle Bereiche meines Lebens und gib mir auch Frieden darüber.“ Also Gott hat mir, auch so gnädig wie er ist, die ständige Erinnerung einfach vor Augen gelassen. Also, ich bin, glaub ich, so schwer von Begriff, dass ich dauernd die Erinnerung an Gottes Handeln in meinem Leben brauche.
Und ich bin ja nicht nur einarmig, sondern natürlich habe ich dadurch Einschränkungen und Schmerzen und so weiter. Und ich könnte tagsüber hadern, aber der Friede Gottes soll in meinem Herzen regieren. „Heaven Rules“ auch heute noch darüber und ich finde diesen Vers so herrlich. Es ist ja nicht eine Knechtschaft, wenn wir sagen: „Ja, Heaven Rules“, sondern Gott schenkt Frieden, der regiert. Er ist der Friedefürst und wenn wir uns seiner Herrschaft unterordnen, schenkt er Frieden in jeder noch so schweren Situation.
Das ist für mich Heaven Rules heute, ja.
Marie: Danke. Ja, das können wir, glaub ich, unterschreiben, dass wir uns diesen Frieden wünschen und dass wir „Ja Herr“ sagen.
Vielen vielen Dank, dass du dein Leben mit uns oder Ausschnitte aus deinem Lebens mit uns geteilt hast.
Gabi: Gerne.
Lea: Gabi sagt: „Ja, Vater. Ja, Herr“ – und das bringt ihr Frieden.
Komm nächste Woche mit Dannah Gresh auf einen Holy Girl Walk, um deine Gedanken auszurichten. Dannah setzt wie Joni und Gabi nicht auf positive Selbstgespräche, sondern auf Gottes Verheißungen. Du weißt nicht, was ein Holy Girl Walk sein soll? Dann sei auf jeden Fall dabei bei Heaven Rules - über meine Gedanken und meine Gefühle!
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.